Plattenfroster für das Schockgefrieren sensibler Produkte
| von Renate Gratwohl, freie Journalistin für L&R
  • Ein Pharma-Hersteller beauftrage das Unternehmen mit dem Bau einer Anlage zum Kühlen von empfindlichem Blutplasma.
  • Daraufhin entwickelten die Ingenieure einen Plattenfroster, der das Kühlgut schonend aber schnell auf die geforderten -30 °C herunter gekühlt.
  • Inzwischen wurde bereits der zweite Plattenfroster projektiert und gebaut - aus einer Einzelanfertigung wurde ein (Klein-)Serienprodukt

L&R entwickelte daraufhin einen Plattenfroster, der nach dem Prinzip der Kontaktkühlung arbeitet und die Kälte schnell ins Produkt einbringt. Die Ingenieure des Kältetechnikers stellten schnell fest, dass diese Aufgabe mit der konventionellen Methode – Kühlung durch ein Umströmen mit tiefkalter Luft – nicht zu lösen ist. Deshalb entschieden sie sich für das Prinzip der Kontaktkühlung und entwickelten eine komplett aus Edelstahl gefertigte Anlage mit zwei Kühlzellen, in denen je sieben Kontaktplatten übereinander angeordnet sind. Das Kältemittel durchströmt dabei die Platten. Ist die Kühlzelle vollständig beladen, fährt ein Zylinder so weit aus, dass die Beutel mit kontrolliertem Druck gegen die Kontaktplatten angelegt werden. Auf diese Weise erfolgt die Kälteübertragung deutlich wirksamer und somit schneller – so schnell, dass man vom „Schockgefrieren“ sprechen kann.

Vom Einzelstück zur Kleinserie
Die Anlage ist mittlerweile in Betrieb, und kurz darauf erhielt der Maschinenbauer bereits eine Anfrage eines anderen Herstellers von Pharmazeutika für eine ähnliche Aufgabenstellung: Der zweite Plattenfroster kühlt die Produkte sogar auf eine noch tiefere Kerntemperatur von -65 °C herab. Hier ist die Kälte- und Steuerungstechnik dezentral angeordnet, während beim ersten Gerät alle Funktionen und Baugruppen in einem kompakten Gehäuse integriert sind. Damit ist der Anlagentyp in das Programm des Unternehmens aufgenommen. Genau wie die konventionellen, nach dem Prinzip der Luftkühlung arbeitenden Kälteanlagen, projektiert der Hersteller die Plattenfroster individuell für die jeweiligen Anforderungen.

Reinigen und Bedienen
Dabei ist es möglich – wie bei den bisher gefertigten Anlagen – die Anforderungen der Reinraumtechnik (Reinraumklasse D) und das Regelwerk der „Good Manufacturing Practice“ (GMP) mit der pharmaindustrieüblichen DQ-, IQ- und OQ- Dokumentation zu berücksichtigen. Außerdem sind die Anlagen so konzipiert, dass der Anwender sie einfach, gründlich und rückstandsfrei reinigen kann. Die Plattenfroster bedient das Personal über ein Touchpanel, das das komfortable Parametrieren von Steuerungsfunktionen ermöglicht. Die Visualisierung des integrierten Messdatenschreibers schafft zusätzliche Transparenz. Und da sowohl der Schaltschrankbau als auch die SPS-Programmierung im eigenen Hause erfolgt, ist es möglich die Plattenfroster auch auf der steuerungstechnischen Ebene an den individuellen Prozess anzupassen.

 

Hier finden Sie einen Link zum Hersteller.

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