Hybrid mit Antriebskraft

Kombination aus Dreh- und Kreiskolbenpumpe für die hygienische Förderung

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21.10.2010 Bei der Pumpe mit der Bezeichnung Revolution handelt es sich um einen Hybrid aus Dreh- und Kreiskolbenpumpen, der die Vorteile beider Prinzipien in einer Pumpe vereint. Diese Entwicklung ist eine Neuerung im Bereich der hygienischen Förderung, in dem sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren nur wenig getan hat.

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Entscheider-Facts Für Anwender

  • Die Vorteile der Pumpenreihe Revolution:
  • geringe Wartungs- und Reparaturkosten;
  • geringere Stellfläche;
  • vereint die Vorteile von Kreis- und
  • Drehkolbenpumpen in einer Pumpe;
  • hochflexibel trotz weniger Bauteile.

Eine Pumpe der Baureihe ist aufgrund ihrer Bauweise ein echtes Multitalent. Sie vereint die sehr gute CIP- und SIP-Fähigkeit, die Feststoff-Förderung mit schonender Produktförderung, die Möglichkeit, hochviskose Medien zu fördern und die Möglichkeit zur Selbstsansaugung in einer Pumpe. Derselbe Grundaufbau – Rotorgehäuse und Dichtungen – kann je nach Bedarf und abhängig von der Rotorform entweder zu einer Drehkolbenpumpe oder zu einer Kreiskolbenpumpe konfiguriert werden. Die Pumpen stehen in sieben Getriebegrößen zur Verfügung, mit denen sich jeweils mehrere Fördermengen darstellen lassen. So kann man insgesamt aus 35 verschiedenen Fördermengen bis zu 190m3/h wählen; der maximale Druck liegt bei 31bar.

Pumpengehäuse für Wirkungsgrad und Reinheit optimiert

Kennzeichen der Hybridpumpe sind Robustheit, problemlose Reinigung und Anwenderfreundlichkeit: Sie ist ideal für Reinigungsvorgänge wie CIP und SIP geeignet, der Pumpenkopf ist dank der Geometrie vollständig selbstentleerend. Die inneren, produktberührten Oberflächen des Pumpenkopfes haben eine Oberflächengüte von Ra = 0,8µm. Dichtungen und Gehäuseabdeckung haben keine Toträume und verhindern so eine Kreuzkontamination, wenn Medien gewechselt werden müssen. Das Pumpengehäuse ist für Wirkungsgrad und Reinheitoptimiert. So ist es nicht notwendig, das Gehäuse bei der Kreiskolbenvariante für die CIP-Reinigung zu überarbeiten, wie es bei herkömmlichen Pumpen der Fall ist, bei denen Löcher gebohrt werden müssen. Dies wirkt sich auf die Druckspezifikationen und den Wirkungsgrad der Pumpe aus. Die Pumpe ist auch in der Kreiskolbenvariante CIP-fähig.

Alle Dichtungen der Pumpe sind von vorne zugänglich und können so leicht ausgetauscht werden, ohne dass die komplette Pumpe aus dem Prozess entfernt werden muss. So dauert ein Wechsel der Gleitringdichtungen nur noch 15min und ist somit viel weniger zeitaufwendig als bei vergleichbaren Pumpen. Die Dichtungen können mit geringen oder hohen Drücken gespült werden. Dies ist bei manchen Medien sinnvoll, die zu Verklumpung oder Auskristallisieren neigen. Da es sich bei den Dichtungen der Hybridpumpen um innenliegende Dichtungen handelt, ist die Einsatzdauer im Vergleich zu externen Dichtungen zwei- bis dreimal länger, da interne Dichtungen bei jeder Rotordrehung neues Medium auf die Dichtflächen bekommen.
Ein weiterer Faktor für eine lange Standzeit der Pumpen sind die Rotorwellen. Im Vergleich zu anderen Drehkolben- und Kreiskolbenpumpen haben die Wellen der Pumpe einen größeren Durchmesser und sind somit robuster und langlebiger, auch bei hochviskosen Medien. Die Lager der Pumpe sind ebenfalls entsprechend größer dimensioniert und erreichen auf diese Weise deutlich höhere Standzeiten als bei konventionellen Pumpen.
Die schrägverzahnten Zahnräder im Getrieberaum der Pumpe verbessern die Kraftübertragung des Motors auf die Pumpe signifikant und verdoppeln die Standzeiten im Vergleich zu normalen Zahnrädern. Darüber hinaus verringert sich die Lärmemission dadurch deutlich.

Eine Pumpe,viele Einsatzmöglichkeiten

Je nach Anwendungsfall und Bedarf kann zwischen einem Twin-Wing und einem Lobe-Rotor gewählt werden. Erst durch den Rotor wird die Pumpe zu einer Kreis- oder einer Drehkolbenpumpe. Selbstverständlich können auch die Rotoren problemlos getauscht werden. Die Hybridpumpe eignet sich für Anwendungen in der Pharma- und Lebensmittelindustrie sowie der Getränkeherstellung, bei der Produktion von Körperpflegeartikeln sowie für alle diejenigen Industriezweige, in denen hygienische Förderung oder gute Reinigungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle spielt.

So wird eine Pumpe dieser Baureihe beispielsweise eingesetzt, um heiße Tomatensoße bei einer Temperatur von 80 bis 85°C zu fördern. Die Soße enthält entweder Basilikum und Olivenöl oder Meeresfrüchte. Der Anwender suchte nach einer Pumpe, die die Tomaten möglichst wenig beschädigt und die nicht manuell gereinigt werden muss. Da die Produktion saisonal variieren kann, war ein gewisser Grad an Flexibilität gefordert. Natürlich spielte auch der Wartungsaufwand eine Rolle bei der Entscheidung zu einer neuen Pumpe. Mit der installierten Revolution ist der Kunde sehr zufrieden, da er mehrere tausend Euro pro Monat allein durch die verringerte Produktdegradation und den somit verringerten Ausschuss einsparen konnte. Die Pumpe wird mit heißem Wasser im CIP-Verfahren gereinigt.
Ein anderes Beispiel ist die Förderung von Haarspülung. Dieses viskose Medium – 6250mPas – wurde vorher mit Pumpen gefördert, die täglich manuell gereinigt werden mussten. Dieser Arbeitsaufwand war nicht tragbar, und der Kunde suchte nach einer Alternative. Die nun installierten Pumpen werden mit heißem Wasser im CIP-Verfahren gereinigt. So spart der Kunde eine Reinigungszeit von rund 130 Stunden pro Jahr und Pumpe ein.

Geringe Ersatzteilkosten durch Standardisierung

Die Pumpenreihe besteht aus sieben Standard-Getriebegrößen, mit denen jeweils mehrere Fördermengen realisiert werden können. Die Getriebekomponenten für die jeweiligen Größen sind dabei für sämtliche Ausführungen gleich. Bei der Entwicklung wurde vor allem darauf geachtet, die Ersatzteilkosten so gering wie möglich zu halten. Daher wurde die Anzahl der Pumpeneinzelteile um nahezu 10% reduziert. Auch die Baugröße und dasGewicht der Pumpe konnten um 18% reduziert werden.

 

Heftausgabe: Oktober 2010
Heinz Raschdorf,

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Heinz Raschdorf,
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