Komplexität nicht unterschätzen

Wie sich Risiken bei der Herstellung eines Reinraumes vermeiden lassen

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25.09.2019 Die Komplexität während der Errichtung eines Reinraumes kann leicht unterschätzt werden. Bei der Planung, Errichtung und Qualifizierung sind eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, um eine passgenaue Lösung und einen effizienten Betrieb zu erreichen.

Entscheider-Facts

  • Die Herstellung eines Reinraumes bietet eine Vielzahl von Fehlerquellen, die Zeit, Geld und Kunden kosten können.
  • Die Umsetzung erfordert jeweils branchenspezifische Kenntnisse und endet bei Weitem nicht mit der Qualifizierung.
  • Bereits bei der Planung sollte auf Flexibilität für notwendige Änderungen der Prozesse oder neue regulatorische Vorgaben geachtet werden.
Labyrinth Eingang - Konzept Karriere, Erfolg oder Aufgabe

Bild: merklicht.de ‒ stock.adobe.com

Das grundlegende Risiko jedes Reinraum-Vorhabens liegt in ungenügender Funktionstüchtigkeit: Der Reinraum erreicht nicht die geforderten Werte und kann somit nicht für die vorgesehenen Aufgaben genutzt werden. Deshalb ist es für den Reinraum-Hersteller unumgänglich, die Prozesse beim Kunden zu analysieren. Nur so lässt sich sicherstellen, alle Kontaminationsquellen zu erkennen und auch in ihrer quantitativen und stofflichen Ausprägung zu erfassen. Das bedeutet zuzuhören, konkret nachzufragen und gemeinsam nach derjenigen Lösung zu suchen, die mit möglichst einfachen Mitteln die geforderten Leistungswerte erbringt. Dabei müssen die branchenspezifischen Anforderungen und die regulatorischen Besonderheiten der jeweiligen Anwendung beachtet werden.

Das Kostenrisiko

Jeder Reinraum stellt wegen produkt- und branchenspezifischer Anforderungen, räumlicher Rahmenbedingungen und individueller Prozesse ein Unikat dar. Damit entfallen „Lösungen von der Stange“. Die Projektkosten hängen von der Qualität der Planung und deren Umsetzung ab: Eine schlechte Abstimmung zwischen Architekt, Fachplaner, Prozesstechnik und Reinraum-Hersteller kann richtig ins Geld gehen, denn Nachbesserungen oder nachträgliche An- und Umbauten sind zumeist kompliziert und damit teuer. Deshalb ist die Einbeziehung der Produktionsfachleute zusammen mit dem Reinraum-Team in die Bauplanung unumgänglich. Das hört sich naheliegend an, ist aber bis heute nicht selbstverständlich und muss konkret eingefordert werden. Ein modularer Aufbau von Reinräumen nach Rastermaßen, hilft nicht nur, die Kosten zu begrenzen, sondern legt auch das Fundament für die notwendige Flexibilität.

Heftausgabe: Oktober 2019
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Über den Autor

Markus Huber, Vertriebsleiter bc-technology
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