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Deutsche Süßwarenindustrie verzeichnet 2013 positive Entwicklung

29.01.2014 Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in Bonn berichtet für die Branche mit ihren etwa 220 industriellen Herstellern über eine positive Entwicklung im Jahr 2013: Im Umsatz stieg die Produktion um etwa 2,8 % auf rund 12,49 Mrd. Euro und in der Menge um 3,7 % auf rund 3,96 Mio. t.

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Deutsche Süßwarenindustrie verzeichnet 2013 positive Entwicklung

Die deutsche Süßwarenindustrie berichtet für die Branche mit ihren etwa 220 industriellen Herstellern über eine positive Entwicklung im Jahr 2013: Im Umsatz stieg die Produktion um etwa 2,8 % auf rund 12,49 Mrd. Euro (Bild: Graça Victoria-Fotolia)

Die hohen Rohstoffkosten und die gestiegenen Energiepreise belasten aber weiterhin die Ertragslage der deutschen Süßwaren- und Knabberartikel-Industrie, die drittgrößte Branche innerhalb der Ernährungsindustrie. Besonders stark waren die Rohstoffpreiserhöhungen im Jahr 2013 bei Kakaobutter, Mandeln, Haselnüssen, Milchpulver und Kartoffeln. Auch die Preise für Zucker, Weizenmehl sowie für pflanzliche Öle und Fette bewegten sich weiter auf hohem Niveau. Ein Grund für diese Entwicklung waren Ernteausfälle oder Ernterückgänge bei einzelnen Rohstoffen und die deutlich gewachsene Nachfrage, vor allem in Asien.

„Die deutsche Süßwarenindustrie zählte erfreulicherweise auch im Jahr 2013 zu den stabilen Branchen und den verlässlichen Arbeitgebern mit knapp 50.000 Beschäftigten, vor allem im ländlichen Raum“, sagt Bastian Fassin, Präsidiumsmitglied im BDSI und Vorsitzender des Arbeitskreises Internationale Süßwarenmesse (AISM). „Ich hoffe, dass die neue Bundesregierung die Herstellung und Wahrung von positiven Rahmenbedingungen für die Lebensmittelwirtschaft in Deutschland in den Vordergrund rücken wird. Dies gilt auch für die Süßwarenindustrie, die mit ihren vielfältigen Produkten zu Genuss und kleinen Glücksmomenten im Alltag beiträgt.“

Die EU-Zuckerquote führte auch 2013 zu einer künstlichen Verknappung des Rohstoffes Zucker und damit zu anhaltend hohen Preisen. Wettbewerber am Weltmarkt können Zucker (ohne Transportkosten) mehr als 40 % günstiger als die europäischen Zuckerverwender beziehen. Der BDSI begrüßt das Auslaufen der Zuckerquote im Jahr 2017 und hofft, dass dann mehr Wettbewerb in den Zuckermarkt Einzug halten wird.

Wirtschaftsentwicklung der Süßwarenindustrie 2013
Nach Schätzungen des BDSI konnten die etwa 220 industriellen Hersteller deutscher Süßwaren und Knabberartikel im Jahr 2013 eine Steigerung ihrer Produktion in der Menge um 3,7 % auf rund 3,96 Mio. t erzielen. Im Umsatz stieg die Produktion um etwa 2,8 % auf rund 12,49 Mrd. €. Den Schätzungen des BDSI liegen die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zugrunde.

Auch das Inlandsangebot entwickelte sich im Jahr 2013 positiv. Der Absatz stieg mengenmäßig um rund 1,4 % auf knapp 2,6 Mio. t, während der Inlandsumsatz im gleichen Zeitraum um schätzungsweise 3,0 % auf rund 9,1 Mrd. € stieg. Im Jahr 2013 betrug der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Süßwaren schätzungsweise 32,3 kg (+1,4 %) im Wert von 112,75 Euro (+3,0 %).

Das Exportgeschäft mit Süßwaren entwickelte sich 2013 wieder positiv. Im nunmehr 39. Jahr konnte die deutsche Süßwarenindustrie ihren Titel als Exportweltmeister auch 2013 verteidigen. Insgesamt wurden schätzungsweise 1,81 Mio. t Süßwaren und Knabberartikel exportiert. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 4,3 %. Der Exportumsatz stieg im Jahr 2013 um 2,8 % und lag bei rund 6,2 Mrd. €. Mit einem Exportanteil von rund 45 % geht fast jede zweite Tonne deutscher Süßwaren in den Export. Etwa 85 % aller Süßwarenausfuhren werden in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union geliefert. 15 % der Exporte gehen in Drittländer außerhalb der EU, allen voran in die USA, die Schweiz, nach Russland und Australien.

Zuversichtlich für das Wirtschaftsjahr 2014
Die Süßwarenbranche steht auch im Jahr 2014 vor großen Chancen und Herausforderungen. Insbesondere die Hersteller von Knabberartikeln erwarten ein gutes Geschäft durch die Fußballweltmeisterschaft. Die größte Sorge bereitet den Herstellern weiterhin die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten sowie die weitere Entwicklung der Energie- und Logistikkosten.

Die Branche zeigt sich dennoch zuversichtlich und erwartet auch von der diesjährigen Internationalen Süßwarenmesse (ISM) wichtige Impulse, vor allem für das Exportgeschäft. Die deutsche Süßwarenindustrie genießt im Ausland ein sehr hohes Ansehen. Geschätzt werden vor allem der hohe Qualitätsstandard der Produkte „Made in Germany“ zu wettbewerbsfähigen Preisen, aber auch die Kompetenz und Zuverlässigkeit der Unternehmen.

Trends im Süßwarenmarkt
Zu den großen Trends im Süßwarenmarkt zählen vor allem Produkte für Verbraucher mit besonderen Ernährungsbedürfnissen. Hierzu gehören beispielsweise laktose- oder glutenfreie Süßwaren oder solche, die für vegetarische oder vegane Ernährung geeignet sind. Der Einsatz nachhaltig erzeugter Rohstoffe in Süßwaren und Knabberartikeln wird von der Branche intensiv vorangetrieben und auch im Jahr 2014 nicht an Bedeutung verlieren. Dies gilt insbesondere für Kakao, den wichtigsten Rohstoff der Schokolade.

Auch das Spiel mit Gegensätzen liegt im Trend: Kombinationen von süß/salzig oder süß/sauer erfreuen sich ebenso wie Kombinationen verschiedener Produkte wie zum Beispiel Schokolade und Keks oder Speiseeis und Kuchenstückchen zunehmender Beliebtheit.

Entwicklung bei den einzelnen Produktgruppen
Schokoladewaren: Die mengenmäßige Produktion von Schokoladewaren entwickelte sich nach Schätzungen des BDSI im Jahr 2013 positiv. Insgesamt wurden 2013 in Deutschland 1,08 Mio. t Schokoladewaren produziert. Dies entspricht einem Mengenzuwachs von 4,2 %. Im Wert stieg die Produktion um etwa 4,5 % auf insgesamt 5,35 Mrd. Euro. Das Oster- und Weihnachtsgeschäft 2013 verlief für die Hersteller von Schokoladewaren zufriedenstellend. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schokoladewaren betrug 2013 schätzungsweise 9,71 kg.

Feine Backwaren: Die Hersteller von Feinen Backwaren verzeichneten im abgelaufenen Jahr ein gutes Geschäft. In der Menge konnte die Produktion von Feinen Backwaren um schätzungsweise 3,3 % gesteigert werden. Insgesamt wurden 717.000 t Feine Backwaren produziert. Im Wert stieg die Produktion um 3,4 % auf 2,4 Mrd. Euro. Das Saisongeschäft mit Herbst- und Weihnachtsgebäck lief ebenfalls positiv. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Feinen Backwaren betrug 2013 schätzungsweise 7,22 kg.

Bonbons und Zuckerwaren: Die Hersteller von Bonbons und Zuckerwaren verzeichneten 2013 eine stagnierende Entwicklung. Die mengenmäßige Produktion sank im Vergleich zu 2012 um schätzungsweise 0,1 % auf 536.000 t. Im Wert stieg die Produktion von Zuckerwaren dagegen um 4,0 % auf 1,78 Mrd. Euro, was insbesondere durch die weiterhin sehr hohen Zuckerpreise bedingt war. Die Entwicklung bei den Exporten war 2013 bei den Bonbons und Zuckerwaren positiv. Sie stiegen um etwa 2,7 % in der Menge auf 215.000 t und um 4,9 % im Wert auf 678 Mio. Euro. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zuckerwaren lag im Jahr 2013 unverändert bei rund 5,66 kg.

Knabberartikel: Die Hersteller von Knabberartikeln konnten die positive Entwicklung der Vorjahre fortsetzen. Die Produktionsmenge stieg nach Schätzungen des BDSI um 0,3 % auf rund 278.000 t. Im Wert lag die Produktion (+1 %) bei 875 Mio. Euro. Die Kategorie der Salzigen Snacks entwickelt sich im deutschen Markt sehr gut und gilt als stärkstes Wachstumssegment innerhalb der Süßwaren. Daher kommt die Produktion in Deutschland in erster Linie dem deutschen Markt zugute. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Knabberartikeln betrug 2013 etwa 3,49 kg.

Kaugummi: Der Umsatz im deutschen Kaugummisegment (zu Endverbraucherpreisen) lag 2013 bei rund 635,9 Mio. Euro (Quelle: Schätzung basierend auf Nielsen Market Track). Der Rückgang um 3,2 % (Quelle: Schätzung basierend auf Nielsen Market Track) im Vergleich zum Vorjahr liegt wesentlich darin begründet, dass die Zahl der Verkaufsstellen im gleichen Zeitraum um 3,8 % (Quelle: Nielsen Homescan Panel Quartalsreport) zurückging und die Einkaufsfrequenz bis zum 3. Quartal 2013 um 1,1 % (Quelle: Nielsen Homescan Panel Quartalsreport) gesunken ist. Trotz dieser für ein Impulsprodukt ungünstigen Rahmenbedingungen erfreut sich Kaugummi hierzulande großer Beliebtheit. Insbesondere als wissenschaftlich anerkannte Ergänzung der täglichen Zahn- und Mundpflege werden Kaugummis von Verbrauchern aller Altersgruppen sehr geschätzt.

(dw)

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