Fachkenntnis ausser Haus: Lohnhersteller ermöglichen Zugang zu Technologien und Kompetenzen auch jenseits der eigenen Produktionsmöglichkeiten. (Bild: Sternmaid)

Fachkenntnis außer Haus: Lohnhersteller ermöglichen Zugang zu Technologien und Kompetenzen auch jenseits der eigenen Produktionsmöglichkeiten. (Bild: Sternmaid)

| von Frank Hellerung, Business Development, Sternmaid
  • Die Produktion an einen Lohnhersteller auszulagern, setzt Kapazitäten im eigenen Unternehmen frei und bietet flexible Produktionsmöglichkeiten.
  • Lohnhersteller sind in der Regel Spezialisten für Bereiche, die nicht Kernkompetenz des Auftraggebers sind, wie das Verpacken oder die Produktion von Mengen jenseits der eigenen üblichen Produktionskette.
  • Zugang zu technischer und regulatorischer Kompetenz ist über Lohnhersteller möglich, ohne selbst in die erforderlichen Technologien und Fachkräfte zu investieren.

Lohnhersteller setzen Kapazitäten frei, sodass sich der Kunde auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann – beispielsweise auf Forschung und Entwicklung oder Vertrieb und Marketing. Aber auch Kosteneinsparungen, schnelles Wachstum sowie ein Plus an Qualität und Know-how durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Outsourcing-Partnern sind häufige Gründe für eine solche Auslagerung.

Entlastung und Flexibilität
Wenn Firmen feststellen, dass sie durch gezieltes Outsourcing das eigene Unternehmen entlasten und noch einige zusätzliche Vorteile nutzen können, ist das oft der erste Schritt zur Zusammenarbeit mit einem Lohnhersteller. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und schwieriger Verfügbarkeit von Zeitarbeitskräften können Dienstleister Bedarfsspitzen entschärfen oder auch die Basis für eine regelmäßige Versorgung sicherstellen.

Ein Praxisbeispiel: Ein Produzent erhält eine Anfrage über eine besonders große Menge, doch die eigenen Verpackungskapazitäten sind vollkommen ausgelastet. Lohnhersteller können solche Spitzen abfangen und die Ware unter den gewohnten Qualitätsstandards verpacken, was Lieferengpässe vermeidet. Häufig übernehmen Outsourcing-Partner auch die Herstellung von Produkten oder Produktmengen, die nicht optimal in die eigene Produktion zu integrieren sind. Ein weiteres Beispiel ist die Modernisierungsmaßnahme einer Produktionsanlage, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Während des Umbaus kann die Herstellung zu einem Dienstleister ausgelagert werden.

Entscheidend ist aber in jedem Fall eine weitsichtige Planung des Lohnherstellers, denn der Auftraggeber erwartet Flexibilität und Liefertreue. Selbst enge Terminvorgaben müssen zeitnah bei höchster Qualität bedient werden. Wenn in einem Unternehmen eine Anlage ungeplant ausfällt und ein Lohnhersteller einspringen soll, muss die Produktion innerhalb kürzester Zeit starten können. Nicht zu unterschätzen ist hierbei neben der technischen auch die regulatorische Seite, insbesondere wenn es sich um ein Pharma-Produkt handelt.

Sekundärbereiche als Kernkompetenz
Heutzutage sind oft Spezialisten gefragt, die ein Rundum-sorglos-Paket liefern können, wie es sich der Kunde wünscht. So bietet der Wittenburger Lohnproduzent Sternmaid die gesamte Servicekette aus einer Hand und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Lohnfertigung pulvriger Lebensmittel, Zusatzstoffe, Nahrungsergänzungsmittel sowie pharmazeutischer Hilfsstoffe. Das Spektrum reicht vom Mischen und Veredeln bis hin zum Komplettservice inklusive Rohstoffeinkauf, Lohnabpackung, Lagerung und Auslieferung. Der Kunde kann entweder das gesamte Paket nutzen oder je nach Anforderung einzelne Module auswählen. Hinzu kommt ein eigener Lagerservice des Unternehmens, mit ausreichender Kapazität und technischen Voraussetzungen für fachgerechte Lagerung. So lassen sich Waren direkt vom Lohnhersteller an die Endkunden versenden und Transportkosten einsparen – ein wichtiges Argument angesichts steigenden Kostendrucks und des Zieles, CO2-Emissionen zu verringern.

Was für ein auslagerndes Unternehmen eher im Sekundärbereich angesiedelt sein kann, stellt für den Dienstleister die Kernkompetenz dar. Die Auftraggeber möchten durch Outsourcing auch von den Technologien, der Projekterfahrung und dem Expertenwissen des externen Dienstleisters profitieren. Insbesondere Know-how lässt sich selbst meist nur schwer und langsam aufbauen und auf dem aktuellen Stand halten. Manchmal sind zudem spezielle Technologien in der Produktion notwendig, die einem Unternehmen nicht zur Verfügung stehen oder sich nicht so schnell im eigenen Haus realisieren lassen.

Moderne Technologien ohne eigene Investition
Die Wirbelschicht-Technologie der Stern-Wywiol Gruppe ist ein Beispiel hierfür: Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten – durch Top- und/oder Bottom-Spray-Verfahren jeweils für kontinuierlichen oder batchweisen Betrieb – hat sich diese Technologie zu einem wichtigen Prozessschritt im Lebensmittel- und Pharmabereich entwickelt. Temperierbare Mischbehälter mit verschiedenen Rührwerken, ein Hochdruckhomogenisator sowie eine Kühl- und eine Wärmekammer runden die technischen Möglichkeiten des Wittenburger Unternehmens ab. Für unterschiedliche Anforderungen stehen dort außerdem acht verschiedene Mischlinien zur Verfügung, zum Beispiel eine nach dem EU-GMP Leitfaden Teil II behördlich zertifizierte Container-Gegenstrom-Mischanlage, die für das Mischen von Vitamin-Compounds geeignet ist. Hier ist das Mischen, Veredeln und Abfüllen ausgewählter pharmazeutischer Hilfs- und Wirkstoffe gemäß strenger Richtlinien möglich.

Auftraggeber können so moderne Technologien nutzen ohne selbst zu investieren. Das Errichten großtechnischer Produktionsanlagen will heutzutage genau überlegt sein. Viele neue pharmazeutische Produkte scheitern in der klinischen Prüfung, andere werden nach kurzer Zeit wieder vom Markt genommen oder unterliegen starken Absatzschwankungen. Auch die Lebensmittelindustrie kann sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Schnellere Innovationszyklen gehen mit einer kürzeren Produktlebensdauer einher. Bei Neuheiten oder Nischenprodukten ist Vorsicht geboten. Wer weiß, ob die Produktionsanlage für ein bestimmtes Getränkepulver oder ein Nahrungsergänzungsmittel in wenigen Jahren noch ausgelastet sein wird? Durch die Spezialisierung und Bündelung von Aufträgen sind Lohnhersteller oft in der Lage, günstiger zu produzieren, als es einem Unternehmen im eigenen Haus möglich wäre.

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