In einem Schritt

Spritzgießen von pharmazeutischen Darreichungsformen

Anzeige

Herausforderungen: Versuche ergänzen Simulationsergebnisse
Ein Hauptaugenmerk bei den Untersuchungen lag auch in der Verifizierung der Ergebnisse aus der Strömungssimulation unter realen Spritzgießbedingungen. Zu diesem Zweck wurden in einem ersten Schritt mit 10 bis
30 % Wirkstoff beladene und compoundierte Mikropellets mit einem angenäherten Durchmesser von 1 mm eingesetzt. In der Entwicklungsstufe II wird auf die Compoundierung verzichtet. Stattdessen wird mithilfe eines Sidefeeders ein Premix – mit Wirkstoff vermischtes Polymer-Pulver – direkt in die Einzugszone der Schubschnecken-Plastifiziereinheit dosiert. Das Aufschmelzen und das Vermischen des Polymer-Wirkstoff-Systems erfolgt im Vergleich zur Spritzgießverarbeitung von Thermoplasten bei niedrigeren Temperaturen zwischen 150 und 180 °C.

Nicht alle Einflussfaktoren konnten im gewünschten Detaillierungsgrad in der Simulation abgebildet werden. Aus diesem Grunde wurden als Ergänzung zur Simulation auch experimentell erarbeitete Erkenntnisse zur Bewertung herangezogen.

Bei der Umsetzung der Entwicklungsstufe II (Einstufen-Spritzgießprozess mit Inline-Compoundierung) ergeben sich neue Herausforderungen:

  • Feuchtigkeitsaufnahme des Materials vor und während des Dosiervorgangs,
  • Dosieren des Pulvers – bei Bedarf auch eine Prozessführung mit Unterfütterung der Schneckenkanäle,
  • vollständiges homogenes Aufschmelzen der Pulvermischung während des Dosiervorgangs sowie
  • Entformungsschwierigkeiten durch Klebrigkeit des Polymer-Wirkstoffverbunds an den Werkzeugkavitäten und im Angussbereich.
    Heftausgabe: Februar 2016
Seite:
Anzeige

Über den Autor

Herwig Juster, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Polymer-Spritzgießtechnik und Prozessautomatisierung (IPIM) an der Johannes Kepler Universität, Prof. Dr.-Ing. Georg Steinbichler, Vorstand des Institutes für Polymerspritzgießtechnik und Prozessautomatisierung (IPIM) und Leiter Forschung
Loader-Icon