Rein allein ist nicht genug

Aufrüsten der Reinwassersysteme im Pharmabetrieb

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07.09.2018 Ein höherer Automatisierungsgrad vieler Reinigungsschritte in der Produktion sowie anhaltend steigende Produktionszahlen können den Wasserverbrauch in die Höhe treiben.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Wegen anhaltender Produktionssteigerung benötigte ein Pharmaunternehmen höhere Kapazitäten an Wasser für Injektionszwecke sowie Reinwasser.
  • Der Betreiber beschloss, seine bestehenden Anlagen auszutauschen beziehungsweise aufzurüsten. Herausforderungen dabei waren begrenzte Standfläche und ein enger Zeitrahmen.
  • Die aufgerüstete Lösung liefert 900 l/h WFI und 1.500 l/h PW. Sorgfältige Projektplanung und enge Kooperation aller Beteiligten ermöglichten den Umbau mit minimalen Stillstandszeiten.
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Mit steigendem Wasserbedarf musste der Arzneimittelhersteller Ferring seine Versorgung mit Reinwasser aufrüsten.
(Bilder: BWT)

Dies zwang den Arzneimittelhersteller Ferring Pharmaceuticals Mitte 2014 zu einer Kapazitätserweiterung an den Reinstmediensystemen für die Herstellung von Wasser für Injektionszwecke (WFI) und Purified Water (PW). Aber nicht nur die höhere Kapazität war ein Grund, sich von der alten WFI-Anlage zu trennen. Diese stammte bereits aus dem Jahr 1999 und war damit einfach nicht mehr auf dem aktuellen technischen Stand. Das Unternehmen arbeitete bei der Aufrüstung mit dem langjährigen Partner und Reinstwasser-Spezialisten BWT Pharma & Biotech zusammen.

Konkret ging es um den Austausch einer WFI-Erzeugung durch einen BWT Multitron MT 1300-4 LC mit einer Kapazität von 900 l/h WFI bei 8 bar Heizdampfdruck. Dieses System ist eine Multieffekt-Destillationsanlage mit hoher Energieeffizienz, die aus mehreren Kolonnen besteht. Ein kompaktes Design und hohe Zuverlässigkeit machen diese Anlage zu einer wartungsarmen und leicht bedienbaren Lösung zur Herstellung von Wasser in WFI-Qualität.

50 % mehr Reinwasser

Außerdem wurde die bestehende Osmotron-Anlage zur Herstellung von PW umgebaut: Die Leistung wurde um 50 % von 1.000 l/h auf 1.500 l/h erweitert. Dazu waren folgende Hauptkomponenten nötig: Zum einen ein zusätzliches Umkehrosmose-Druckrohr (RO), zum anderen ein weiteres Septron-EDI-Modul. In beiden Fällen handelt es sich um Standardkomponenten des Herstellers. Die Möglichkeit zur Erweiterung lässt sich bei diesem Anlagenmodell durch ein intelligentes Konzept von Beginn an einplanen und ist in einem gewissen Rahmen einfach und wirtschaftlich möglich. Die Grenzen setzt die Physik, weil die im gesamten System sorgfältig geplanten Rohrleitungen mit ihren Durchmessern auf gewisse hydraulische Anforderungen ausgelegt sind.

Die gesamte Projektabwicklung, inklusive Planung, Koordination und Überwachung verwirklichte ein erfahrenes Team aus Vertretern des Betreibers und des Systemanbieters. Gemeinsam wurden kompetente Lösungen für alle vor und während der Umbauphase auftretenden Herausforderungen gefunden. Die Verrohrung vor Ort wurde durch eine Drittfirma durchgeführt.

Eine bedeutsame Aufgabenstellung war dabei von Anfang an der vorhandene Platz zum Einbringen des neuen WFI-Systems. Die mögliche Standfläche war sehr begrenzt und fest vorgegeben. Auch die Möglichkeit, die Reinstmedienerzeugung in einen anderen Raum zu verlegen, wurde von Anfang an ausgeschlossen. Wichtig war auch die logisch richtige Positionierung der Anlage im Raum. Der zuständige Projektleiter des Anlagenbauers besichtigte den vorgegebenen Platz vorab gemeinsam mit dem Betreiber und der beauftragten Fachfirma für Rohrleitungsmontage und Mediensysteme.

Heftausgabe: September 2018
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Über den Autor

Ruben Peußer, Marketing & Communication Manager, BWT Pharma & Biotech
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