Quartalszahlen in der Coronakrise

Vorratskäufe auch bei Medikamenten: Novartis steigert Umsatz

28.04.2020 Die Coronakrise hatte im ersten Quartal 2020 keine negativen Auswirkungen auf das Geschäft von Novartis – vielmehr beobachtet der Pharmakonzern auch bei Medikamenten Vorratskäufe. Angesichts steigender Umsätze und Gewinne hat das Unternehmen daher seine Jahresprognose bekräftigt.

Der Nettoumsatz der fortzuführenden Geschäftsbereiche – also etwa ohne die inzwischen abgestoßene Augenheil-Sparte Alcon – stieg laut einer Mitteilung des Konzerns im ersten Quartal 2020 währungsbereinigt um 13 %. Sowohl bei den patentierten Medikamenten als auch im Bereich Generika unter dem Namen Sandoz fielen die Zuwächse zweistellig aus. Zu den größten Wachstumsträgern zählten dabei das Herzmittel Entresto (plus 62 %), die monoklonalen Antikörper Cosentyx (plus 19 %) sowie das Brustkrebs-Medikament Kisqali (+ 82%). Auch Biopharmazeutika wuchsen zeigten mit einem Umsatzanstieg von 31 % auf 450 Mio. US-Dollar starke Wachstumszahlen, insbesondere in Europa.

Vorratskäufe sorgen für Gewinnschub

Diese starken Ergebnisse für Novartis auch auf die Corona-Pandemise zurück. So habe die aktuelle Krise zu verstärkten Vorratskäufen von Kunden, auch auf Patientenebene geführt, da manche Patienten Rezepte für einen längeren Zeitraum einlösten. Unter Ausschluss dieser Effekte schätzt das Unternehmen das Umsatzwachstum auf „nur“ rund 9 %. Auch das Wachstum des operativen Kernergebnis, das organisch bei 34 % liegt, schätzen die Basler unter Berücksichtigung dieser Effekte mit 22 % geringer ein. Diese positiven Effekte auf Ergebnis und Umsatz „dürften sich im restlichen Jahresverlauf voraussichtlich umkehren“, erwartet Novartis.

Nur „minimale“ Auswirkungen auf Lieferketten und Zulassungen

Auf die Lieferketten hat die Coronakrise dagegen keine größeren Auswirkungen: Die erhöhte Nachfrage könne durch entsprechende Maßnahmen gedeckt werden, die Lieferketten seien derzeit nur „minimal beeinträchtigt“  Für den Großteil des Portfolios erwarte man daher „derzeit keine Unterbrechung“. Auch bei klinischen Studien gebe es durch die Corona-Pandemie lediglich überschaubare Unterbrechungen sowie minimale Unterbrechungen bei laufenden Zulassungsanträgen.

Ausblick bekräftigt trotz gescheitertem Verkauf

Daher rechnet Novartis auch weiterhin beim Nettoumsatz für das Gesamtjahr insgesamt mit einem Wachstum im „mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“, trotz eines nur niedrigen einstelligen Wachstums in der Generika-Sparte. Das operative Kernergebnis soll weiterhin vielleicht sogar mit zweistelligen Wachstumsraten steigen. Nachdem der Verkauf des Portfolios der oral verabreichten festen Darreichungsformen und des Dermatologiegeschäfts von Sandoz in den USA an das indische Unternehmen Aurobindo Pharma an den US-Behörden gescheitert ist, rechnet das Unternehmen aber mit einem leicht geringeren Wachstum als noch zuletzt erhofft. (jg)

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