Markt

Studie: Lebensmittelbranche führt bei Nachhaltigkeit

25.10.2013 Die führenden Unternehmen der Lebensmittelbranche, die im Rahmen der Studie „Tomorrow's Value Rating 2013“ (TVR) von Two Tomorrows, einem Tochterunternehmen der DNV GL-Gruppe, berücksichtigt wurden, erkennen klar die Vorteile eines nachhaltigen Geschäftsmodells. Dabei führt Unilever vor Nestlé, Coca-Cola, Pepsico und Femsa (Mexico).

Anzeige
Studie: Lebensmittelbranche führt bei Nachhaltigkeit

Die führenden Großunternehmen der Lebensmittelindustrie in Sachen Nachhaltigkeit laut der Studie „Tomorrow’s Value Rating 2013“ von Two Tomorrows (Bild: Two Tomorrows)

Die Studie wurde durch Two Tomorrows, ein international führendes, auf Nachhaltigkeitsmanagement spezialisiertes Beratungsunternehmen und Teil der DNV GL-Gruppe, veröffentlicht und untersucht die Nachhaltigkeitsprogramme von 50 Unternehmen aus dem Dow Jones Sustainability Index (DJSI), die sich auf die Branchen Automotive, Energie, Lebensmittelsicherheit, Informationssicherheit sowie Öl und Gas aufteilen. Im Rahmen einer intensiven Analyse der Nachhaltigkeitspraktiken und -leistungen dieser Unternehmen werden die folgenden fünf Gebiete bewertet: Strategie, Führung, Innovation, Engagement und Wertschöpfungskette.

Die TVR-Studie belegt nachweislich, dass führende Akteure des Lebensmittelsektors, wie Unilever oder Nestlé, nicht nur daran arbeiten Risiken, die beispielsweise mit extremer Witterung, Ernährung, Rohstoffpreisen oder der Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette zusammenhängen, zu minimieren. Sie wollen weitaus mehr als nur Compliance und suchen daher nach Partnerschaften und Möglichkeiten, die es ihnen erlauben, in turbulenten Zeiten sogar zu gedeihen und weiter zu wachsen.

„Sie übernehmen Verantwortung für ihren Einfluss den sie sowohl entlang ihrer Lieferkette als auch auf dem Markt haben“, erklärt Louise Ayling, Beraterin bei Two Tomorrows. „Sie arbeiten spürbar daran, kleinere Lieferanten zu stärken und langfristige Verbesserungen in der Landwirtschaft zu fördern. Darüber hinaus rufen sie Initiativen wie alternative Verpackungen oder Konsumentenerziehung ins Leben.“ Ayling fährt fort: „Die größten Fortschritte werden Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit nur durch die Kombination aus solider Führung, Transparenz und Offenheit bezüglich schwieriger Themen machen. Gleichzeitig wird es dieser Weg den Unternehmen ermöglichen, das Vertrauen ihrer Interessengruppen zu gewinnen und ihre positive Reputation zu stärken.“

Die wesentlichen Ergebnisse im Überblick
Der durchschnittliche TVR-Wert für die Lebensmittelindustrie, der alle bewerteten Unternehmen beinhaltet und den Erfüllungsgrad der bewerteten Aspekte abbildet, liegt bei 65 %.
Unilever ist mit 91 % der Spitzenreiter des Sektors und der gesamten TVR-Studie 2013.
Eine effektive Unternehmensführung und Innovationsgeist treiben die führenden Unternehmen voran, wobei ihr Fokus auf dem Bereich Nachhaltigkeit in der Lieferkette liegt.
Das im Rahmen der Studie am schwächsten bewertete Unternehmen hat einen TVR-Wert von 31 % erreicht.

Eines der wesentlichen Ergebnisse der TVR-Studie ist, dass die zwei führenden Unternehmen, Unilever und Nestlé, das Thema Nachhaltigkeit offensichtlich erfolgreich in ihrer Unternehmensstrategie verankert haben. Beide Unternehmen behaupten bereits seit einigen Jahren, dass Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle in ihren Unternehmensstrategien spielt und können nun anhand von handfesten Ergebnissen den Beweis dafür antreten, dass Nachhaltigkeit ihr Wachstum fördert und sie gleichzeitig dabei unterstützt, soziale und umweltbezogene Problemstellungen in ihren Wertschöpfungsketten und ihren Märkten zu lokalisieren und zu steuern. Dieser Nachweis ist charakteristisch für Unternehmen, die darauf vorbereitet sind, einer sich verändernden Welt zu begegnen. Auch wenn sie erkennen, dass sie sich gerade am Anfang einer Reise befinden, sind Unternehmen wie Unilever, Nestlé, Pepsico und Coca-Cola gemäß ihrem Abschneiden in der diesjährigen TVR-Studie auf dem richtigen Weg.

Der Unilever-Plan als Erfolgsfaktor
Der Sustainable Living Plan von Unilever ist ein auf 10 Jahre ausgelegter Nachhaltigkeitsplan und gibt zusammen mit der Kompass-Strategie des Unternehmens ein klares und ambitioniertes Ziel für nachhaltiges Wachstum vor: Die Größe des Unternehmens soll verdoppelt werden, während der ökologische Fußabdruck reduziert und der positive Einfluss im Bereich sozialer Belange gesteigert werden soll. Den kontinuierlichen Fortschritt bei der Ausführung des Plans demonstriert das Unternehmen durch steigende jährliche Umsatzzahlen sowie eine positive Bilanz bei der Erfüllung der sozial- und umweltbezogenen Ziele.

Gail Klintworth, Senior Vice President of Sustainability, Unilever, fasst zusammen: „Wir waren uns immer darüber im Klaren, dass es im ersten Jahr des Unilever Sustainability Living Plan darum gehen wird, die „Low Hanging Fruits“ zu ernten. Jetzt befinden wir uns im dritten Jahr des Plans und sehen uns vor größeren Herausforderungen. Wir haben gute Fortschritte in Bereichen gemacht, die wir selbst kontrollieren können – so zum Beispiel bei der Reduzierung von Treibhausgasen in der Herstellung. Bereiche, die außerhalb unseres direkten Einflusses und entlang der Wert-schöpfungskette platziert sind, wie zum Beispiel die Befähigung von Konsumenten weniger Wasser und Energie im eigenen Heim zu verbrauchen, sind viel schwieriger zu erfüllen. Dabei sind dies die entscheidenden Aspekte, denn 68 % unserer Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette werden durch Konsumentenverhalten verursacht.“

Laut der TVR-Studie sind dieser Ansatz sowie die bisher sehr starken Ergebnisse des Unternehmens der Grund dafür, dass Unilever im Vergleich zu anderen Unternehmen des Lebensmittelsektors an der Spitze steht. Das Prinzip der gemeinsamen Wertschöpfung bei Nestlé verfolgt hier einen ähnlichen Ansatz. Das größte Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Unternehmen liegt jedoch in der größeren Klarheit von Unilevers Zielen sowie in der Art und Weise wie das Unternehmen die Erfüllung dieser Ziele misst.

Innovation als fester Bestandteil von Nachhaltigkeitsprogrammen
Louise Ayling fährt fort: „Innovation ist ein beliebtes Thema in erfolgreichen Nachhaltigkeitsprogrammen. Unternehmen müssen sich kontinuierlich einer dynamischen Risikolandschaft anpassen und neuen Herausforderungen begegnen, während sie gleichzeitig angehalten sind neue Geschäftsmöglichkeiten zu generieren. Die laut der TVR-Studie führenden Unternehmen der Lebensmittelbranche investieren viel Zeit und Ressourcen in Innovation – dabei setzen sie auf spezialisierte Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die Zusammenarbeit mit externen Partnern sowie eine effektive Einbindung ihrer Interessengruppen.“

„Die Fokusbereiche variieren dabei zwischen Innovationen rund um umweltfreundliche Verpackungen, Durchbrüchen im Bereich der Ernährung, biomedizinischer Forschung und einer nachhaltigen Praxis im Bereich Nachhaltigkeit“, so Louise Ayling. „Innovation ist zum einen von großem Vorteil für Konsumenten, Umwelt und Gesellschaft. Zum anderen unterstützt sie Unternehmen dabei, ihr Produktportfolio zu verbessern, in neue Märkte einzutreten, als Meinungsführer wahrgenommen zu werden, die Kundenbindung zu erhöhen und den Bekanntheitsgrad der eigenen Marke zu steigern.“

Darüber hinaus hat die TVR-Studie folgende Themen identifiziert, die in zukünftigen Nachhaltigkeitsstrategien des Lebensmittelsektors eine gravierende Rolle spielen werden: Integrität der Lieferkette, Menschenrechte, Bodenrechte für Landwirte, Gesundheit und Ernährung sowie fünftens Wasser.

Über die Studie „Tomorrow‘s Value Rating“
Die TVR-Studie untersucht die Nachhaltigkeitsprogramme von 50 Unternehmen, die im Dow Jones Sustainability Index (DJSI) des Jahres 2012 gelistet sind. Sie stellt die Frage „Sind Unternehmen des Dow Jones Sustainability Index (DJSI) in der Lage, in Bezug auf Nachhaltigkeit eine führende Rolle zu erlangen und die nachhaltigen Werte auch zukünftig zu treiben?“

Um diese Frage beantworten zu können, bewertet die Studie, in welchem Ausmaß Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsmodel und ihrer Strategie verankert haben, wie gut sie die Erwartungen ihrer Interessengruppen einbinden und steuern und wie gut sie Nachhaltigkeitsrisiken dafür nutzen, Innovation entlang ihrer Wertschöpfungskette zu treiben. Dabei werden 10 Unternehmen aus jedem der folgenden Branchen näher zu betrachten: Automotive, Energie, Food & Beverage, ICT sowie Öl und Gas. Aus jeder Branche wurden der DJSI Supersector Leader sowie neun weitere im DJSI gelistete Unternehmen mit dem größten Umsatz im Jahr 2012 berücksichtigt.

Die Hauptzusammenfassung der TVR-Studie wird durch fünf weitere branchenspezifische Zusammenfassungen ergänzt, die einen tieferen Einblick in die jeweiligen Branche gewähren und Empfehlungen aussprechen, wie jede Branche etwaige Hürden bei der Vermittlung zukünftiger Werte im Bereich der Nachhaltigkeit überwinden kann.

(dw)

Anzeige
Loader-Icon