„Tür zu“ heißt: „Tür dicht“

Elastomerwerkstoff für aufblasbares Dichtungsprofil

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10.09.2014 Behälter und Türen von Anlagen sicher gegen Keime, Schmutz und äußere Einflüsse abdichten - hierfür kommen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in Laboren und Forschungsinstituten häufig aufblasbare Dichtungen zum Einsatz. Gemeinsam mit dem Kunden Münchener Medizin Mechanik, hat Freudenberg Sealing Technologies Process Seals eine Dichtungslösung entwickelt, die die speziellen Anforderungen erfüllt.

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Entscheider-Facts für Betreiber


Die Vorteile der neuen Türabdichtung im Überblick:
  • dichtet sicher gegen äußere Einflüsse, lange Einsatzdauer;
  • leichtes Öffnen und Schließen der Tür; kein „Festsaugen" der Dichtung am Türrahmen;
  • sehr gute chemische und thermische Beständigkeit - Dichtung und Ventil sind perfekt aufeinander abgestimmt;
  • automatische Druckzuführung, durch Stoßvulkanisation individuell abzumessen;
  • branchenspezifische Zertifizierung des Dichtungswerkstoffs; geeignet für Lebensmittelindustrie und Pharmazie.

Die Münchener Medizin Mechanik stellt Sterilisations-, Reinigungs- und Desinfektionsanlagen für medizinische Instrumente, Wäsche oder Instrumentencontainer her. Die Reinigung und die Desinfektion erfolgen in einem geschlossenen System bei bis zu +92 °C und mit speziellen Reinigungsmitteln, deren teils aggressive Inhaltsstoffe die Dichtungen angreifen können. Diesen exakt definierten Reinigungszyklus durchlaufen beispielsweise OP-Instrumente oder medizinische Behälter.

Während des Reinigungsvorgangs werden die Anlagen mit einer Glasschiebetür nach innen und außen dicht verschlossen – bislang mithilfe einer aufblasbaren Dichtung aus Silikon. Doch Silikon neigt dazu, an der Glasoberfläche kleben zu bleiben. Die Folge: Die Schiebetüren lassen sich nach dem Reinigungsvorgang häufig nur schwer wieder öffnen. Sie klebten und saugten sich entlang der Dichtung fest. Das oftmals kraftaufwendige Öffnen schadete wiederum den Dichtungen – zu Lasten der Standzeit.

Die Aufgabe lautete also, für diese anspruchsvolle Türabdichtung einen passenden Dichtungswerkstoff zu finden. Dieser sollte mit Blick auf die Zukunft die verschärften Anforderungen hinsichtlich Dampf- und Chemikalienbeständigkeit erfüllen. Die Geometrie der Dichtung wurde dabei gleich mitüberprüft

Gegenwart: neuer Werkstoff öffnet Türen
Die Lösung ist ein extrudiertes aufblasbares Dichtungsprofil aus dem schwarzen Elastomerwerkstoff 70 EPDM 471. Die Besonderheit der neuen Dichtung liegt in der Gestaltung der Dichtlippengeometrie, die eine lokal hohe Kontaktspannung bewirkt und somit einer „schleichenden“ Leckage keine Chance gibt. Nach dem Reinigungszyklus wird die Dichtung drucklos geschaltet. Sie zieht sich nun in die Ausgangslage zurück und die Schiebetür kann einfach geöffnet werden – ohne Ansaugen, Festkleben und Beschädigen der Dichtung.

70 EPDM 471 entspricht den Forderungen der FDA-Regulierung 21 CFR 177.2600 und ist somit für den Einsatz in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie zugelassen. Das Material ist gegen eine Vielzahl aggressiver Desinfektions- und Reinigungsmittel beständig und für CIP-/SIP-Prozesse (Cleaning In Place/ Sterilization In Place) geeignet. Seiner hohen Abriebfestigkeit sind die langen Standzeiten der Dichtung zu verdanken.

Zur Herstellung einer um den gesamten Türrahmen rundum geschlossenen Dichtung, werden die beiden Enden des Profils stoßvulkanisiert. Dabei verketten sich die Moleküle zu einer festen Einheit. Folglich dichtet das Profil an der Verbindungsstelle genauso verlässlich wie an allen sonstigen Punkten.

Zukunft: Einer fruchtbaren Partnerschaft stehen alle Türen offen
„Die neue Lösung zum Abdichten der Türen unserer Anlagen trägt dazu bei, unseren Wettbewerbsvorsprung auszuweiten. Auch unsere Kunden werden den Qualitätsunterschied wahrnehmen“, sagt Thomas Nolden, Entwicklung Münchener Medizin Mechanik. Andreas Jeck, Vertriebsaußendienst Freudenberg Sealing Technologies Process Seals, ergänzt: „Dank der Zusammenarbeit mit den Fachleuten von der Münchener Medizin Mechanik konnten wir unser Wissen auf dem Gebiet der Türabdichtung noch erweitern und haben einen neuen Partner gefunden, mit dem wir auch künftig herausfordernde Projekte realisieren werden.“

Neben der Dichtung haben die Projektpartner in einem anschließenden zweiten Schritt auch das Ventil optimiert, das die Druckluftzuführung regelt. Der Dichtungshersteller entwickelte hierzu in Kooperation mit einem externen Lieferanten ein Edelstahlventil. Jetzt ersetzt ein „Klick-Mechanismus“ die bisherige unflexible Schraubverbindung zwischen Ventil und Druckluftschlauch. Die Münchener Medizin Mechanik kann sich heute auf das perfekte Zusammenspiel von Ventil und Dichtung verlassen und darüber hinaus beide Komponenten aus einer Hand beziehen.

Die erfolgreiche Partnerschaft wird bereits in Folgeprojekten weitergeführt. Eines davon ist die Entwicklung einer kleineren Dichtungsvariante für eine neue Baureihe der Reinigungs- und Desinfektionsanlage. Außerdem entwickeln die beiden Unternehmen gemeinsam eine Dichtung für Türen von Druckbehältern. l

Powtech Halle 6 – 227

Mehr über Elastomerwerkstoffe erfahren Sie hier.

Heftausgabe: September 2014
Dr. Ulrich Liedtke, Leitung technische Abteilung, Freudenberg Sealing Technologies Process Seals

Über den Autor

Dr. Ulrich Liedtke, Leitung technische Abteilung, Freudenberg Sealing Technologies Process Seals
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