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Milchindustrie-Verband: Milch-Markt volatil, Preise aber stabil

23.10.2013 Anfang Oktober 2013 sind die Preise am deutschen Milchmarkt sehr fest, wenn auch die Notierungen bei Pulver etwas - vom sehr hohen Niveau - nachgelassen haben, meldet der Milchindustrie-Verband, Berlin.

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Milchindustrie-Verband: Milch-Markt volatil, Preise aber stabil

Anfang Oktober 2013 sind die Preise am deutschen Milchmarkt sehr fest, wenn auch die Notierungen bei Pulver etwas nachgelassen haben, meldet der Milchindustrie-Verband (Bild: Andrey Kiselev-Fotolia)

„Die Milchmärkte sind derzeit sehr stabil“, beschreibt Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes die derzeitige Marksituation im Rahmen der Jahrestagung in Frankfurt am Main. Der Herbst 2013 startete mit höheren Preisen bei den Notierungen, im Lebensmitteleinzelhandel und auch auf der Rohmilchseite. Den Molkereien wurde mehr Milch als noch im Vorjahr angeliefert (+1,6 %).

„Für die Milcherzeuger wird ein Rekordjahr sehr wahrscheinlich – trotz des langen und kalten Winters und der Schäden durch das Hochwasser im Sommer“, führt Engel aus. Der Milchmarkt bleibt aber weiter volatil und zieht mitunter auch die vorgelagerten Bereiche (beispielsweise Fruchtzubereitungen) mit. Auch die Verbraucher gewöhnen sich an die neue Preisbewegung und das neue Preisgefüge. Im EU Vergleich bleibt Deutschland trotzdem weiterhin vergleichsweise günstig für die Verbraucher.

Mit leichter Sorge werden jedoch die Inlandsabsätze der deutschen Molkereien betrachtet. Nach GfK-Angaben blieb die private Nachfrage bei allen beobachteten Produkten hinter dem Vorjahresniveau zurück. Von den Marktexperten wird hier als Grund die fortschreitenden Überalterung und das damit einhergehende geänderte Konsumverhalten als Grund angeführt. Hoffnungsträger ist deshalb der ausländische Absatzmarkt mit vergleichsweise junger Bevölkerung und dem Trend zu mehr Milchkonsum.

Die Produktion von Käse, vor allem Schnittkäse, konnte weiter ausgebaut werden. In den ersten 7 Monaten ist fast die Hälfte des deutschen Käses exportiert worden. Hauptinteressenten waren die EU-Nachbarn wodurch deutsche Molkereien hier 8 % mehr Ware absetzen konnten. Etwas Wehmut kommt bei der Betrachtung der Exporte in Drittländer auf: Gerade der Käse als Zugpferd im Export hat mit erheblichen Rückgängen zu kämpfen. Russland ist als Marktpartner weggebrochen. Die Molkereien bauen sich jedoch neue Märkte auf, was erfahrungsgemäß jedoch seine Zeit benötigt.

Insgesamt liegen die Exporte der deutschen Milchwirtschaft aber auf dem bereits sehr hohem Niveau des Vorjahres. Engel stellt hierzu fest: „Die gute Qualität der Produkte der deutschen Molkereien führt zu einer regen Nachfrage nicht nur im EU-Ausland. Vor allem in China, Vorderasien und Nordafrika wächst der Milchkonsum rasant“. Seit 2007 hat sich beispielsweise der Export deutscher Trinkmilch nach China vertausendfacht. Tendenz: weiter steigend.

Der Milchindustrie-Verband (MIV) repräsentiert etwa 100 leistungsstarke, mittelständische Unternehmen der deutschen Milch- und Molkereiwirtschaft. Diese stellen mit einem Jahresumsatz von rund 23 Mrd. Euro mit den größten Bereich der deutschen Ernährungsindustrie dar.

Weblink zum Thema
Den statistischen Jahresbericht des Milchindustrieverbandes 2012/2013 (PDF, 206 Seiten) finden Sie auf der Internetseite des Verbandes oder direkt hier.

(dw)

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