Das schert uns nicht

Schonendes Mischen bruchempfindlicher Nahrungsmittel

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21.03.2019 Das Mischen von scherempfindlichen Schüttgütern ist ein oft anspruchsvoller Prozess, da die Produkteigenschaften von Pulvern und Granulaten stark von der Beschaffenheit der Partikel abhängen können. Größe und Oberfläche der Körner können sich bei unvorsichtigem Mischen jedoch stark verändern.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Auftretende Scherkräfte sind beim Mischen bruchempfindlicher Produkte eine Herausforderung. Das vorgestellte Mischerkonzept nutzt einen rotierenden Behälter, um Produkte schonend zu mischen.
  • Weitere Prozessschritte wie Trocknen oder Befeuchten, Färben oder Beschichten lassen sich mit dem Mischvorgang kombinieren.
  • Das System ist auf geringe Staubentwicklung ausgelegt sowie totraumfrei und einfach zu entleeren. Integrierte CIP/WIP-Systeme erleichtern die Reinigung.
1 Foto Innenansicht des Gentle Touch Mischers mit einem Endprodukt

Gentle-Touch-System: Bruchempfindliche Produkte lassen sich schnell und schonend Mischen.
(Bilder: Lindor)

Für solche Fälle hat der Mischerhersteller Lindor die Gentle Touch Misch- und Verarbeitungstechnik konzipiert. Diese basiert auf einem rotierenden Behälter, der Pulver, Flakes und Granulate mittels Schwerkraft schonend mischt. Das Prinzip lässt sich auf andere Anwendungen wie Befeuchtung mit flüssigen Hilfsmitteln und thermischer Behandlung übertragen.

3 Foto Innenansicht des Gentle Touch Mischers mit Produkbett und Injektor

Innenansicht: Der Injektor ermöglicht gleichmäßigen Flüssigkeitseintrag auf das Produktbett.

Schwerkraft statt Scherkraft

Der Mischer besteht aus einem Eintritt, einem Behälter oder einer Trommel in horizontaler Bauform und einem feststehenden Austritt. Das Produkt gelangt dabei über den Eintritt in eine langsam rotierende Trommel. Während des Mischprozesses fließt das Produkt in Längs- und Querrichtung über speziell ausgerichtete und gefertigte Schaufeln. Der Mischer hebt die Partikel an, die auf eine Schaufel hinabgleiten und schließlich in einem sich endlos bewegenden Produktbett verbleiben. Von dort fließen sie zurück zum Eintrittsbereich und erwarten dort den nächsten Durchlauf. Rotation und Schwerkraft mischen das Produkt völlig willkürlich, wobei alle Partikel in ständiger Bewegung sind. Diese Technik ermöglicht eine Homogenisierung innerhalb weniger Minuten. Nach Öffnung des Austritts gleitet das Produkt über die Schaufeln aus der Mischtrommel in einen Vorlagebehälter, unmittelbar in die Absackanlage oder in die nächste Verarbeitungsstufe. Da das Produkt aufgrund des ständig rotierenden Behälters permanent in Bewegung ist, ist die Entmischungsgefahr minimal. Die durchschnittliche Entleerungsrate liegt über 99,8 %.

Die Technologie ermöglicht einen schonenden Mischprozess, welcher besonders vorteilhaft für bruchempfindliche und temperatursensible Pulver, Flakes oder Granulate ist, da praktisch keine Scherkräfte auftreten. Die so konzipierten Mischer erreichen kurze Mischzeiten und hohe Homogenisierungen bei geringem Energieeinsatz, üblicherweise weniger als 1,5 W/kg. Es gibt keine inneren beweglichen Teile und Mischwerkzeuge – und folglich keine Scherkräfte, die das Produkt mechanisch oder thermisch belasten. Kristalline Produkte sind somit sicher vor Schäden, und die Staubentwicklung ist ebenfalls minimiert. Die Mischer haben eine platzsparende horizontale Bauform, geringe Wartungskosten und sind leicht zu reinigen. Das Innere der Mischtrommel ist totraumfrei. Zur weiteren Erleichterung der Reinigung kann der Hersteller den Mischer mit verfahrbaren Eintritten und Austritten, CIP/WIP-Systemen oder extra-großen Reinigungsklappen ausstatten. Die Mischer lassen sich sowohl chargenweise als auch kontinuierlich betreiben. Die Chargengröße kann zwischen 10 und 100 % des maximalen Nettoproduktvolumens liegen, welches je nach Dimensionierung des Mischers zwischen 10 und 25.000 l variiert.

Heftausgabe: März 2019
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