Sichere Pharmaverpackungen gefragt

Schott investiert 300 Mio. Euro in Produktionsausbau

22.01.2019 Der Spezialglas-Hersteller Schott hat ein 300 Mio. Euro schweres Investitionsprogramm angekündigt. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen sein Kerngeschäfts mit Rohrglas als Ausgangsmaterial für Pharmaverpackungen sowie Pharmaverpackungen aus Glas und Polymer ausbauen – insbesondere in Europa und Asien.

In China etwa zielen diverse regulatorische Initiativen darauf ab, Medikamente sicherer zu verpacken und Patienten besser zu schützen. Beispielsweise soll ein hochwertigeres Glas als Ausgangmaterial für pharmazeutische Container zum Einsatz kommen. Diese erwartete Nachfrage nach Pharmarohrglas veranlasst Schott nun zum Bau eines Werkes in Jinyun County, Provinz Zhejiang, das 2020 die Produktion aufnehmen und den chinesischen Markt bedienen soll. Die Investitionen in den kommenden Jahren für dieses Werk belaufen sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Mit dem Bau einer neuen Schmelzwanne erweitert Schott außerdem die Fertigungskapazitäten für Fiolax in seinem Pharmaglas-Werk in Jambusar im indischen Bundesstaat Gujarat. Das Investitionsvolumen, einschließlich neuer Halle, Energieversorgung und Lager, liegt hier bei mehr als 20 Mio. Euro. Dabei sollen auch rund 70 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Insgesamt wären dann 380 Mitarbeiter in dem Werk beschäftigt. Die Inbetriebnahme der neuen Schmelzwanne ist für Anfang 2020 vorgesehen.

Neue Produktionsstätte in Müllheim, Ausbau in der Schweiz

Zu den stark nachgefragten Produkten gehören unter anderem Polymerspritzen. (Bild: Schott)

Zu den stark nachgefragten Produkten gehören unter anderem Polymerspritzen. (Bild: Schott)

Ein weiteres Wachstumsfeld für Schott sind vorfüllbaren Polymerspritzen. Aufgrund des starken Marktbedarfs baut das Unternehmen auch hier Produktionskapazität auf, und zwar an den Standorten St. Gallen und Müllheim. Die Polymerspritzen sind laut Hersteller leicht und bruchfest und bestehen aus Cyclo-Olefin-Copolymer (COC), einem transparenten Kunststoff. Vom Pharmaunternehmen mit dem Medikament vorgefüllt ausgeliefert kommen die Spritzen unter anderem in der Krebstherapie, bei Notfallmedikation und Intensivmedizin, aber auch bei Kosmetikanwendungen zum Einsatz.

In Müllheim will Schott einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in eine Fertigung für die vorfüllbaren Polymerspritzen investieren. Rund 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Aktuell produziert Schott am Standort hauptsächlich Pharmafläschchen aus Glas. Angrenzend an das bestehende Werk werden bis 2022 eine neue Produktionshalle, ein Verwaltungsgebäude sowie ein Pilot-Center aufgebaut. Bereits 2018 hat Schott damit begonnen, im Werk St. Gallen neue Produktionslinien für Polymerspritzen einzurichten. (jg)

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