Geschmacks-Mechanismus zum Erkennen von Wasser

Wasser schmeckt sauer

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Schmeckt besser mit Zitrone – aber auch
reines Wasser regt
den Geschmackssinn für Saures an. (Bild: dzha)

Blaues Licht statt Wasser

Den endgültigen Beweis brachten die Wissenschaftler mit einer Technik namens Optogenetik. Damit lassen sich in genmanipulierten Mäusen bestimmte Nervensignale – in diesem Falle saurer Geschmack – mit Lichtpulsen auslösen. Die Forscher entfernten die Trinkflaschen der Versuchstiere mit Flaschen, deren Öffnung blau aufleuchtete, wenn die Tiere sie berührten. Waren die so manipulierten Mäuse durstig, leckten sie an den vermeintlichen Wasserquellen und „tranken“ das blaue Licht. Obwohl sie tatsächlich kein Wasser bekamen, leckten sie weiter an der Lichtquelle, da das Licht das Signal für „Wasser“ auslöste.

Dabei tat sich nun ein Widerspruch auf: Säure ist oft ein unangenehmer Geschmack, der Tiere eher vom Trinken abhält – Mäuse trinken beispielsweise freiwillig keinen Zitronensaft. Die Stimulation der Sauer-Geschmackszellen durch Licht löste jedoch keine solche Abneigung aus. „Das weckt die Frage: Welche Geschmacksinformationen übertragen die Sauer-Zellen wirklich ans Gehirn?“ Möglicherweise, so vermuten die Forscher, lösen die Geschmackszellen nicht die unangenehme Säure aus, sondern stattdessen einen anderen Geschmack – den von Wasser. Als nächstes wollen sie darum untersuchen, wie das Gehirn daraufhin zwischen angenehmer und unangenehmer Säure unterscheidet. [ak]

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Ansgar Kretschmer, Redaktion
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