Mit KWKK Produktionskosten senken

Für kühle Rechner

11.10.2016 Wettbewerbsfähig bleiben heißt sparen lernen: Unternehmen energieintensiver Branchen wie die Ernährungs- und Lebensmittelindustrie sind darauf angewiesen, ihre Gebäude, Anlagen und Produktionsprozesse möglichst energieeffizient auszulegen.

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Entscheider-Facts für Erzeuger

  • Die Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Dies gilt insbesondere für die Bereitstellung von Kälte zur Kühlung und Lagerung der Waren.
  • Um wettbewerbsfähig zu bleiben sind Betreiber also angehalten, mögliche Einsparpotenziale und Synergieeffekte zu nutzen.
  • Ein Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung-System beispielsweise ermöglicht es einem Betreiber der fleischverarbeitenden Industrie, jährlich bis zu 50 % des Gesamtbedarfs an Strom und Kälte selbst zu erzeugen.
Für kühle Rechner

In der fleischverarbeitenden Industrie ist die Energieeffizienz ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit.
(Bild: shock – colourbox)

Da Energiekosten durchaus zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb werden können. Die Fakten sprechen für sich: Nach Angaben des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins entfallen allein 67 % des bundesdeutschen Kältebedarfs auf die Nahrungsmittelindustrie, weitere 22 % verbraucht die Gebäudekühlung.

Zukunft bringt steigenden Kältebedarf

Insgesamt, so sind sich die Experten einig, wird der Kältebedarf in Deutschland künftig noch weiter ansteigen. Zum einen aufgrund der steigenden Technologisierung, zum anderen aufgrund des Klimawandels, der sich als wachsender Kältebedarf für Prozesskälte in der Kühlung und Lagerung von Waren in der Produktion niederschlägt. Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie, darunter industrielle Fleisch- und Fleischwarenproduzenten, stellen diese Entwicklungen vor Herausforderungen: Sie müssen nicht nur mit stetig steigenden Personal- und Einkaufskosten kalkulieren, sondern darüber hinaus für den Gebäudebetrieb und die Produktion auch immer größere Mengen an Energie in Form von Kälte bereitstellen. Ein Lösungsansatz können hier Systeme auf Basis von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung sein. Sie stellen neben Strom und Wärme zusätzlich Kälte bereit, die Unternehmen für Gebäudebetrieb und Produktion verwenden können. Bei optimaler Auslegung ist es möglich, den Bedarf an Primärenergie für die Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung sogar so weit zu verringern, dass es möglich ist außerhalb der Spitzenlastzeiten gänzlich auf zusätzlichen, externen Strombezug für den Betrieb von Kompressionskältemaschinen zu verzichten.

Unternehmen investiert in KWKK-Anlage

So auch im Falle des industriellen Fleischwarenherstellers aus Nordrhein-Westfalen: Die Verantwortlichen im Unternehmen standen vor einer Investitionsentscheidung, um die Produktion am Standort der Unternehmenszentrale zu erweitern. Der damit verbundene höhere Kältebedarf von rund 2 MW Nennleistung – dieser betrug bis dato rund 25 % der Energiekosten – hätte eine Investition in eine vierte Trafostation und eine zusätzliche strombetriebene Kompressionskältemaschine erforderlich gemacht. Doch die Geschäftsführung entschied sich anders. Sie investierte in ein Blockheizkraftwerk in Verbindung mit einer Absorptionskältemaschine, kurzum: eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlage (KWKK).

Heftausgabe: Oktober 2016
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Über den Autor

Olaf Besser, Geschäftsleitung, und Silvio Müller, Yados, sowie Axel Munsch, Geschäftsführung, Ecoenergy Therm
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