Kosmetik von heute braucht neue Maschinen

Entwicklung einer flexiblen Maschinenplattform

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14.09.2020 Häufige Produktlaunches, kleine Losgrößen, plötzliche Nachfrageverschiebungen: Insbesondere in der Kosmetikbranche steigen die Anforderungen an produzierende Unternehmen. Social Media und E-Commerce beschleunigen diesen Trend. Woran Maschinenbauer daher arbeiten müssen, sind flexiblere Maschinenplattformen.

Entscheider-Facts

  • Aktuelle Entwicklungen wie Social Media und E-Commerce verändern die Kundenbedürfnisse in der Kosmetikbranche rasant.
  • Kosmetikhersteller müssen dartauf reagieren – etwa mit sich schnell ändernden Verpackungsdesigns oder individuellen Produktkombinationen.
  • Dies stellt auch Maschinenbauer vor neue Herausforderungen. Der Anbieter Optima entwickelt daher eine flexible Maschinenplattform.
Charming Asian girl recording vlog. Beauty blogger presenting makeup cosmetics in front of camera

Social Media haben heute großen Einfluss auf die Nachfrage nach Kosmetik.
Bild: twinsterphoto – AdobeStock

Social Media und Influencer treiben die Nachfrage nach bestimmten Produkten schlagartig in die Höhe. Außerdem sorgen die Trends dafür, dass sich Produkt- und Verpackungsdesigns schnell ändern müssen und individuelle Produktkombinationen oder sogar wechselnde Kombinationen der Inhaltsstoffe zunehmend gefragt sind. In Asien etwa werden rund
50 % aller Produkte über E-Commerce verkauft. Deshalb muss der Onlinehandel schnell reagieren können – die Time-to-Market ist entscheidend.

Diese Veränderungen stellen produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen. Sie reagierten bisher darauf, indem die Lagerbestände erhöht oder Aufträge nach extern vergeben wurden. Beide Lösungen stellen kein wirkliches Zukunftsmodell dar, da sie mit erhöhten Kosten und Abhängigkeiten verbunden sind.

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Für das Entwicklungsprojekt wurde eigens ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Unternehmensbereichen aufgestellt. Bilder: Optima

Maschinenbauern stellen sich neue Herausforderungen

Damit ändern sich auch die Anforderungen an die Technikanbieter. Der klassische Maschinenbauer hat zwar in manchen Bereichen weiterhin seine Berechtigung, vermehrt wird aber der Solution-Provider gesucht: Ein Lieferant, der den ganzheitlichen Produktionsprozess betrachtet und im ständigen Dialog ein aus Kundensicht zukunftsfähiges Konzept entwickelt. Ein Lösungsanbieter, der den Prozess der Maschinenbedienbarkeit (Maschine führt Mensch) erneuert und bisherige Limitierungen aufbricht, um dadurch die Agilität und schlussendlich die Reaktionsfähigkeit massiv zu verbessern. Es sind flexible Maschinenlösungen gefragt, die schnell auf neue Produkte und Formate umgestellt werden können.

Der Maschinenbauer Optima hat diese Tendenzen aufgenommen und eine detaillierte Marktstudie im Bereich Kosmetik durchgeführt. Es zeigte sich, dass die einzelnen Marktsegmente (Dekorative Kosmetik, Körperpflege, Haarpflege und Duftwasser) ganz unterschiedliche Anforderungen an den Maschinenbauer haben – sowohl leistungstechnisch als auch den Automatisierungsgrad betreffend. Die technischen Aufgabenschwerpunkte wurden aufgrund dieser Anforderungen in einem Lastenheft spezifiziert.

Innovationsprojekt soll Antworten finden

Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen dann ein Innovationsprojekt ins Leben gerufen. Erste Ansätze daraus will man auf der Fachmesse Interpack vorstellen will – nach der Absage 2020 wird diese nun im kommenden Jahr stattfinden. Das Projekt verfolgt das Ziel, ein innovatives und marktgerechtes Produktionssystem zu entwickeln, das die Anwender hinsichtlich einer kurzen Time-to-Market unterstützt. Eine individuell konfigurierbare Modulplattform, die alle Anforderungen – vom Start-up bis zum Weltkonzern – abdecken kann.

Dafür wurde eigens ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Unternehmensbereichen aufgestellt – unter anderem aus Projektierung, Konstruktion, Software, Vertrieb, Marketing, Montage, Service und Projektmanagement. Dieses Team hat räumlich getrennt vom Tagesgeschäft die Anforderungen aus dem Lastenheft in technische Lösungen umgesetzt. Dabei kamen auch Methoden aus dem agilen Projektmanagement zum Einsatz.

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Das Ziel ist ein innovatives und marktgerechtes Produktionssystem, das eine kurze Time-to-Market ermöglicht.

Flexible Maschinenplattform ermöglicht schnelle Reaktion

Es wurde sorgfältig an den Aufgabenschwerpunkten gearbeitet und bereits eine Vielzahl konstruktiver Maßnahmen umgesetzt, die bei den ermittelten Herausforderungen unterstützen. Diese werden auf der Interpack anhand einer flexiblen Maschinenplattform für das Füllen und Verschließen von Kosmetikprodukten vorgestellt. Diese deckt einen großen Leistungsbereich ab und ermöglicht schnelle Reaktionszeiten auf neue Produkte. Dies ist sichergestellt durch einen modularen Aufbau, der zudem kurze Lieferzeiten der Maschine ermöglicht. Die Maschinenplattform wird kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle Marktgegebenheiten angepasst. Auch die 3D-Drucktechnologie rückt immer mehr in den Fokus.

Anwender des neuen Maschinenkonzepts sollen dabei vor allem von einer weiter reduzierten Time-to-Market profitieren. Das gelingt durch Individualität und Flexibilität. Der Vorteil des Konzepts ist, dass viele unterschiedliche Varianten möglich sind – von semi- bis vollautomatisiert. Abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall lassen sich unterschiedliche Module – wie Transportsysteme, Kinematiken oder Füllmodule – einfach in die Maschinenplattform integrieren.

Immer wichtiger wird auch die Unterstützung des Bedienpersonals. Begleitet wird das Maschinenkonzept daher eine Vielzahl digitaler Tools unter dem Stichwort „Maschine führt Mensch“, die bei der Störungsbehebung oder beim Formatwechsel unterstützen. So sind beispielsweise digitale Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den Formatwechsel oder Remote Assistance für das Beheben von Prozessproblemen durch Servicemitarbeiter Bestandteil des Life-Cycle-Management-Programms. Dies ist über alle denkbaren Endgeräte möglich – vom Smartphone über das Tablet bis hin zur Augmented-Reality-Brille.

 

 

 

Heftausgabe: Pharma+Food September 2020
Christoph Held ist Geschäftsführer bei Optima Consumer

Über den Autor

Christoph Held ist Geschäftsführer bei Optima Consumer
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