Safety Accomplished

Serialisieren für die USA

Günstig ist nicht unbedingt sicher

Die technisch und kostenseitig meist einfachste Variante ist das Lesen der aufgespendeten, serialisierten Etiketten mit einer 360-Grad-Kamera: Die Flaschen drehen sich während des Lesevorgangs um die eigene Achse, während eine spezielle Software die gelesenen Bilder zu einer flachen Oberfläche umwandelt, um so das Auslesen des Codes zu ermöglichen. Im Anschluss kann die Anzahl der je Umkarton erforderlichen Flaschen vor dem Verpacken einfach abgezählt werden. Nachteil dieser Methode ist die mangelnde Prozesssicherheit, da nie vollständig gewährleistet ist, dass die gelesenen Flaschen beziehungsweise deren Etiketten auch wirklich verpackt wurden und auf dem Weg nicht etwas anderes mit ihnen passiert ist.

Mehr Prozesssicherheit durch Helpercodes

Zuverlässiger ist das Erfassen der Codes, wenn sich diese bereits im Umkarton befinden. Allerdings sind die Codes auf dem Flaschenetikett zu diesem Zeitpunkt des Verpackungsprozesses nicht mehr von oben oder unten zu lesen. Abhilfe schaffen sogenannte „Helpercodes“, die Hersteller auf dem Flaschenboden oder -Deckel aufbringen können und sich auf die serialisierten Informationen auf dem Flaschenetikett beziehen. Somit ist es möglich, in bestehende Casepacker Kamerasysteme zu installieren, die statt des Etiketts den Helpercode lesen. Somit ist es möglich, in der Serialisierungsdatenbank eine prozesssichere Packhierarchie zu erstellen und einen Parentcode für den Umkarton zu erzeugen.

In die Linie integrierbarer Schritt

Der Aufdruck des Helpercodes auf den Flaschenboden oder -deckel und dessen Verknüpfung mit dem Etikett machen einen separaten Prozessschritt erforderlich: Nach dem Lesen des Etiketts mittels 360-Grad-Kamera kann der Betreiber den Helpercode zusätzlich beispielsweise mittels eines UV-Inkjets aufdrucken und anschließend verifizieren lassen. Er ist somit in der Serialisierungsdatenbank die Referenz für die „echte“ Seriennummer auf dem Etikett. Sofern er im Anschluss in der Logistikkette nicht mehr benötigt wird, kann sich der Helpercode bei Bedarf auch von Charge zu Charge wiederholen. Die Integration dieses Prozessschritts in die Verpackungslinie erfolgt entweder über ein einzubindendes separates Modul, oder über mehrere einzubindende Einzelkomponenten. Alternativ ist es auch möglich, mit Helpercodes vorbedruckte Deckel oder Flaschen vom Vorlieferanten zu beziehen. In diesem Fall müssen Betreiber allerdings darauf achten, dass sich diese Helpercodes innerhalb einer Charge nicht wiederholen. Ganz unabhängig von der gewählten Methode müssen die automatischen Casepacker zum Verpacken der Flaschen so ausgestattet sein, dass sie dazu in der Lage sind, Etiketten für die Umkartons zu drucken, zu applizieren, zu verifizieren und im Bedarfsfall auch wieder auszuschleusen. Und last but not least müssen Unternehmen dabei auch dem manuellen Nacharbeiten von fehlerhaft aggregierten Umkartons Rechnung tragen. All diese Prozesse lassen sich mit der vorgestellten Software abbilden. Das Anbinden der dafür notwendigen Hardwarekomponenten ist in den meisten Fällen beispielsweise über Protokolle wie VDMA-XML problemlos möglich.

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Mit einem Helpercode auf Flaschenboden oder Deckel und ei-nem Kamerasystem im Casepacker lässt sich prozesssicher aggregieren. (Bild: Atlantic Zeiser)

Für das Aggregieren mit Helpercodes müssen Betreiber zusätzlich entsprechende Druck- und Kontrollkomponenten in die Verpackungslinie integrieren. (Bild: Atlantic Zeiser)

Für das Aggregieren mit Helpercodes müssen Betreiber zusätzlich entsprechende Druck- und Kontrollkomponenten in die Verpackungslinie integrieren. (Bild: Atlantic Zeiser)

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Heftausgabe: Juni 2017
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Stefan Öing, Leiter des Bereichs Track & Trace Software, Atlantic Zeiser

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Stefan Öing, Leiter des Bereichs Track & Trace Software, Atlantic Zeiser
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