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Roche reorganisiert das Applied-Science-Geschäft

03.05.2013 Der schweizer Pharma- und Diagnostica-Konzern Roche, Basel, will den Geschäftsbereich Applied Science der Division Diagnostics bis Jahresende 2013 auflösen. Sein Produktportfolio soll in den Bereich der klinischen Diagnostik integriert werden. Die Maßnahmen werden voraussichtlich rund 110 Stellen in Penzberg und 60 Stellen in Branford, USA, betreffen.

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Roche reorganisiert das Applied-Science-Geschäft

Roche will den Geschäftsbereich Applied Science der Division Diagnostics schließen und das Produktportfolio in den Bereich der klinischen Diagnostik von Roche integrieren (Bild: Roche)

Das Unternehmen setzt sich dafür ein, dass für die betroffenen Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung gefunden wird. Die von der Reorganisation betroffenen Mitarbeiter werden so schnell wie möglich informiert. Roche wird entsprechende Pläne und Programme einführen, um diese Mitarbeiter in dieser Phase zu unterstützen.

Die Reorganisation soll es Roche erlauben, besser auf die Bedürfnisse von Wissenschaft und Markt zu reagieren, sowie den Technologiefluss von der Forschung in die klinische Diagnostik zu verbessern. Durch diese Maßnahmen soll in einem sich rasch änderndem Marktumfeld ein nachhaltiger Erfolg sichergestellt werden.

Der Konzern hat zudem ihr F+E-Sequenzierungsportfolio geprüft und entschieden, das ISFET-Projekt zur Entwicklung eines Sequenzierungssystems auf Halbleiterbasis an DNA Electronics zurückzugeben. Roche glaubt, dass das Produkt bei seiner Einführung nicht kompetitiv genug ist. Der Pharma- und Diagnostika-Hersteller hat außerdem seine Zusammenarbeit mit IBM zur Entwicklung einer Sequenzierungsplattform auf der Basis von Nanoporen beendet, da das Projekt mit hohen technischen Risiken behaftet ist.

Roland Diggelmann, COO der Division Roche Diagnostics: „Nachdem wir die Aktivitäten unseres Geschäftsbereichs Applied Science sorgfältig geprüft haben, sind wir zum Schluss gekommen, dass wir mit einer Reorganisation unseres Life-Science-Geschäfts die Synergien zwischen jenen Aktivitäten und unserem bestehenden Portfolio an klinischen Diagnostika besser nutzen können. Roche wird sich auch künftig auf dem Gebiet der Life Sciences engagieren, und wir werden unsere Kunden weiterhin mit unserem bestehenden Life-Science-Portfolio und unseren Fachleuten unterstützen.“

Zwei wichtige Produktbereiche von Applied Science – Produktlinien, die auf der PCR-Technologie und Nukleinsäuren (NAP) basieren, sowie das Portfolio von Roche Custom Biotech – weisen Überschneidungen mit den Geschäftsbereichen Molecular Diagnostics beziehungsweise Professional Diagnostics von Roche auf. Um diese Überschneidungen zu beseitigen, hat Roche die folgenden organisatorischen Veränderungen geplant:

Die PCR-Technologie und NAP werden künftig von Roche Molecular Diagnostics betreut. Dazu gehören Plattformen und Reagenzien für die Echtzeit-PCR und Nukleinsäureaufreinigung sowie Nukleinsäure-verwandte biochemische Reagenzien.
Das Portfolio von Custom Biotech, das Plattformen und Reagenzien umfasst, die eine größere Nähe zum klinisch-chemischen Portfolio von Roche aufweisen, wird zum Geschäftsbereich Roche Professional Diagnostics übergehen.
Eine spezialisierte Einheit soll eingerichtet werden, die sich ausschließlich auf die Sequenzierung konzentriert. Diese Einheit wird die Aufgabe haben, eine Sequenzierungsstrategie von der Forschung zur klinischen Diagnostik einzuführen. Außerdem wird sie nach internen und externen Möglichkeiten suchen, um den Kunden differenzierte Produkte zur Verfügung zu stellen sowie das bestehende Sequenzierungsgeschäft von Roche betreuen.

(dw)

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