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Automatische Absaugung von feinsten Stäuben, die in einer Tablettenpresse in der Pharmaproduktion entstehen. (Bild: Alfred Kärcher)

  • Um Mitarbeiter und Produkte zu schützen, sind in Pharmaprozessen leistungsstarke, auf die jeweilige Produktionsanlage zugeschnittene Absaugungssysteme gefragt.
  • Für den ukrainischen Pharma-Hersteller Farmak hat Absaugungsspezialist Ringler eine Anlage entwickelt, die auf das Auf- und Absaugen großer Mengen feinsten Tablettenstaubs an vielen Saugpunkten ausgelegt ist.
  • Fixe Saugpunkte sind mit dem System verbunden, so dass Mitarbeiter lediglich einen Schlauch anstecken müssen.

Prozesssicherheit spielt in der Pharmaindustrie eine besonders große Rolle, da nur so folgenschwere Fehler vermieden und höchste Produktqualität gewährleistet werden können. Leistungsstarke, auf die jeweilige Produktionsanlage zugeschnittene Absaugungssysteme sind dabei ein wesentlicher Faktor. Wird beispielsweise von Wirkstoff A auf eine neue Charge für Wirkstoff B umgestellt, darf nicht einmal feinster Staub des vorangegangenen Wirkstoffs in den Produktionsprozess des nachfolgenden gelangen. Die Absaugung verhindert mögliche Kreuzkontaminationen zuverlässig und prozessintegriert.

Ein weiterer, maßgeblicher Fokus liegt auf dem Mitarbeiterschutz – je nachdem, wie gefährlich die verwendeten Substanzen sind, muss die Absaugung entsprechend konzipiert werden. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass Mitarbeiter nicht mit dem Sauggut in Berührung kommen. Das Entleeren des Sammelbehälters oder der Filterwechsel dürfen daher keinerlei Kontaminationsgefahr bergen, und/oder das geschulte Fachpersonal muss passende Schutzausrüstung tragen.

Eine individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Absaugungsanlage spielt auch in der wirtschaftlichen Betrachtung der Produktion eine wichtige Rolle. Automatisierte wie manuelle Lösungen sollten bestmöglich in die Produktionsabläufe integriert sein, um zeitsparendes, effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Außerdem lagert sich in Gelenken oder Achsen der Maschinen deutlich weniger Staub ab. Daraus resultieren ein geringerer Verschleiß, weniger ungeplante Ausfallzeiten sowie längere Intervalle für geplante Wartungsarbeiten. Der Produktionsprozess muss entsprechend seltener unterbrochen werden, was einen höheren Output erbringt.

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Entstaubungsanlage mit Zyklon-Vorabscheider. Er erzielt einen hohen Abscheideeffekt und erfüllt die Anforderungen der Pharmaindustrie. (Bild: Alfred Kärcher)

Anlagenkonzept am Praxisbeispiel: von den Anforderungen zur Lösung

Auch in der Pharmaindustrie variieren die Anforderungen letzten Endes von Fall zu Fall. Für den ukrainischen Pharma-Hersteller Farmak hat Absaugungsspezialist Ringler eine Anlage entwickelt, die auf das Auf- und Absaugen großer Mengen feinsten Tablettenstaubs an vielen Saugpunkten in weitverzweigten Produktionsräumen ausgelegt ist.

Das vollautomatische System besteht aus 145 Metern Rohrleitungen aus rostfreiem, hygienischem Edelstahl, die mit einer zentralen Abnahmestelle zur manuellen Entleerung des Saugguts verbunden sind. Angetrieben wird das System von maximal acht 3 kW-Turbinen, deren hohe Leistung bis zu sieben der insgesamt 14 Saugpunkte parallel antreibt. Sind weniger Saugpunkte aktiv, wird die Turbinenleistung automatisch reduziert.

Beim manuellen Aufsaugen ist die stationäre Anlage besonders gut zu handhaben: Fixe Saugpunkte sind mit dem System verbunden, so dass der Mitarbeiter lediglich den Schlauch anstecken muss. Eine manuelle Einzelentleerung von Saugbehältern entfällt, da das Sauggut direkt in die zentrale Abnahmestelle verbracht wird.

Die Saugpunkte werden per Verschlussschieber geöffnet und sind sensorgesteuert; somit ist sichergestellt, dass nie mehr als sieben Saugpunkte aktiv sind. Eine Überwachungseinheit kontrolliert den Luftvolumenstrom über Differenzdruckschalter, so dass jederzeit sichergestellt ist, dass die Absaugung funktioniert und Fehler sofort gemeldet werden. Die Filterabreinigung läuft ebenfalls automatisiert während des Betriebs sowie nach dem Ausschalten der Produktionsanlage.

 

Stellt der Anbieter die richtigen Fragen?

Bei der Auswahl einer Absaugungsanlage gibt es seitens der Anwender einige wichtige Aspekte zu beachten. Ob der Anbieter ausreichend Know-how in der Prozessinte-gration hat, zeigt sich unter anderem daran, welche Fragen der Hersteller vor Installation einer Entstaubungsanlage stellt. Dazu sollten zum Beispiel zählen:

  • Wie sieht die Anwendung genau aus?
  • Woraus besteht der Staub und in welchen Mengen fällt dieser an?
  • Welche Prozesse sind vor-/nachgelagert?
  • Welche Probleme liegen aktuell vor?
  • Welche Umgebungsbedingungen herrschen, auch mit Blick auf Explosionsschutz?
  • Wie schwerwiegend ist ein Ausfall der Anlage, wie hoch müssen die Sicherheitsmaßnahmen angesetzt werden?

Auf Grundlage eines solchen Erstgesprächs sollte ein Hersteller bereits eine grobe Konzeptidee entwickeln können, die auch einen Einblick in das Kosten-Nutzen-Verhältnis ermöglicht. Danach folgt im Regelfall die konkrete Ausarbeitung für ein maßgeschneidertes System. Wenn Prozesssicherheit wichtig ist, sollten zudem intelligente Monitoring-Lösungen eingeplant werden, die beispielsweise den Filterzustand, den Luftdruck oder die Strömungsgeschwindigkeit überwachen, um eine gleichbleibende Leistung der Anlage zu garantieren.

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