Turck realisiert Serialisierungslösung auf Basis von RFID

Für Hersteller
  • Ab 2019 müssen im EU-Raum Medikamentenverpackungen eindeutig identifiziert werden können.
  • Um Seriennummern von Arzneimittelpackungen nicht einzeln sondern kartonweise prüfen zu können, hat Turck ein System entwickelt, das RFID-Tags an der Faltschachtel nutzt.
  • An einem Förderband installiert lässt ich das Serialisierungssystem auch in Lagern zur Inhaltskontrolle nutzen.

Das System basiert auf einer integrierten Etikettiermaschine, die Automatisierungskomponenten des Mülheimer Herstellers nutzt, einer Prüfmaschine (Hanmi Box, Hanmi Turck bulk reading machine), die Arzneimittelschachteln kartonweise prüft sowie einer Datenbank in der Cloud, in der neben Data-Matrix-Codes auch die RFID-Informationen geprüft und abgeglichen werden. „Entscheidender Vorteil gegenüber optischen 2D-Codes ist, dass per RFID bis zu 500 Verpackungen gleichzeitig gelesen werden können“, erklärt Heinz Knabe, Turck-Vertriebsleiter für Südostasien und Indien. Die RFID-Tags werden dabei in der Faltschachtel (Sekundärverpackung), der nachfolgenden Umverpackung sowie in den Transportboxen genutzt. Der Tag beinhaltet die Identifikation der Verpackung, das Verfallsdatum, die Batch-Nummer sowie die Seriennummer.

Die integrierte Etikettiermaschine bringt im Produktionsprozess die RFID-Label-Tags an, überprüft diese und koordiniert die Tags. Gleichzeitig werden 2D-Barcodes aufgedruckt und sowohl RFID- als auch 2D-Etiketten ausgeworfen. Die Überprüfung in der Logistikkette – beispielsweise bei Lagervorgängen – erfolgt in der Hanmi-Box: Ähnlich wie bei einem Security-Scanner am Flughafen lassen sich Kartons mit den Maßen 420x350x390 mm durch die Maschine schieben. Dort erfassen zehn Antennen die in den RFID-Tags der einzelnen Verpackungen gespeicherten Informationen. Die kompakte und leicht zu bewegende Maschine liest gleichzeitig bis zu 500 Tags – der Karton wird dabei automatisch langsam vor und zurückgerollt. An einem Förderband installiert lässt ich das Serialisierungssystem auch in Lagern nutzen. Für diesen Anwendungsfall wurden weitere Lösungen zum Lagermanagement via RFID entwickelt, die beispielsweise auch an Gabelstaplern installiert sein können.

Der koreanische Arzneimittelhersteller Daewon Pharm nutzt bereits sieben integrierte Etikettierer und zehn Prüfmaschinen auf Basis der Technik. Turck sieht zehn weitere Projekte bis 2016 und will das System weltweit – auch in Europa – einführen.

ZUM HINTERGRUND
Falsified Medicines Direcitve der EU

Um die Lieferkette von Medikamenten sicherer zu gestalten, haben zahlreiche Nationen Gesetze beschlossen, in denen ein Herkunftsnachweis für pharmazeutische Produkte gefordert wird. In den USA ebenso wie der Türkei, China, Argentinien und Brasilien sind entsprechende Regelungen entweder bereits in Kraft oder in Vorbereitung. Und auch für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union schreibt die Richtlinie 2011/62/EU („Falsified Medicines Directive“) künftig für fast alle verschreibungspflichtigen Medikamente codierte Verpackungen mit eindeutiger Seriennummer vor: Die EU hat die Rechtsverordnungen zur genauen Ausgestaltung der Richtlinie jüngst erlassen. Nun haben die Pharmahersteller drei Jahre Zeit, die Bestimmungen zu erfüllen.

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