Hygiene und Ex-Schutz - kein Widerspruch

Explosionsschutz in Sprühtrocknungsanlagen

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18.02.2016 Wie der Betreiber durch richtungsweisenden Schutz vor Staubexplosionen nicht nur die Produktionssicherheit erhöht, sondern auch Kosten reduziert, was neue Normen dazu beitragen und was eine EHEDG-zertifizierte Berstscheibe damit zu tun hat, schildert dieser Beitrag.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Seit Kurzem gibt es für Sprühtrocknungsanlagen neue Auslegungsgrundlagen nach der neuen Richtlinie VDI 2263 Blatt 7, die sich mit dem Brand- und Explosionsschutz an Sprühtrocknungsanlagen befasst.
  • Umfangreiche Untersuchungen und Kon­zentrationsmessungen ermöglichen eine neue, richtungsweisende Berechnungsmethode. Das führt zu signifikanten Reduzierungen der Druck­entlastungsfläche.

Sprühtrocknungsanlagen sind ein ideales Anwendungsgebiet für die Schutzmaßnahme „Explosionsdruckentlastung“. Sie kommen vorzugsweise in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz. Die Speisemenge wird in einem Trockenturm mittels Düsen oder rotierenden Scheiben fein zerstäubt. Das pulverartige Erzeugnis wird dann durch Heißgas im Gleich- oder Gegenstrom getrocknet. Dieser Prozess ist ist in der Regel stark explosionsgefährdet, da im Sprühturm aufgewirbelter, brennbarer Staub auftritt. Folglich ist die Atmosphäre explosionsfähig. Tritt zusätzlich eine Zündquelle auf, lässt sich eine Explosion nicht vermeiden. Aus diesem Grund ist es notwendig, geeignete Schutzmaßnahmen in diesen Anlagen vorzusehen. Dazu gibt es seit Kurzem neue Auslegungsgrundlagen nach der neuen Richtlinie VDI 2263 Blatt 7, die sich mit dem Brand- und Explosionsschutz an Sprühtrocknungsanlagen (Staubbrände und Staubexplosionen – Gefahren, Beurteilung, Schutzmaßnahmen) befasst.

In der Richtlinie wird jetzt berücksichtigt, dass diverse betriebliche Einflussfaktoren bei der Sprühtrocknung die Explosionsheftigkeit im Vergleich zu anderen staubführenden Anlagen herabsetzen können. Produktfeuchte, Staubkonzentration und Arbeitstemperatur spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

Neue Berechnungsmethode: weniger Volumen, geringere Entlastungsfläche
Der KSt-Wert wird unter anderem maßgeblich von der Staubkonzentration beeinflusst. Im Hinblick auf eine praxisgerechte Auslegung der Druckentlastung wird eine für Sprühtrockner realistische Staubkonzentration zugrunde gelegt. Diese weicht von der Konzentration ab, bei der die maximale Explosionsheftigkeit zu erwarten ist. Umfangreiche Untersuchungen und Konzentrationsmessungen durch Fachleute des VDI-Arbeitskreises ermöglichen eine neue, richtungsweisende Berechnungsmethode. Das führt letztendlich zu einer signifikanten Reduzierung der erforderlichen Druckentlastungsfläche, de facto zu kleineren Fläche oder zu einer geringeren Anzahl von Berstscheiben.

Heftausgabe: Februar 2016
Seite:
Sandra Fuchs, Marketing Kommunikation, Rembe

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Sandra Fuchs, Marketing Kommunikation, Rembe
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