Recyclingproblem aufgelöst

Stoffliche Verwertung von Verbund-Kunststoffen

28.08.2019 Plastik ist nicht gleich Plastik: Aufgrund der enormen Vielfalt an Kunststoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften lassen sich diese Materialien oft nur schwer stofflich wiederverwerten, denn zuerst müssen sie sortenrein voneinander getrennt sein. Insbesondere Verbundmaterialien machen diesen Schritt schwer.

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Verpackungen bestehen oft aus Laminatfolien mit mehreren Schichten. Bislang ließen diese sich nicht wiederverwerten – ein kürzlich entwickeltes Verfahren könnte dies ändern.
Bild: Fraunhofer IVV

Bei Verbundmaterialien, beispielsweise vielen Folienverpackungen, ist die mechanische Trennung durch Sortiermaschinen oder notfalls von Hand nicht möglich: Sie bestehen aus mehreren Schichten unterschiedlicher Kunststoffe. Jede Schicht steuert verschiedene Eigenschaften bei, bei Lebensmittelverpackungen etwa eine Schicht für Reissfestigkeit, eine gasdichten Barriereschicht und eine für Lebensmittelkontakt geeignete Innenseite. Hinzu kommen unter Umständen noch Zusätze wie Weichmacher oder Farbstoffe.

Diese untrennbaren Materialien lassen sich bislang kaum sinnvoll verwerten, die einzigen Optionen sind Verbrennen oder Einschmelzen zu einem eigenschaftslosen Kunststoffgemisch. Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) wollen dieses Recyclingproblem im wahrsten Sinne auflösen. Sie haben einen Prozess entwickelt, mit dem sich Kunststoffgemische – sowohl gemischte Chargen als auch Verbundmaterialien – chemisch voneinander trennen lassen.

Heftausgabe: September 2019
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