Pilze zerlegen Medikamente

Biologische Abwasser-Aufbereitung

27.04.2019 Xenobiotika – dazu gehören Hormone, Schmerzmittel, Antibiotika, aber auch Röntgenkontrastmittel oder Industrie- und Agrarchemikalien – gelangen über das Abwasser in die Stoffkreisläufe der Natur.

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Metallische Hohlkugel mit Pilzenzymen: Ein blauer Farbstoff macht die Enzymreaktion sichtbar. (Bild: Anett Werner / TU Dresden)

Aktuelle Studien zeigen, dass allein in Deutschland jährlich etwa 300.000 t Mikroschadstoffe in die Wasserkreisläufe gelangen. Einige dieser Stoffe haben schon in sehr geringer Konzentration nachteilige Wirkungen auf unser Ökosystem und stören die Gewinnung von Trinkwasser.

Solche Schadstoffe aus dem Abwasser wieder loszuwerden, ist allerdings leichter gesagt als getan: „Die bestehenden dreistufigen kommunalen Wasser- und Abwasserreinigungsanlagen sind nur teilweise in der Lage, diese Schadstoffe herauszufiltern“, erklärt Dr. Anett Werner von der Technischen Universität Dresden das Problem. „Selbst modernste Anlagen können keine vollständige Reinigung leisten. Manche Mikroschadstoffe wie zum Beispiel Anti-Epileptika können bisher überhaupt nicht rausgefiltert werden. Über das Wasser gelangen sie in die Umwelt und verändern Fische und alle anderen lebenden Organismen.“ Gesetzliche Grenzwerte gibt es bislang nicht, „doch das wird sich ändern müssen“, führt Werner aus. „Dann steht in vielen Klärwerken in Deutschland der Ausbau einer vierten Reinigungsstufe an. In der Schweiz ist das an vielen Stellen schon erfolgt.“

Heftausgabe: Mai 2019
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Über den Autor

Dr. Anett Werner, Projektleiterin, TU Dresden
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