Roche, Bayer, Merck

Europäische Pharmakonzerne verschieben Preiserhöhungen in den USA

23.07.2018 Die Twitter-Schelte des US-Präsidenten macht Eindruck: Nach Pfizer, Novartis und Merck&Co erklären drei weitere Pharmaunternehmen, ihre Preise in den USA vorerst nicht zu erhöhen. Alle drei Konzerne sind in Europa ansässig.

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Im Laufe der vergangenen Woche meldete der Schweizer Konzern Roche dem US-Gesundheitsministerium, dass zumindest für den Rest des laufenden Jahres keine Preiserhöhungen geplant seien. Dies meldet die Agentur Reuters. Roche will demnach seine Preise basierend auf der Verfügbarkeit für Patienten und seinen Investitionen in Neuentwicklungen festsetzen. Auch zwei deutsche Pharmakonzerne zogen mit Reaktionen auf Trumps Kritik an Preiserhöhungen für Medikamente nach: Sowohl Bayer als auch der deutsche Merck-Konzern wollen die Preise dieses Jahr nicht mehr heraufsetzen.

„Warum nicht mal für längere Zeit?“

Den Anfang gemacht hatte der US-Konzern Pfizer, nachdem US-Präsident Donald Trump geplante Preiserhöhungen per Twitter scharf kritisiert hatte. Daraufhin hatten auch Novartis und Merck&Co zunächst auf Preiserhöhungen verzichtet. Reuters zitiert dazu den Analysten Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank, der den Pharmakonzernen „reine Lippenbekenntnisse vorwarf, die ohnehin nur bis Ende 2018 bestünden und fragte: “Warum nicht mal für längere Zeit, weil man ohnehin zu den profitabelsten Industrien gehört?”.

Der US-Markt ist für die Pharmakonzerne extrem wichtig: Auf dem bislang wenig durch Preisbegrenzungen regulierten Markt erzielen sie rund 40 % ihrer Umsätze. Der Konzern Roche erklärte, für die Preisbildung seien Lösungen notwendig, die langfristig und systemweit die Preise drückten, ohne aber wissenschaftliche Innovationen zu gefährden. (ak)

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