Unternehmen aus sechs API-Standorten

Sanofi plant europäischen Wirkstoff-Champion

25.02.2020 Der französische Pharmakonzern Sanofi will ein neues Unternehmen zur Produktion und Vermarktung von aktiven pharmazeutischen Wirkstoffen aufbauen. Sechs europäische Produktionsstandorte sollen zu einem Industrie-Champion mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro verschmelzen.

34,5 Mrd. US-Dollar Umsatz im Jahr für Sanofi, damit schaffen es die Franzosen auf Rang fünf, ganz knapp hinter... (Bild: Sanofi)

Sanofi plant einen neuen europäischen Industrie-Champion für pharmazeutische Wirkstoffe. (Bild: Sanofi)

Vor dem Hintergrund zunehmender Lieferengpässe, die sich auf die Patientenversorgung auswirken, soll die neue Einheit die Bedeutung einer Wirkstoffherstellung in Europa unterstreichen. Das Unternehmen würde dazu beitragen, die Produktion sowie die Lieferkapazitäten in Europa und darüber hinaus zu unterstützen und zu sichern, meldet Sanofi. Ein solcher Wirkstoff Champion könne einen Beitrag leisten, die starke Anhängigkeit Europas von Asien auszubalancieren.

Das Projekt sieht ein eigenständiges Unternehmen vor, das die Kommerzialisierungs- und Entwicklungs-Aktivitäten der Sanofi-Einheit für pharmazeutische Wirkstoffe (API) mit sechs seiner API-Produktionsstandorte kombinieren würde: Brindisi (Italien), Frankfurt Chemistry (Deutschland), Haverhill (UK), St Aubin les Elbeuf (Frankreich), Újpest (Ungarn) and Vertolaye (Frankreich). Das Unternehmen mit 3.100 Mitarbeitern wäre einer der weltweit größten API-Hersteller in der Industrie mit einem geschätzten Umsatz von 1 Mrd. Euro im Jahr 2022. Firmenhauptsitz soll Frankreich sein. Abhängig von den Marktbedingungen fasst Sanofi auch bereits einen möglichen Börsengang an der Euronext in Paris im Jahr 2022 ins Auge.

Mehr Stabilität in der Versorgung

Philippe Luscan, Executive Vice President, Global Industrial Affairs bei Sanofi, kommentiert das Vorhaben: „Basierend auf der Expertise und Erfahrung, die wir in unserem Industrie-Netzwerk über Jahrzehnte gesammelt haben, würde diese neue Einheit einen Beitrag zu mehr Stabilität bei der Versorgung von Millionen von Patienten in Europa und darüber hinaus leisten. Als agiles, eigenständiges Unternehmen könnte die neue Einheit ihr Wachstumspotential voll nutzen, vor allem, wenn sie ihr Drittkundengeschäft in einem Wirkstoffmarkt ausbaut, der nach Schätzungen jährlich um 6% wächst.“

Die neue eigenständige Einheit plant, ihr Drittkundengeschäft und ihre Partnerschaften mit anderen pharmazeutischen Unternehmen auszubauen. Sie will damit von neuen Wachstumsmöglichkeiten profitieren und sich schnell an Kundenbedürfnissen ausrichten. Zu den Wettbewerbsstärken des neuen Unternehmens sollen ein breites Portfolio sowohl an Volumen- als auch Nischenprodukten, hohe Qualitätsstandards, wettbewerbsfähige Preisbildung, industrielle Fähigkeiten und Spitzentechnologie in ganz Europa (darunter Frankreich, Italien, Deutschland, Ungarn und Großbritannien) gehören. Ein breit aufgestelltes kommerzielles Netzwerk deckt außerdem das mehr als 80 Länder ab.

Sanofi beabsichtigt, eine langfristige Kundenbeziehung mit dem neuen API-Lieferanten einzugehen und plant eine Minderheits­beteiligung von ca. 30% an dem neuen Unternehmen. Schulden sollen für das Projekt nicht aufgenommen werden. Der Pharmakonzern könne damit seine künftigen Investitionskapazitäten maximieren. (ak)

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