Ausgliederung und Börsengang

Novartis stößt Augenheilsparte Alcon ab

29.06.2018 Novartis will sich von seiner Augenheilkunde-Sparte Alcon trennen und bringt das Unternehmen an die Börse. Außerdem will der Pharmakonzern Aktien für 5 Mrd. Dollar zurückkaufen.

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Schon seit Ende 2017 stand eine Trennung von Alcon im Raum, unterschiedliche Szenarien kamen dabei in Frage: “Bei unserer strategischen Überprüfung haben wir alle Optionen für Alcon untersucht, vom Verbleib, Verkauf, Börsengang bis zu einem Spin-off. Die Überprüfung ergab, dass eine Ausgliederung im besten Interesse der Aktionäre von Novartis wäre”, zitiert Reuters den Verwaltungsratschef Jörg Reinhardt. Für die Abspaltung benötigt der Pharmakonzern noch die Zustimmung seiner Aktionäre sowie der Behörden.

Die Leitung von Alcon soll der derzeitige COO David Endicott übernehmen, der damit zum CEO aufsteigt. Der bisherige CEO Mike Ball wird Verwaltungsratspräsident und koordiniert auch den Ausgliederungs-Vorgang.Der Firmensitz soll in der Schweiz verbleiben, Novartis schreibt dem US-Hauptquartier in Fort Worth, Texas, jedoch eine bleibende Schlüsselposition zu. Die Aktien des Unternehmens sollen an der Schweizer Börse sowie am New York Stock Exchange gehandelt werden, teilte der Konzern mit.

Novartis behält Alcon-Medikamente

Novartis hatte Alcon im Jahr 2011 für rund 50 Mrd. US-Dollar übernommen. Die Sparte mit einem Jahresumsatz von rund 7 Mrd. US-Dollar hatte zuletzt jedoch Verluste geschrieben. Nach der Übernahme hat Novartis die Alcon-Medikamente in sein eigenes Portfolio integriert, wo sie auch nach der Trennung verbleiben sollen. Die Augenheilsparte konzentriert sich nun auf Geräte für die Augenmedizin und -chirurgie. In diesem Bereich soll Alcon zu einem führenden Unternehmen werden. „Alcon ist zu einer Position der Stärke zurückgekehrt“, erklärte Novartis-CEO Vas Narasimhan, „und es ist Zeit, dem Unternehmen mehr Flexibilität einzuräumen, um seine eigene Strategie zu verfolgen.“

Bis 2019 will Novartis außerdem Aktien für bis zu 5 Mrd. US-Dollar zurückkaufen. „Der Anteilsrückkauf passt völlig zu unseren strategischen Anlageprioritäten, spiegelt unsere strikte Finanzdisziplin wider und zeigt unseren Glauben an zukünftiges Wachstum und Margen-Expansion“, erklärte Narasimhan. Der Konzern will den Rückkauf mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Joint-Venture-Anteilen an GSK finanzieren. Für seinen Anteil am gemeinsam betriebenen Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten hatte Novartis 13 Mrd. US-Dollar eingenommen. (ak)

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