Nicht mehr Kerngeschäft

Bosch plant Abspaltung der Verpackungstechnik

29.06.2018 Der Stuttgarter Bosch-Konzern will seinen Bereich Verpackungstechnik abstoßen. Die Entscheidung sei „nach gründlicher und intensiver Prüfung aller strategischen Optionen“ gefallen. Betroffen sind über 6.000 Beschäftigte.

Anzeige
Rottendorf Pharma setzt Serialisierungsprojekt um

Die Bosch-Gruppe will sich von ihrem Geschäftsbereich Verpackungstechnik trennen. (Bild: Bosch Packaging Technology)

Ziel sei es, dass alle Mitarbeiter und Standorte von einem Erwerber übernommen würden, heißt es in einer Presseerklärung. Im Hinblick der Fokussierung der Bosch-Gruppe auf die erforderliche Transformation, hätten sich – so das Unternehmen – innerhalb von Bosch keine unternehmerisch und technologisch ausreichend relevanten Synergien ergeben – die Verpackungstechnik (PA) gehöre deshalb nicht zum Kerngeschäft des Konzerns. PA ist im Projektgeschäft in spezialisierten Bereichen der Verpackungsindustrie – unter anderem in der Pharmatechnologie – tätig. Weil das Unternehmen in einem mittelständischen Wettbewerbsumfeld agiere, hätten die Wettbewerber Strukturvorteile, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Presseinformation.

Stellenabbau am Standort Waiblingen

Im Bosch-Geschäftsbereich Verpackungstechnik mit einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro (2017) sind weltweit rund 6.100 Mitarbeiter beschäftigt, größter Standort ist Crailsheim (1.100 Mitarbeiter). In einem Bericht des SWR wird Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung zufolge am Standort Waiblingen über den Abbau eines Teils der 900 Stellen verhandelt.

„Diese Entscheidung ermöglicht Bosch, sich stärker auf die Zukunftsthemen wie die Transformation des Konzerns und die Ausrichtung auf die zukünftige Digitalisierung, wie zum Beispiel Internet der Dinge zu konzentrieren sowie vorhandene Ressourcen entsprechend zu bündeln“, erläutert der für den Unternehmensbereich Energie- und Gebäudetechnik sowie Industrietechnik zuständige Hartung.

Der Geschäftsbereich PA hatte in den vergangenen Jahren zum Teil mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Derzeit entwickle sich der Bereich Pharma erfreulich und das Unternehmen erwartet für die kommenden Jahre eine steigende Nachfrage.

(as)

Anzeige
Loader-Icon