Der Keim des Anstoßes

Hintergrund: Rückruf von Milch wegen defekter Dichtung

05.11.2019 Eine Dichtung ist ein kleines und oft übersehenes Bauteil –wenn sie jedoch versagt, können die Folgen drastisch ausfallen. Diese in unterschiedlicher Form häufig zitierte Tatsache hat sich vor Kurzem in der Milchwirtschaft bewahrheitet.

Bakterien 3D

Mit Keimen belastete Milch erforderte eine umfassende Rückrufaktion. Verantwortlich war eine defekte Dichtung (Bild: AdobeStock – norman blue)

Die Molkereiunternehmen Deutsches Milchkontor (DMK) und Fude+Serrahn starteten einen Rückruf, nachdem in Literpackungen von fettarmer Milch Krankheitserreger aufgetreten waren. Verantwortlich war eine defekte Dichtung, die in der Prozesskette hinter der Pasteurisierung liegt. Bei der Pasteuriserung werden Keime durch kurzzeitiges Erhitzen abgetötet. Da der Defekt erst dahinter auftrat, gelangten durch die Dichtung eingedrungene Keime in die Abfüllung und damit bis in den Handel. Supermarktketten in ganz Deutschland bezogen Milch aus dieser Quelle und beteiligten sich an dem Rückruf.

Der Betreiber stoppte die Produktion sofort, nachdem der Defekt gegen Ende September bei einer Routinekontrolle entdeckt worden war, um die Dichtung auszutauschen. Anschließend fanden zusätzliche Reinigungsmaßnahmen statt. Eine Testproduktion stellte zunächst sicher, dass weitere Kontaminationen auf diesem Wege ausgeschlossen waren. Erst danach, drei Tage nach dem Entdecken der fehlerhaften Dichtung ging die Produktionslinie wieder in den Regelbetrieb.

Heftausgabe: November 2019
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Ansgar Kretschmer, Redaktion

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