Interview mit Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer Infraserv Höchst

Technik-Service vom Standortbetreiber

26.01.2018 Der Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst hat ein neues Unternehmen gegründet, das seit Januar 2018 auch für die Pharmaproduzenten am Standort Frankfurt Höchst technische Services anbietet.

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Der Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst hat ein neues Unternehmen gegründet, das seit Januar 2018 auch für die Pharmaproduzenten am Standort Frankfurt Höchst technische Services anbietet.

 

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Dr. Joachim Kreysing ist Geschäftsführer von Infraserv Höchst
Die Kombination aus eigenem Know-how aus der Verantwortung als Betreiber und dem Dienstleistungsangebot unterscheidet uns von reinen Industriedienstleistern.

Über die Hintergründe sprachen wir mit dem Infraserv-Geschäftsführer, Dr. Joachim Kreysing.

P+F: 2005 hatte sich Infraserv Höchst von der damaligen Infraserv Höchst Technik getrennt, nun wollen Sie dieses Geschäft wieder betreiben – was sind die Hintergründe für diese Entscheidung?
Kreysing: Wir haben uns überlegt, wie wir unsere Leistungen strategisch sinnvoll ergänzen können – und da sind technische Services für einen Standortbetreiber naheliegend. 2005 wurde die Entscheidung getroffen, diese Aktivität zu verkaufen – unter den damaligen Rahmenbedingungen war das absolut nachvollziehbar. Heute haben wir andere Rahmenbedingungen. Gemeinsam mit unseren Gesellschaftern sind wir zur Überzeugung gelangt, dass ein neuer Einstieg in technische Services sinnvoll ist. Außerdem verfügen wir für unsere eigenen Anlagen bereits über eine eigene Instandhaltung. Diese wollen wir durch die neue Tochtergesellschaft Infraserv Höchst Prozesstechnik ergänzen.

P+F: Welche technischen Dienstleistungen wollen Sie künftig anbieten?
Kreysing: Generell geht es um Aktivitäten, die für die Stabilität und die Versorgung eines Standorts von strategischer Bedeutung sind, und für die das Angebot am Markt gering ist. Zunächst wollen wir uns auf technische Services für Rotating Equipment sowie Prozessanalysentechnik – PAT – konzentrieren, später sollen auch andere Themen hinzukommen.

P+F: Welche strategische Bedeutung hat das Angebot technischer Dienstleistungen für einen Industriepark?
Kreysing: Diese Services sind für die Betreiber von Chemie- und Pharmaanlagen sehr wichtig. Wenn die Experten in Rente gehen, dann geht Know-how verloren. Mit unserer neuen Aktivität wollen wir sicherstellen, dass dieses am Standort erhalten bleibt.

P+F: In der Vergangenheit haben Anlagenbetreiber betriebsnahe Instandhaltungsdienstleistungen an Dienstleister ausgelagert. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Kreysing: Bei der Auslagerung von Instandhaltungsdienstleistungen kommt es darauf an, passgenaue Konzepte zu entwickeln und zu vereinbaren, bei denen Betreiber und Dienstleister gleichgerichtete Ziele haben müssen. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Vergabekompetenz beim Betreiber erhalten bleibt. Nur wenn der Kunde die Leistungen selbst beurteilen kann, ist er auch offen für Vorschläge zur Optimierung. Bei strategisch wichtigen Dienstleistungen gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder selbst die Kapazitäten dafür vorhalten, oder diese in die Hände eines absolut zuverlässigen Partners geben. Als Industriepark-Betreiber sind wir hier in einer besonderen Rolle, weil wir über den Standortbetrieb eine sehr langfristige Perspektive haben und sowohl Anlagenbetreiber als auch Dienstleister sind.

Heftausgabe: Februar 2018
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Armin Scheuermann, Chefredakteur von Pharma+Food

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