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P+F-Trendbericht biopharmazeutische Produktion

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12.06.2019 Unter allen Wirkstoffen wird biopharmazeutisch produzierten Substanzen das größte Wachstumspotenzial zugetraut. Auch deshalb stehen beispielsweise immunologisch wirksame Proteine stark im Fokus der Arzneimittelhersteller. Doch selbst für die margenstarken Blockbuster steigt der Kostendruck in der Produktion.

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Entscheider-Facts

  • Der Markt für Arzneimittel wird in den kommenden Jahren zwischen 4 und 6 % pro Jahr wachsen.
  • Biopharmazeutischen Arzneimitteln wird ein Umsatzwachstum um bis zu 14 % pro Jahr zugetraut.
  • Spielten Produktionskosten bislang angesichts hoher Gewinnspannen keine große Rolle, so ändert sich dies derzeit.
Virus and antibodies close-up on DNA background, scientific back

(Bild: ustas – AdobeStock)

Vergossene Milch sollte man nicht beweinen. Doch die Erinnerung an das Jahr 2000 dürfte auch heute noch gestandenen BASF-Managern Tränen in die Augen treiben. Für knapp sieben Milliarden Dollar hatte der Konzern damals sein Pharmageschäft an den ameri-kanischen Konzern Abbot verkauft. An für sich ein ganz normaler Portfolio-Vorgang, allerdings mit gravierenden Konsequenzen: Die Forscher des Ludwigshafener Unternehmens hatten ein erstes biopharmazeutisches Produkt in der Pipeline, das kurz vor der Marktreife stand. Und sie ahnten nicht, dass dieses zum wert-vollsten Arzneimittel der Welt werden sollte.

2003 von der europäischen Gesundheitsbehörde zugelassen, spülte das Rheumamittel Humira dem aus Abbot hervorgegangenen Unternehmen Abbvie 133 Mrd. Dollar in die Kasse: Allein 2018, dem Jahr, in dem das Patent für das Rheumamittel auslief, erlöste der Hersteller mit dem Präparat fast 20 Milliarden Dollar.

Die Erfolgsgeschichte macht noch heute Schule: Immer mehr Hersteller engagieren sich im Markt für biopharmazeutische Arzneimittel – dem inzwischen am schnellsten wachsenden Segment der Pharmaindustrie. Im Jahr 2017 standen gentechnisch hergestellte Medika-mente für einen globalen Umsatz von 186 Milliarden US-Dollar, bis 2025 könnte der Markt auf 526 Mrd. Dollar anwachsen und dann ein Drittel des Umsatzens der weltweiten Pharmaindustrie ausmachen. (1/4)

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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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