Intelligentes CIP-System für verfahrenstechnische Anlagen

Spülen ohne verschwenden

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02.11.2017 Produkte der Lebensmittel- und ganz besonders der pharmazeutischen Industrie unterliegen EU-weit den strengsten Qualitätsvorschriften. Das ist auch leicht nachvollziehbar, schließlich üben diese einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Verbraucher aus.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Beim Reinigen von Anlagen mithilfe von CIP-Systemen kommt es leicht zu unerkannten Fehlern, die den Verbrauch von Ressourcen wie Wasser und Reinigungsmitteln in die Höhe treiben.
  • Ein intelligentes CIP-System sammelt umfangreiche Daten und erstellt ein Profil des optimalen Reinigungsprozesses. So lässt sich die Reinigung schnell kalibrieren und optimieren.
  • Abweichungen und Fehler treten mit dem intelligenten Reinigunssystem schnell zu Tage und sind einfach zu beheben oder zu vermeiden.
Running water drains down a stainless steel sink

Gängige CIP-Systeme schütten leicht zuviel Wasser in den Abfluss. Ein System mit intelligenter Datennutzung kann dies verhindern. (Bild: Bild: fotobieshutterb – Fotolia)

Bereits kleinste Verunreinigungen können das Endprodukt ungenießbar oder sogar lebensbedrohlich machen. Demnach muss stets gewährleistet sein, dass die eingesetzten verfahrenstechnischen Anlagen sauber produzieren. Um einen gesetzmäßigen Ablauf der im Inneren erzeugten chemischen, physikalischen oder biologischen Prozesse sicherzustellen, müssen die Anlagen regelmäßig gereinigt werden. Zu diesem Zweck kommen automatische Reinigungsverfahren zum Einsatz – das sogenannte Cleaning in Place (CIP).

Die dafür bisher verwendeten Verfahren haben allerdings einige Defizite: Während der täglichen Reinigung mittels CIP-Systemen kommt es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten wie Lecks oder falsch kalibrierten Einspritzungen. Dadurch verbrauchen die Systeme mehr Ressourcen als nötig. Bezogen auf die Tagesmenge fällt der erhöhte Verbrauch kaum ins Gewicht. Nach Monaten oder sogar Jahren macht sich der erhöhte Bedarf an Ressourcen wie Wasser oder Reinigungschemikalien jedoch deutlich bemerkbar. Die Folge: Laut der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) arbeiten bis zu 80 % der derzeit genutzten CIP-Anlagen ineffizient.

 

Lasst die Daten fließen

Der Anbieter Actemium, die auf die Industrie ausgerichtete Marke von Vinci Energies, zeigt mit seinem System Smart-CIP, dass es auch anders geht. „Die bei der ortsgebundenen Reinigung verwendeten Medien lassen sich datentechnisch auswerten“, betont Greet Lefebvre, Senior Automation Engineer von Actemium Beverage Aalter. „Deshalb wollten wir ein Gesamtkonzept entwerfen, das die Vielzahl an Informationen zum einen detailliert erfasst und zum anderen sinnvoll analysiert. Mit diesen Ergebnissen können dann CIP-Prozesse effizienter gestaltet werden.“ Schließlich entwickelte das Team um Lefebvre die Lösung Smart-CIP. Sie besteht aus mehreren sensorischen sowie digitalen Komponenten, die zusammen erhebliche Einsparungen ermöglichen.

Keine verfahrenstechnische Anlage gleicht der anderen, das gilt auch für das jeweilige CIP-Verfahren. Somit müssen im ersten Schritt Rohdaten gesammelt werden. Dazu messen Sensoren am Einlass sowie am Abfluss der Leitung unter anderem Leitfähigkeit, Temperatur oder Wassertrübheit der Reinigungsmedien. Mehrere möglichst gleiche Reinigungsdurchgänge – etwa anhand der verwendeten Menge an Wasser und Chemikalien – liefern den Grundstock an Informationen, die in der systemeigenen Datenbank gespeichert werden. Aus diesen Rohdaten entsteht ein sogenannter „goldener“ CIP, der zukünftig als Vergleichswert dient.

Heftausgabe: November 2017
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