Modulares Kabelführungssystem für Reinräume und Hygieneproduktion

Hygienerisiko „Kabel“ im Griff

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17.02.2011 Kabelkanäle und die Kabelführung insgesamt bergen in Prozessen der Pharmaindustrie, der Lebensmittelverarbeitung und insbesondere in Reinräumen latent die Gefahr von Kontaminationen. Eine Alternative zu herkömmlichen beschichteten Stahlrohrleitungen stellt ein modulares Kabelführungssystem aus Edelstahl dar. In zahlreichen Betrieben der „Big Pharma“ ist die Lösung bereits im Einsatz.

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Bis Prozessinstrumente komplett ohne Kabel auskommen können, weil sie per Batterie versorgt und per Funkkommunikation angesprochen werden, wird noch einige Zeit vergehen. Und auch dann bleibt die Frage der Energiezuführung. Gerade in Prozessen der Pharma- und Lebensmittelfertigung, insbesondere in Reinräumen, aber auch in der Chemie, stellen Kabelkanäle ein Kontaminationsrisiko dar. Im Gewirr offener Kabelrinnen sammeln sich auf und zwischen den Kabeln Staub und Schmutz. Dadurch können unter Umständen Keime gedeihen.

Die in der Praxis häufig eingesetzten Standard-Stahlrohrleitungen, die unter anderem auch mit PVC beschichtet werden, sind vergleichsweise teuer. Die dafür notwendigen Leerrohre müssen, um den hohen Hygienestandards in der Pharma- und Lebensmittelindustrie zu genügen, vorgefertigt werden. Eine Anpassung bei der Installation vor Ort ist aufwendig. Oft besteht dabei zudem die Gefahr, dass sie bei der Installation beschädigt werden. Dazu kommt, dass Sonderlösungen häufig auch schwierig zu installieren sind und sich der Aufwand für die Montage vor Ort bei deren Einsatz erhöht.

Baukasten ermöglicht die einfache Montage vor Ort

Beim Kabelführungssystem Hycon des irischen Anbieters Dunreidy Engineering werden zu verlegende Kabel dagegen in einem modularen Schutz- und Aufnahmesystem untergebracht, das auch vor Ort vergleichsweise einfach und schnell montiert werden kann. Die Kabelführung besteht aus Edelstahl 316L (1.4404, 1.4432, 1.4435) und kommt ohne geschraubte Kniestücke, Kupplungen und Fittings aus. Die modulare Ausführung spart Installationszeit und führt zu Kosteneinsparungen in der Montage. Ein Verschweißen der Rohre in Reinräumen entfällt. Neben den Edelstahl-Rohren in 316L besteht das System aus abgedichteten bzw. abdichtbaren Deckendurchführungen, Verbindungsstücken, T-Rohren, Krümmern mit verschiedenen Winkeln, Inspektionsboxen, Reduzierstücken, Montageschellen, Wandhalterungen, Kabeldurchführungsstopfen etc.

Das Kabelführungssystem wird in zwei Ausführungen angeboten: Beim Hycon-O ist die Konstruktion komplett geschlossen und entspricht bei fachgerechter Montage der Schutzart IP 68, Kategorie 1 (BS EN 60529). Hycon-S ist dagegen teilweise abgedichtet und kommt für geschlossene, halb offene und offene Kabelführungen in Frage. Beide Systeme sind in Größen von 1 bis 4 Zoll (UL-klassifiziert) lieferbar.

Das Kabelführungssystem kommt unter anderem bereits bei den Pharmaunternehmen Pfizer, Novartis, Schering-Plough, Merck, Janssen und weiteren zum Einsatz. In der Praxis hat sich gezeigt, dass durch dessen Einsatz die GMP-Compliance vereinfacht wird. Die Anwender und Montagefirmen schätzen dabei insbesondere den Aspekt, dass die ausführende Firma vor Ort flexibel entscheiden kann, wie die Installation erfolgen soll. Insbesondere, wenn sich die geplante Aufstellung von Maschinen ändert oder eine nachträgliche Installation bzw. ein Umbau erforderlich ist.?[AS]

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Heftausgabe: Februar 2011
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Über den Autor

Armin Scheuermann / Dunreidy Engineering
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