Für die Zukunft gerüstet

70 Verpackungskombinationen auf zwei Linien bei Aenova

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17.04.2014 Drei Milliarden Antibabypillen pro Jahr: Mit diesem Volumen möchte Haupt Pharma Münster in 2015 seine Position als Nummer 2 unter den europäischen Herstellern behaupten. Das seit Anfang diesen Jahres zur Aenova Group gehörende Unternehmen für pharmazeutische Auftragsentwicklung und -herstellung hat für dieses Ziel kräftig investiert: Rund 15 Mio. Euro flossen allein im letzten Jahr in die Erweiterung der bestehenden Kapazität.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Zur schnellen, wirtschaftlichen und flexiblen Konfektionierung der Hormonpräparate sind bei Haupt Pharma seit Juli 2013 zwei identische Verpackungslinien in Betrieb.
  • Die Linien aus Blistermaschine, Schlauchbeutelanlage, Kartonierer und Bündler sind so konzipiert, dass ein Wechsel der Produktvarianten von einer Linie zur anderen problemlos möglich ist.
  • Derzeit verarbeiten beide Linien 72 Packungskombinationen mit weiteren Sekundärverpackungsvarianten. Pro Linie sind vier bis sechs Bediener im Einsatz und bei Bedarf zusätzliches Technik- und Leitungspersonal.

Dabei investierte der Standort auch in zwei leistungsstarke Verpackungslinien von Uhlmann – für eine höchstmögliche Effizienz bei der Konfektionierung von über 70 unterschiedlichen Verpackungskombinationen. Mit zum Paket gehörte auch eine umfassende Betreuung im Vorfeld und die Begleitung des Produktionsstarts, der exakt 18 Monate nach Bestellung der Linien stattfand.

„Die neuen Konfektionierungslinien tragen wesentlich zur Effizienz unserer Produktion und damit zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens bei,“ zeigt sich Geschäftsführer Dr. Hubert Bensmann bei Haupt Pharma Münster überzeugt von der Richtigkeit der Investition. Ebenso richtig und wichtig für den weiteren Wachstumskurs des Unternehmens bewertet er den Zusammenschluss mit Europas führendem Anbieter in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln, der Aenova Group. Der Standort wird innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks der Gruppe die zentrale Rolle in der Produktion und Entwicklung hochwirksamer, niedrig dosierter oraler Kontrazeptiva und weiterer Solida mit hochpotenten Wirkstoffen, wie zum Beispiel Schilddrüsenhormonen und Narkotika, einnehmen.

„Wir freuen uns sehr, dass der Standort Münster durch seine erweiterten technologischen Kapazitäten einen wertvollen Beitrag zur kosteneffizienten und hochvolumigen Herstellung innerhalb unserer Gruppe beitragen wird.“, so Heiner Hoppmann, CEO der Aenova Group.
Mit einem erwarteten Jahresumsatz von rund 750 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr zählt die Aenova Gruppe weltweit zu den größten Unternehmen der Pharma- und Healthcare-Branche. Neben dem Standort in Münster, an dem rund 260 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist das Unternehmen noch mit 20 weiteren Standorten weltweit vertreten. Insgesamt tragen rund 4.000 Mitarbeiter zum Erfolg der Aenova bei.

Drei Milliarden Antibabypillen pro Jahr
Seit 2007 hat man mehr als 30 Mio. Euro investiert. „Der größte Anteil ist in die Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten hier am Standort geflossen“, erläutert Geschäftsführer Dr. Hubert Bensmann. „Mit zwei neuen Tablettenpressen, einem Film- und Dragiercoater, neuen Personalumkleideräumen und den beiden großen Konfektionierungslinien sind wir bestens gerüstet für das weitere Aufstocken unserer Produktionsvolumina.“ Das Unternehmen plant, künftig rund drei Milliarden orale Kontrazeptiva jährlich zu fertigen und ist damit Europas Nummer 2 für Antibabypillen. Die richtige Ausstattung für dieses Vorhaben ist bereits vorhanden, denn unter anderem werden die hoch wirksamen Kon- trazeptiva zum Schutz von Produkt, Umwelt und Mitarbeitern auf modernsten „High and Closed Containment“-Anlagen in geschlossenen Systemen verarbeitet.

Abgestimmte Technologie für maximale Effizienz
Zur schnellen, wirtschaftlichen und flexiblen Konfektionierung der Hormonpräparate sind bei Haupt Pharma seit Juli 2013 zwei identische Verpackungslinien in Betrieb. Die Linien aus Blistermaschine, Schlauchbeutelanlage, Kartonierer und Bündler sind so konzipiert, dass ein Wechsel der Produktvarianten von einer Linie zur anderen problemlos möglich ist. Derzeit verarbeiten beide Linien insgesamt 72 Packungskombinationen mit weiteren Sekundärverpackungsvarianten. Pro Linie sind vier bis sechs Bediener im Einsatz und bei Bedarf zusätzliches Technik- und Leitungspersonal.

Eine Besonderheit der Linien ist die verlängerte Füllstrecke an den Blistermaschinen. Damit steht ausreichend Platz für vier parallel arbeitende Füllbox-Zuführungen zur Verfügung. Diese Zuführungsvariante eignet sich ideal für die Herstellung von Blistern mit mehrphasigen oralen Kontrazeptiva; bis zu vier unterschiedliche Tablettenarten können so in einem Blister GMP-konform konfektioniert werden. Die Tabletten werden dabei gezielt in die einzelnen Blisterhöfe eingelegt; anschließend überprüft ein Kamerasystem die korrekte Befüllung. Für eine optimierte Stabilität der oxidationsempfindlichen Produkte können die Höfe zudem vor der Siegelstation mit Stickstoff begast werden. Weitere Besonderheit der Blistermaschinen sind vor der Stanzstation integrierte Laserdrucker mit angeschlossener Kamerakontrolle, die das Folienband bei Bedarf auf der Formfolienseite mit Haltbarkeitsdatum, Chargennummer oder anderen Informationen versehen.

Variantenvielfalt beim Blistern und Kartonieren
Je nach Packungsvariante verarbeiten die Blistermaschinen bis zu 400 Blister/min. Über ein Förderband gelangen die befüllten Blister zum Sekundärbereich und werden dort, entweder direkt oder über eine zwischengeschaltete Schlauchbeutelanlage zum Kartonierer transportiert. An der Schlauchbeutelanlage sorgen Pendelschächte für ein optimales Zuführen der Blister. Eine ebenfalls integrierte Zuführungseinheit für Trockenmittelbeutel sowie eine Stickstoffbegasungsstation für die Schlauchbeutel ermöglichen weitere Verpackungsalternativen.
Die Kartonierer der beiden Linien sind ebenfalls auf Flexibilität ausgerichtet: Sie verarbeiten entweder einzelne Blister über einen Pendelschacht oder fertige Schlauchbeutel über eine zweibahnige Stapelbandzuführung.

Darüber hinaus verfügen die Kartonierer über jeweils einen Prospektfalzer und mehrere Beilagenzuführungen. Mittels zweier kombinierter Rotations-/Schieber-Zuführungen können so bis zu drei gleiche Beilagen in eine Faltschachtel verpackt werden. Als Verschlussarten stehen entweder Einsteck- oder Heißklebeverschluss zur Verfügung, in puncto Kennzeichnung stehen gleich drei Alternativen zur Wahl: mechanische Prägung, vorgedruckte Etiketten oder Direktdruck auf die Faltschachteln.

Die Kapazität der Kartonierer ist mit bis zu 300 Faltschachteln/min optimal auf die Blistermaschinen abgestimmt – ebenso wie die Leistung von 30 Bündel/min bei den Straffbanderolierern. Diese übernehmen die konfektionierten und auf einer Waage kontrollierten Faltschachteln und verarbeiten sie zu handlichen Bündeln.

Gesamtpaket mit der Option auf mehr
Zum Gesamtpaket des Maschinenbauers gehörten nicht nur Konzeption, Bau und Installation der beiden Verpackungslinien: Die Spezialisten leisteten ihren Part bei der Qualifizierung und schulten das Bedien- und Einrichtpersonal. Weshalb der Start der beiden Linien, so Dr. Bensmann, „erstaunlich reibungslos verlief. Durch die frühzeitige Projekteinbindung unserer Techniker und die intensive Mitarbeiter-Schulung gab es zwar dennoch eine Eingewöhnungs- und Optimierungsphase, aber durch Unterstützung von Uhlmann-Technikern beim Fertigungsstart auf der ersten Linie konnten wir zügig akzeptable Leistungsdaten erreichen.“

Mittlerweile sind die beiden Konfektionierungslinien eine Konstante beim flexiblen, effizienten Verpacken bei Haupt Pharma und bieten ausreichend Kapazität für weiteres Wachstum; das sowohl bei den bestehenden nationalen und internationalen Kunden wie auch bei Pharmazeuten in den USA und Brasilien generiert werden soll. Für beide Märkte verfügt der Standort über die erforderlichen Zertifizierungen – FDA und Anvisa – und ist damit in jeder Hinsicht bestens auf neue Auftraggeber vorbereitet. Auch in Zukunft ist, so Dr. Bensmann, eine weitere Zusammenarbeit mit Uhlmann geplant: „Wir wollen unsere Erfahrung nutzen, um die Leistungsfähigkeit der Linien noch zu verbessern. Umgekehrt können wir mit unserer Praxiserfahrung nützlichen Input für die weitere Optimierung der Verpackungsanlagen geben.“

 

Zur Firma
Aenova in Kürze

Die Aenova Group ist weltweit einer der größten Full-Service-Anbieter für die Pharma- und Healthcareindustrie. Mit rund 4.000 Mitarbeitern, zwanzig Standorten in Europa und den USA entwickelt und realisiert das Unternehmen effiziente Lösungen rund um feste, halbfeste und flüssige Darreichungsformen. Aenova ist 2008 aus dem Zusammenschluss der Dragenopharm Apotheker Püschl GmbH und der Swiss Caps AG entstanden. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Zusammenschlüsse wuchs Aenova zu einem leistungsstarken Unternehmen der Branche. Der Hauptsitz der Aenova befindet sich in Pähl, am südlichen Rand von München. An allen Produktionszentren wird unter Einhalten international gültiger Standards gearbeitet. GMP- und FDA-Zertifizierungen gewährleisten ein hohes Qualitätsniveau.

 

Interpack Halle 16 – B23

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Heftausgabe: Mai 2014
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Über den Autor

Elisabeth Hartmann, Manager Corporate Communication, Aenova Group; Rainer Schopp, Marketing Manager Uhlmann Pac-Systeme
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