„Linerless-Etikettieren wird in zehn Jahren Standard sein“

Interview mit Alexander Hamer, Product Manager bei Logopak

24.10.2019 Spätestens mit der Debatte um die Vermüllung der Meere ist es auf die Agenda vieler Unternehmen gerückt, beim Verpacken und Etikettieren Abfall zu vermeiden.

1_ IMG_20190924_165127

Bilder: Redaktion

Mit dem neuen Eco-Labeller hat Logopak aus Hartenholm bei Hamburg einen Etikettierungsprozess entwickelt, der auf herkömmliches Trägermaterial der Etiketten verzichtet. Und der Hersteller verspricht: Der Umweltschutz geht hier ausnahmsweise nicht auf Kosten der Geschwindigkeit oder der Wirtschaftlichkeit.

P+F: Woher und wann kam der Antrieb, sich mit umweltfreundlichem Etikettieren zu beschäftigen?

Alexander Hamer: Ganz unabhängig davon, was gerade auf der Welt und in der Gesellschaft passiert, haben wir uns schon länger mit der Frage beschäftigt: Warum so viel Müll produzieren? Daher haben wir dann ab 2012 aus eigenem Antrieb begonnen, uns mit Linerless-Technologien zu beschäftigen und diese Schritt für Schritt weiterentwickelt. Natürlich gibt es auch Kunden, die uns darauf angesprochen haben. Da erinnere ich mich an einen Anstoß von einem Anwender, der in einem einzigen Werk etwa 50 Etikettiermaschinen hat. Für den ist es schon rein logistisch ein Problem, von diesen vielen Maschinen alle zwei Stunden den Müll einsammeln zu müssen. Das war dann einer der Schlüsselmoment, wo ich verstanden habe, dass es für dieses Problem einfach noch keine Antworten am Markt gibt. Das hat für uns dann die Chance eröffnet, so eine Lösung zu entwickeln.

P+F: Was genau bietet denn das neue Etikettiersystem im Vergleich zu bisherigen Lösungen?

Alexander Hamer: Vorher gab es bereits Linerless-Lösungen auch von uns am Markt, bei denen der Kleber erst nach dem Etikettendruck und nach dem Schneiden thermisch aktiviert wurde. Das hat den Nachteil, dass das knapp eine Sekunde dauert. Damit erreiche ich natürlich nicht die Leistungen, die der Markt heute braucht: immer schnellere Maschinen, die bis zu drei Etiketten pro Sekunde aufbringen. Die Linerless-Technologie war damit also auf Anwender beschränkt, die noch nicht so hohe Taktleistungen hatten.

Mit dem neuen System ist es nun erstmals möglich, durch den aktiven Kleber zu schneiden. Der Trick liegt dabei in der Beschichtung des Messers. Diese kann man sich am besten als einer Art PTFE-Beschichtung vorstellen. Diese sorgt dafür, dass sich der Kleber dort nicht mehr ablagert. Alle anderen Komponenten sind im Großen und Ganzen unverändert zu den vorherigen Linerless-Lösungen. Das neue Messer ermöglicht nun Drucken, Schneiden und Applizieren in einem Rutsch. Damit ist die Maschine zeitneutral zu üblichen Etikettierautomaten – also auch für Anwender mit hohen Taktleistungen interessant.

Heftausgabe: November 2019
Seite:
Die Fragen stellte  Jona Göbelbecker, Redaktion

Über den Autor

Die Fragen stellte Jona Göbelbecker, Redaktion
Loader-Icon