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Bild: Subbotina Anna_AdobeStock_184159290

  • Explosions- und Brand-ereignisse sind bei der Produktion von Tee oder anderer kleinteiliger Produkte besonders häufig.
  • Folgen können kostspielige Produktionsunterbrechungen, Sach- oder sogar Personenschäden sein.
  • Moderne Anlagen zur Funkenerkennung und -löschung detektieren Zündinitiale auch innerhalb eines Produkt- stroms und bringen sie produktschonend zum Verlöschen.

Ein Beispiel für einen besonders gefährdeten Bereich ist die industrielle Teeproduktion. Ebenso wie bei der früheren handwerklichen Herstellung, sind auch heute verschiedene Schritte notwendig, um Tee maschinell zu fertigen: Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren. Bei diesen thermischen oder mechanischen Verarbeitungsprozessen besteht die permanente Gefahr, dass durch eingetragene Fremdkörper – etwa kleine Steinchen – oder durch bewegte Maschinenteile wie Ventilatoren und Schredder, Funken oder heiße Teilchen entstehen. Gelangen diese über die pneumatischen Transportleitunge

n bis in die Filteranlagen, kann sich das dort vorherrschende Staub-Luft-Gemisch schlagartig entzünden, was häufig zu schwerwiegenden Explosions- und Brandereignissen führt. Die Folgen reichen von kostspieligen Produktionsunterbrechungen bis hin zu Sach- oder sogar Personenschäden.

Solche Erfahrungen musste auch das Unternehmen Martin Bauer aus dem mittelfränkischen Vestenbergsgreuth machen. Im Jahr 1930 als Kräuter-Verarbeitungswerk gegründet, produziert das Unternehmen an diesem Standort heute verschiedener Teesorten, Teeextrakte sowie pflanzliche Pulver im Umfang von mehreren Tonnen pro Jahr. Nach versc

hiedenen Brandereignissen ist das Unternehmen vor 16 Jahren dazu übergegangen, relevante Fertigungsbereiche mit Funkenlöschanlagen aus dem Hause Grecon zu überwachen. Diese detektieren die in den Rohrleitungen auftretenden Zündinitiale und bringen sie rechtzeitig zum Verlöschen.

Funken erkennen – auch mitten im Produktstrom

Um Funken sicher zu erkennen, kommen bei dem Teehersteller durchweg Funkenmelder des Typs FM 1/8 zum Einsatz. Diese sind speziell für den Einsatz in Förderleitungen oder Fallschächten mit hoher Materialbeladung konzipiert. Der Melder erkennt selbst Zündinitiale, die sich mitten im Produktstrom befinden. Er funktioniert auch noch dann, wenn sich auf der Optik bereits Materialanhaftungen befinden. Die sogenannten Spülluftadapter, die üblicherweise zur Verhinderung von Anhaftungen zusammen mit den Funkenmeldern verbaut werden, sind bei der Verarbeitung von Tee nicht optimal einsetzbar: Die oft klebrigen Partikel lassen sich auf pneumatische Weise nicht sicher entfernen. Daher nimmt stattdessen ein Betriebselektriker die Melder aus der Rohr- bzw. Schachtwandung und reinigt die Optik manuell mit einem Tuch. Dies geschieht alle fünf bis sieben Tage – je nach der Lage des Melders innerhalb der Fertigungsanlagen und der Menge des passierenden Materials. Die Reinigung ist nicht nur während der planmäßigen Stillstandzeiten möglich, sondern auch in der laufenden Produktion. Um falsche Alarme zu vermeiden, müssen dann lediglich bestimmte Daten in der Funken-Meldezentrale kurzzeitig zurückgesetzt werden.

 

Löschmedium bereits vorhanden

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Die Funkenmelder sind speziell für den Einsatz in Förderleitungen oder Fallschächten mit hoher Materialbeladung konzipiert.(Bild: Grecon)

Zum Ablöschen der identifizierten Zündinitiale kommt bei der Teeproduktion ca. 120 °C heißer Wasserdampf zum Einsatz. Dieser wird für die Produktionsprozesse ohnehin vorgehalten und eignet sich besonders gut, um innerhalb eines Materialstroms zu löschen: Es gelangt nämlich nur eine geringe Menge an Wasser in das Produkt. Dadurch reduziert sich der Einfluss auf die nachfolgenden Verarbeitungsschritte auf ein Minimum. Um die Gesamtmenge an eingetragenem Wasser weiter zu reduzieren, wird nur in den besonders gefährdeten Anlagenbereichen wie den Filteranlagen gelöscht. Überall sonst werden, wenn ein Melder anspricht, lediglich bestimmte Anlagenteile kurzzeitig abgeschaltet. Die potentiellen Zündinitiale verlöschen daraufhin von selbst bzw. kühlen sich ab. Bereits wenige Minuten später können Transport und Produktion weitergehen.

Insgesamt sind in der Herstellung fünf Funken-Meldezentralen installiert. Seit 2014 kommen dort 10“-Farbdisplays mit Touch- und Slide-Funktion zum Einsatz, die dem Bediener ermöglichen, die gewünschten Informationen aus den verschiedenen Ebenen schnell und kompakt aufbereitet abzurufen. Und wenn das System einmal ausfallen sollte, sorgt der Kundenservice für einen schnellen Austausch oder eine Reparatur, damit die Produktion zügig weitergehen kann.

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