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VFA: Deutschland kein Wachstumsmarkt für Biopharmazeutika

30.04.2012 Im Jahr 2011 stagnierten die Umsätze mit Biopharmazeutika - also gentechnisch hergestellter Medikamente - in Deutschland bei rund 5,4 Mrd. Euro, meldet die Interessengruppe Biotechnologie im VFA, Berlin. Wachstum gab es lediglich bei Mitteln gegen immunologische Krankheiten, in den anderen großen Anwendungsgebieten sank der Umsatz.

VFA: Deutschland kein Wachstumsmarkt für Biopharmazeutika

In Deutschland stagnierte 2011 der Umsatz mit Biopharmazeutika bei 5,4 Mrd. Euro (Bild: VFA Bio)

„Damit war Deutschland 2011 für Biopharmazeutika kein Wachstumsmarkt mehr“, erläuterte Dr. Frank Mathias, Vorsitzender der Interessengruppe Biotechnologie im Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA Bio) und CEO der MediGene in Martinsried, bei der Vorstellung des Branchen-Jahresreports ‚Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2012‘. Mathias weiter: „Ursächlich hierfür sind insbesondere politische Markteingriffe. Das ist ein Alarmzeichen, denn die medizinische Biotechnologie braucht das finanzielle Engagement wie auch das Know-How der Wirtschaft. Die jedoch wird ihre Investitionen umsteuern, wenn die Politik Wachstum in Deutschland quasi verhindert.“ Der Report wurde von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) für den Industrieverband erstellt.

Trotz der ungünstigen Marktentwicklung wurde die Mitarbeiterzahl gehalten. „Mit weiterhin über 35.000 hoch qualifizierten Mitarbeitern und immer mehr Projekten in den letzten Phasen der klinischen Entwicklung hat die Branche eigentlich weiterhin großes Potenzial“, sagte Mathias. „Ich befürchte jedoch, dass es weder bei den Investitionen noch bei der Beschäftigung beim jetzigen Niveau bleiben wird. Denn weitere politische Markteingriffe – wie der neue Modus zur Festlegung der Erstattungsbeträge für neue Medikamente – beginnen ja erst jetzt zu wirken. Gleichzeitig erhöhen sich die Kosten für die Arzneimittelentwicklung stetig. Für die Firmen geht also die Schere zwischen Ausgaben einerseits und Einnahmemöglichkeiten andererseits immer weiter auf, und sie werden darauf reagieren müssen.“

Zu besseren Rahmenbedingungen könnten laut VFA Bio folgende Maßnahmen beitragen: die Weiterentwicklung des Verfahrens zur frühen Nutzenbewertung neu eingeführter Medikamente, die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung nach dem Vorbild anderer EU-Staaten und weitere Verbesserungen im Steuerrecht speziell für kleine forschungsintensive Unternehmen.

Die Verbesserungen kämen auch dem Abschluss vieler Entwicklungsprojekte zugute. So hat sich die Zahl laufender Projekte der Firmen für Biopharmazeutika mit neuen Wirkstoffen binnen Jahresfrist von rund 520 auf 550 erhöht (Stand: Ende 2011). Die Zahl der Produkte, die sich in der letzten Phase vor der Zulassung befinden, stieg sogar um gut ein Fünftel an. Die meisten dieser Projekte betreffen Krebspräparate und Impfstoffe. 46 % der Projekte betreten medizinisches Neuland; denn sie betreffen Krankheiten, gegen die es bisher noch überhaupt keine Biopharmazeutika gibt, etwa Alzheimer-Demenz, Arthrose oder Hirnhautentzündung durch B-Meningokokken.

Weblink zum Thema
Eine 19-seitige Präsentation der Ergebnisse der Studie der Boston Consulting Group ‚Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2012‘ finden Sie unter http://www.vfa-bio.de/embed/bcg-report-2012.pdf

(dw)

 

 

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