Impfstoff-Produktion

Spatenstich in Marburg: GSK investiert 162 Mio. Euro

22.03.2017 Am 20. März starteten die Bauarbeiten für den Neubau der Meningokokken-B-Anlage von Glaxo Smith Kline (GSK). Mit einem Investitionsvolumen von 162 Mio. Euro setzt der Konzern seine Zukunftspläne auf dem Mars-Campus weiter um.

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(v.l.n.r.): Mark Ruppersberg (Projektleiter MMP-Anlage), Handan Özgüven (MdL), Dr. Thomas Spies (Oberbürgermeister Stadt Marburg), Jochen Reutter (Standortleiter und Geschäftsführer), Dr. Thomas Schäfer (Hessischer Finanzminister), Sören Bartol (MdB), Dr. Niklas Schier (Leiter Qualitätsmanagement und Geschäftsführer). (Bild: GSK)

„Wir freuen uns, mit dem Bau der Meningokokken-B-Anlage bald die Produktion von drei der insgesamt vier aktiven Komponenten für den innovativen Meningokokken-B-Impfstoff nach Marburg holen zu können“, erklärt Jochen Reutter, Geschäftsführer und Standortleiter von GSK Vaccines in Marburg. Mit dem Bau will das Unternehmen eine effiziente Auslastung der Produktionskapazitäten schaffen und die Neuausrichtung des Standortes fortsetzen. Reutter sieht in den kontinuierlich getätigten Investitionen von GSK ein deutliches Signal für den Standort: „All diese Investitionen zeigen das Vertrauen in die Expertise vor Ort und die wichtige Rolle, die der Standort Marburg auch in Zukunft im GSK-Netzwerk einnehmen wird.“

Projektleiter Mark Ruppersberg betont die Wichtigkeit des Meningokokken-B-Impfstoffs hin, der künftig in Marburg entsteht: „Mit dem Bau der Produktionsanlage können wir am Standort Marburg einen wichtigen Beitrag leisten, um den steigenden Bedarf an Meningitis-Impfstoffantigenen abzudecken. Wir sind stolz darauf, eine Anlage für die Produktion eines innovativen Umsatzträgers errichten zu dürfen.“ Ruppersberg sieht den Standortvorteil bei diesem Projekt in der bereits vorhandenen Infrastruktur des Mars-Campus, die durch den Bau der neuen Anlage nun optimal genutzt und ausgelastet werden kann.

Die Validierungsläufe für die Meningokokken-B-Antigen-Produktion sind für das dritte Quartal im Jahr 2020 geplant. Der Aufbau einer Impfstoff-Produktionsanlage ist ein komplexer und streng regulierter Herstellungsprozess mit hunderten von Inprozesskontrollen und Freigabe-Tests, die sicherstellen sollen, dass bei biologischen Arzneimitteln wie Impfstoffen eine gleichbleibende Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Endprodukts gewährleistet sind.

Standort mit Geschichte

Der im März 2015 von GSK übernommene Standort Marburg gehört zur Impfstoff-Sparte im Unternehmen. Seit jeher entstehen in Marburg Impfstoffe: Der Produktionsbetrieb greift auf eine mehr als 110-jährige Geschichte zurück. Firmengründer der Behringwerke, die sich heute aus mehreren Standortfirmen zusammensetzen, war Emil von Behring, der erste Nobelpreisträger für Medizin. GSK produziert in Marburg Impfstoffe, beziehungsweise Impfstoffbestandteile gegen FSME, Tollwut, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, und gegen bestimmte Meningokokken-Serogruppen. Zukünftig soll das Produktionsspektrum noch um Mumpsimpfstoff und um Impfantigene gegen Meningokokken der Serogruppe B wachsen. Laut GSK produziert kein anderer Hersteller mehr Impfstoffe in Deutschland.

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