Alle Macht dem smarten Feld

Namur treibt Digitalisierung voran

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18.02.2019 Mit der digitalen Transformation ändert sich die Rollenverteilung in der Prozessautomation. Das smarte Feld gewinnt an Bedeutung, die Leitsysteme verlieren - war auf der Namur-Hauptsitzung im November zu hören.

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Entscheider-Facts für Betreiber und Ausrüster

  • Feldinstrumente sollen die digitale Transformation der Prozessindustrie unterstützen. Wie dies geschehen kann, dafür wurden in Bad Neuenahr sowohl praktische Beispiele als auch Visionen gezeigt.
  • Damit sich neue Lösungen zur Digitalisierung durchsetzen, müssen diese für den Anwender einfach sein – Komplexität muss gekapselt werden.
  • Ein Mehraufwand zur Digitalisierung wird vom Betriebspersonal nur dann akzeptiert werden, wenn daraus unmittelbarer Nutzen entsteht.
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Bild: navintar + nosyrevy – AdobeStock

Und die Botschaften dürften vor allem Systemanbietern nicht gefallen. „Ich glaube, das eine oder andere System der Automatisierung wird von der Digitalisierung weggewischt werden“, rammte Namur-Vorstand Dr. Wilhelm Otten gleich zu Beginn vor dem mit 650 Teilnehmern voll besetzten Saal einen Pflock ein. „Feldgeräte werden dagegen überleben“, so Otten. Denn diese haben als Augen und Ohren der Prozesse eine Zukunft. Allerdings zeichnen sich auch hier Veränderungen ab: Längst wünschen sich die Automatisierungsanwender, dass Feldgeräte nicht mehr allein Messungen wie Druck und Temperatur liefern, die lediglich indirekt Rückschlüsse auf die Produkteigenschaften und den Prozesszustand zulassen, sondern direkte Aussagen zu Massenströmen, Konzentrationen und Produktqualität.

Und natürlich sollen die Feldinstrumente auch die digitale Transformation der Branche unterstützen. Wie dies geschehen kann, dafür wurden in Bad Neuenahr sowohl praktische Beispiele als auch Visionen gezeigt. Schon seit drei Jahren arbeitet die Namur beispielsweise intensiv an der Frage, wie Geräte- und Prozessinformationen über einen zweiten Informationskanal aus der Anlage in moderne Auswertungssysteme übertragen werden können, ohne die klassischen Regelkreise zu belasten. Dazu wird fieberhaft an der Namur Open Architecture gearbeitet. „Wir erwarten, dass NOA im nächsten Jahr reif für konkrete Produkte sein wird“, meldete Jan De Caigny, BASF in seinem Statusbericht zur NOA.

„Wir verstehen uns als Treiber und Gestalter der digitalen Transformation. Mit unseren Kernthemen Modularisierung und Namur Open Architecture und dem einheitlichen Datenmodell haben wir die wichtigsten Themen angesprochen, um die Digitalisierung gemeinsam mit den Herstellern voranzubringen“, erklärt Dr. Felix Hanisch, Bayer, der den Vorstandsvorsitz der Namur von Dr. Wilhelm Otten übernommen hat.

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Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK
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