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Helmholtz-Wissenschaftler warnen vor Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung

02.04.2014 Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass in der Tierhaltung eingesetzte Antibiotika, die über die Gülle in die Böden gelangen, die Zusammensetzung der Bodenbakterien nachteilig beeinflussen. Nützliche Bakterien nehmen ab, dafür nimmt die Zahl potentiell humanpathogener Mikroorganismen zu.

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Helmholtz-Wissenschaftler warnen vor Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung

Prof. Dr. Michael Schloter vom Helmholtz Zentrum München fordert dringend ein verändertes Bewusstsein entwickeln, was den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung betrifft (Bild: Helmholtz Zentrum München)

Im Fokus der Untersuchung stand Sulfadiazin (SDZ), ein weit verbreitetes, wasserlösliches Tierantibiotikum. Es hemmt die Folsäure-Synthese von Bakterien und da sich dagegen schnell Resistenzen bilden, werden sie meistens in Kombination mit anderen Antibiotika eingesetzt. Die Forscher beschreiben in der neusten Ausgabe des Fachjournals Plos One, dass schon nach dreimaligem Ausbringen kontaminierter Gülle eine deutliche Abnahme nützlicher Bodenbakterien zu verzeichnen ist, während es gleichzeitig zu einer Zunahme an potentiell humanpathogenen Mikroorganismen kommt.

„Wir haben einen Rückgang von Bakterien gefunden, die für eine gesunde Bodenbeschaffenheit charakteristisch sind. Das bedeutet einen Verlust der Fruchtbarkeit der Böden und somit auf lange Sicht einen Rückgang der Ernteerträge“, erläutert Prof. Dr. Michael Schloter, Leiter der Abteilung Umweltgenomik am Helmholtz Zentrum München. „Hinzu kommt die Erkenntnis, dass die Anzahl der im Boden lebenden Mikroben, die für Menschen gesundheitsgefährdend sein können, unter den experimentellen Bedingungen zugenommen hat.“

„Die Zunahme an humanpathogenen Mikroorganismen in der Umwelt hat weitreichende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit“, sagt Schloter. „Wir stehen in stetigen Kontakt mit diesen Mikroorganismen und entsprechend steigt die Wahrscheinlichkeit, an Infektionen zu erkranken. Dies betrifft insbesondere Atemwegs- und Lungenerkrankungen, da die Keime durch die Luft eingeatmet werden. Eine Vielzahl der Keime ist darüber hinaus gegen gängige Antibiotika resistent, was oftmals eine Therapie erschwert. Wir müssen daher dringend ein verändertes Bewusstsein entwickeln, was den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung betrifft. „

Weblink zum Thema
Die Original-Publikation der Helmholtz-Wissenschaftler lautet: Ding, G-C. et al. (2014), Dynamics of soil bacterial communities in response to repeated application of manure containing sulfadiazine, PLOS ONE, 9(3): e92958, doi: 10.1371/journal.pone.0092958. Hier ist der Link zur Publikation.

(dw)

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