Verpackungs- und Prozesstechnik

Syntegon vermeldet stabiles Geschäft und stärkt Service

08.05.2020 Trotz Brancheneintrübungen im Maschinenbau hat sich das Geschäft des Prozess- und Verpackungstechnikspezialisten Syntegon, ehemals Bosch Packaging, 2019 stabil entwickelt. Für 2020 und die Corona-Krise will man vor allem die Service-Aktivitäten stärken.

Dr. Michael Grosse sieht sein Unternehmen

Dr. Michael Grosse sieht sein Unternehmen „in der Verantwortung, die Pharma- und
Nahrungsmittelindustrie mit unseren Technologien zu unterstützen und als Service-
Partner an der Seite unserer Kunden zu stehen – gerade dann, wenn es schwierig
wird.“ (Bilder: Syntegon)

Der frisch gebackene Syntegon-Chef Dr. Michael Grosse konnte für 2019 einen Jahresumsatz von 1,33 Mrd. Euro (2018: 1,28 Mrd. Euro) vermelden. Der Umsatz verteilt sich dabei etwa jeweils zur Hälfte auf die beiden Produktbereiche Pharma und Food. Vor allem in Nordamerika und China verzeichnete der Maschinenbauer ein deutliches Umsatzwachstum im Bereich Pharma. Auch im Bereich Food ist das Unternehmen in diesen Regionen sowie in Europa signifikant gewachsen. Insgesamt verteilt sich der Umsatz zu etwa gleichen Teilen auf die Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien, wobei Europa den größten Absatzmarkt darstellt. Der Auftragseingang im Bereich Food hat sich 2019 sehr positiv entwickelt. Auch im Bereich Pharma lag er auf gewohnt hohem Niveau. Mit dem Verkauf von Bosch zu CVC Capital Partners hat das Unternehmen im Jahr 2019 den Aufbau einer eigenständigen Organisation und die Einführung einer eigenen Marke umgesetzt.

Service ist in der Corona-Krise besonders gefragt

Um der gesteigerten Produktion seiner Kunden in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie im Zuge der Corona-Krise gerecht zu werden, hat Syntegon seine Service-Aktivitäten ausgebaut und neue Wege eingeschlagen. Dazu zählen verstärkte Ersatzteillieferungen und Kundendienste mittels digitalen Services. Schlüsseltermine von Kundenprojekten, wie Modelpräsentationen und Werksabnahmen, führt der Spezialist für Prozess- und Verpackungstechnik auf virtuellem Wege durch. Durch die globale Präsenz mit lokal ansässigen Mitarbeitern kann das Unternehmen nach eigenen Angaben dringende Service-Einsätze auch trotz der aktuellen Reisebeschränkungen in fast allen Fällen abdecken.

Thema Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

Die virtuelle Messe läuft noch bis 13. Mai.

Die virtuelle Messe läuft noch bis 13. Mai.

Da die für Mai geplante größte Branchenmesse Interpack aufgrund der Corona-Krise auf das nächste Jahr verschoben wurde, präsentiert Syntegon seine neueste Prozess- und Verpackungstechnik vom 7. bis zum 13. Mai auf einer virtuellen Messe. Bereits vor dem Start hätten sich etwa 1.000 Interessierte registriert, vermeldete Pharma-Geschäftsführer Uwe Harbauer. Im Lauf der Veranstaltung rechne man mit weiteren Anmeldungen.

Ein besonderer Fokus der Messe liegt dabei auf nachhaltigen und intelligenten Technologien für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie. Das Unternehmen präsentiert unter anderem die neue TPU-Papierformmaschine für faserbasierte Primärverpackungen, welche die bislang in Kunststoff verpackten Einweg- und Portionspackungen ersetzen sollen, sowie ein Nachrüstset für horizontale Schlauchbeutelmaschinen. Im Bereich flüssige Pharmazeutika stell Syntegon eine individuell konfigurierbare, modulare Maschinenkonzept zur Verarbeitung kleiner und mittlerer Chargen vor. Auch seine neue Sepion-Coater-Baureihe zur Beschichtung von Tabletten präsentiert der Maschinenbauer zum ersten Mal.

Neues Produktdesign eingeführt

Wichtiges Merkmal des neuen Produktdesigns ist eine weiß hervorgehobene Interaktionszone – wie hier bei der TPU-Papierformmaschine.

Wichtiges Merkmal des neuen Produktdesigns ist eine weiß hervorgehobene
Interaktionszone – wie hier bei der TPU-Papierformmaschine.

Nach der Einführung der Unternehmensmarke Syntegon zu Beginn des Jahres stellt das Unternehmen im Rahmen der Veranstaltung erstmals auch sein neues Produktdesign vor. Wichtiges Merkmal sei dabei die weiß hervorgehobene Interaktionszone. Sie soll eine klare Benutzerführung und eine insgesamt einfache Bedienbarkeit der Maschine schaffen. Bestandteile sind das optimierte Human-Maschine-Interface (HMI) und eine Statusanzeige. In Zukunft soll die Integration weiterer Bestandteile möglich sein, wie zum Beispiel eine kabellose Ladestation für Tablets, mit denen Augmented-Reality-Serviceprogramme durchgeführt werden können. Das neue Design sei zudem einfacher zu reinigen, was die Hygiene weiter verbessere. Alle  neuen Maschinenplattformen sollen zukünftig in diesem Design fortgeführt werden. (jg)

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