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Aktuelle Entwicklungen und Trends in der Pharmatechnologie

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20.05.2015 In den USA geht pharmazeutisch die Post ab. Der ohnehin schon größte Markt für Arzneimittel ist im vergangenen Jahr um satte 12 % gewachsen. Und auch für die kommenden Jahre wird ein weiterer Zuwachs prognostiziert.

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Entscheider-Facts für Betreiber und Manager

  • Der Weltmarkt für Arzneimittel wird bis 2018 um jährlich vier bis sieben Prozent steigen.
  • Mit dem Erstarken der „Pharmerging Markets" geht ein Transformationsprozess einher, der die regionalen Produktions- und Investitionsschwerpunkte verändert.
  • Der Trend zur Individualmedizin sowie zu biotechnologisch produzierten Arzneimitteln erfordert den Einsatz neuer Techniken.
  • Konzepte wie „Quality by Design" und PAT sollen die Verfügbarkeit sichern helfen.

Doch die aktuelle Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Pharmabranche in einem Transformationsprozess befindet, der sich einerseits in den Regionen niederschlägt, andererseits auch technologische Konsequenzen hat.

Die Pharmaindustrie wächst und wächst. Trotzdem haben die größten
20 Hersteller in den vergangenen acht Jahren schätzungsweise 200.000 Stellen abgebaut. Ein Widerspruch in sich? Nicht zwingend. Die Entwicklung ist vor allem auch Ausdruck eines Transforma-
tionsprozesses, der die Geschäftsmodelle der Pharmazeuten erfasst hat. Die Wertschöpfungskette – klassisch von der Entwicklung bis hin zur Produktion patentgeschützter Originale und später generischer Produkte – wird mehr und mehr fragmentiert. Während Big Pharma Stellen abbaut, bauen spezialisierte Dienstleister auf.

Und auch die Rahmenbedingungen bleiben positiv: Das Markt-forschungsunternehmen IMS Health schätzt, dass die Ausgaben für Arzneimittel zwischen 2013 und 2018 um 30 % steigen werden und weltweit ein Volumen von 1,3 Billionen US-Dollar erreichen können – ein jährliches Wachstum von vier bis sieben Prozent. Interessanterweise ist dieses Wachstum allerdings geringer, als in den vergangenen beiden Jahren: Vor allem in den USA sind die Ausgaben durch die Zulassung innovativer Medikamente wie dem als „1.000-Dollar-Pille“ bekannt gewordenen Medikament gegen Hepatitis C deutlich gestiegen. Gleichzeitig haben weniger Blockbuster ihren Patentschutz verloren. Das jüngste, überproportionale Wachstum ist also vor allem dem Innovationszyklus geschuldet.

In den kommenden Jahren werden vor allem die „Pharmerging Markets“ zum Wachstumsmotor werden. Gemeint sind damit rund 20 Schwellenländer, in denen der zunehmende Wohlstand auch die Nachfrage nach modernen Arzneimitteln befeuert. Und während Regionen wie Europa und auch Nordamerika versuchen, ihre Arzneimittelausgaben durch politische Maßnahmen zu begrenzen, ist das Wachstum in den Pharmerging Markets weiter ungebremst.

Heftausgabe: Juni 2015
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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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