Rohre nordroden –  Adobe Stock

Rohleitungsbau für Impfstoffanlagen unter Zeitdruck ist eine Herausforderung (Symbolbild). Bild: nordroden – Adobe Stock

| von Katarina Percic, Marketing & Corporate Communication, Zaunergroup

Entscheider-Facts

  • Der Wettlauf um die Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen erzeugt großen Zeitdruck auf die Impfstoffhersteller, vertraglich zugesicherte Mengen produzieren und ausliefern zu können.
  • Im vorgestellten Projekt war es möglich, innerhalb kurzer Zeit Produktionsanlagen zur Covid-19-Impfstoffherstellung zu errichten und in Betrieb zu nehmen.
  • Anlagentechnik und Rohrleitungsbau leisteten einen wesentlichen Beitrag zur zeitgerechten Installation der Produktionsanlagen.

Um den seit Anfang 2021 zugelassenen Covid-19-Impfstoff mRNA-1273 in ausreichenden Mengen produzieren zu können, hat das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Moderna bereits im Mai 2020 eine strategische Kooperation mit dem Schweizer Pharma-Unternehmen Lonza abgeschlossen. Die Produktion des Impfstoffs soll an zwei Standorten in den USA und in der Schweiz erfolgen und zur Deckung des weltweiten Bedarfs insgesamt 1 Milliarde Impfdosen pro Jahr produzieren. Die Produktionskapazitäten am Schweizer Standort in Visp sollen bei 400 Millionen Dosen pro Jahr liegen.

Im Biotechnologie-Park Ibex von Lonza in Visp entsteht im Gebäude MC1 die Produktionsanlage für den Covid-19-Impfstoff mRNA-1273, welcher anschließend weltweit verkauft werden soll. Die Errichtung der Impfstoff-Produktionsanlagen erfolgt im Rahmen des Projekts Peregrine. Die Arbeitsgemeinschaft AZI der beiden Firmen Zauner Anlagentechnik und Inra Group hat sich daran mit dem Rohrleitungsbau beteiligt. Der Auftrag umfasst die Lieferung und Montage der für die Impfstoffanlage notwendigen Rohrleitungen und Halterungen für Schwarz- und Reinstmedien sowie Unterstützung bei der Inbetriebnahme der Produktionsanlagen.

Rohrleitungsbau unter extremem Zeitdruck

Die Vorgaben waren sehr ambitioniert. Während für die Vorfertigung und Installation vergleichbarer Projektumfänge im Mittel neun Monate veranschlagt werden, waren dafür im Projekt Peregrine drei Monate vorgesehen. Die Errichtung der erforderlichen 10,1 Kilometer an Rohrleitungen war von der Arbeitsgemeinschaft in 13 Wochen von September 2020 bis Dezember 2020 zu bewältigen. Entsprechend außergewöhnlich waren die Rahmenbedingungen und erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung dieses „Lightning-Fast-Track-Projekts“. Ein derartig straffer Zeitplan schlägt sich auf die Herstellung aller Gewerke nieder und erfordert ein Höchstmaß an Abstimmung und Organisation sowie partnerschaftlicher Abwicklung der unterschiedlichen Teilbereiche.

Im September 2020 begann die Beschaffung und Bereitstellung von benötigtem Material und Personal und anschließend umgehend der Vorfertigungsstart. Um die erforderlichen Installationsspitzen von über 1.500 Metern Rohr pro Woche zu realisieren, wurden über 200 Mitarbeiter mobilisiert, welche in einem Drei-Schicht-Betrieb von Montag bis Sonntag arbeiteten und Arbeitsfronten rund um die Uhr abdeckten. Nach erfolgter Inbetriebnahme erster Systeme wurden in ersten Produktionsbereichen bereits Maßnahmen für den Produktionsstart implementiert, und die entsprechenden Zonen erlangten Reinraumstatus. Dadurch kam erschwerend hinzu, dass Finalisierungsarbeiten in diesen Bereichen unter der Einhaltung von Reinraumbedingungen durchzuführen waren.

Die Abbildung zeigt den umgesetzten Fortschritt über die Projektlaufzeit. Aus der dichten Aneinanderreihung der Kurven geht hervor, wie die einzelnen Arbeitsschritte von der Vorfertigung bis zur Dokumentationsübergabe parallel und gleichbleibend zeitnah durchgeführt wurden. Besondere Erwähnung verdient die Installationsleistung, wonach Werte von 1.000 Metern bereits als absolute Topwerte in der Branche gelten und bei diesem Projekt in einem Zeitraum von drei Wochen Fortschrittsspitzen von jeweils mehr als 1.500 Metern realisiert werden.

Moderna-Impfstoff mRNA-1273

Der Covid-19-Impfstoff des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmens Moderna ist seit 6. Januar 2021 in der Europäischen Union zur Vorbeugung der Erkrankung an Covid-19 bedingt zugelassen. Bei diesem Impfstoff mit der Bezeichnung
mRNA-1273 handelt es sich um einen mRNA-basierten Impfstoff, der laut Studienergebnissen eine Wirksamkeit von 94,1% erreicht. Gemäß einem zwischen der Europäischen Kommission und Moderna unterzeichneten Vertrag sollen zwischen dem ersten und vierten Quartal 2021 insgesamt 160 Mio. Impfdosen in die Mitgliedsländer der Europäischen Union geliefert werden. Am 17. Februar 2021 hat die Europäische Kommission einen zweiten Vertrag genehmigt, der den zusätzlichen Kauf von 300 Mio. Dosen, 150 Mio. im Jahr 2021 und eine Kaufoption auf weitere 150 Mio. im Jahr 2022, im Namen aller EU-Mitgliedstaaten vorsieht.

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