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29.04.2009 Vega erweitert Plattformkonzept Plics

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Für ein mittelständisches Unternehmen blickt Vega mit seiner im Jahr 2003 vorgestellten Geräteplattform Plics inzwischen auf eine beachtliche installierte Basis: Rund eine halbe Million Füllstand- und Druckmessgeräte mit dem charakteristischen runden und knallgelben Kopfmessumformer hat das Unternehmen aus Schiltach mittlerweile ausgeliefert. Und zum fünfzigjährigen Bestehen kündigt der Hersteller nun die nächste Ausbaustufe an: Plics Plus. Mit neuen Gehäuse- und Geräteversionen, einer nach IEC 61508 (SIL) entwickelten Hard- und Software sowie neuen Messprinzipien will sich der Anbieter weitere Anteile im Markt für Füll-, Grenzstand- und Druckmesstechnik sichern.

Zu den neuen Geräten gehören unter anderem ein Signalauswertegerät, eine neue Mikrowellenschranke mit der Grenzstände auch in schwierigen Medien (z.B. Schüttgüter) erfasst werden können, sowie ein radiometrisches Gerät zur Füllstand- und Dichtemessung (ProTrac 30) und ein erster Differenzdruckmessumformer (Vegadif 65). Mit den beiden letzteren ist außerdem auch die Messung von Durchflüssen möglich – ein Betriebsparameter, der bislang nicht zum Portfolio des Herstellers gehörte. „Obwohl die Geräte das können, haben wir nicht vor, unsere Kernbereiche Füllstand- und Druckmessung auf die Durchflussmessung zu erweitern“, beschwichtigt Marketingleiter Holger Sack Vermutungen nach einer Expansionsstrategie.
Und auch die Übernahme des amerikanischen Unternehmens Ohmart, einem Hersteller von radiometrischen Füll- und Grenzstandmessgeräten, im Herbst 2008 war eher aus der Not geboren: „Wir sind an Ohmart bereits seit vielen Jahren beteiligt, und nun stand ein Eigentümerwechsel an“, erklärt Günter Kech den Auslöser für die Aquisition.
Zum Ausbau der Geräteplattform gehören auch verbesserte Diagnose-, Service- und Wartungsmöglichkeiten. So zum Beispiel Asset-Management-Informationen nach NE 107, das Loggen von bis zu 100000 Messwerten und Ereignissen mit Zeitstempel sowie ein neues Anschlusskonzept für Versorgungs- und Signalleitungen. Um das bislang von oben zugängliche Anzeige- und Bedienmodul auch seitlich anbringen zu können, wurde ein Zweikammer-Gehäuse entwickelt, das in Aluminium, Edelstahl-Feinguss (z.B. für Offshore-Anwendungen) sowie Kunststoff (PBT) gefertigt wird. Dieses kann außerdem ein Quadband-GSM-Funkmodul zur Fernübertragung aufnehmen.
Denn zu den neuen Anwendungen, die der Hersteller erschließen möchte, gehören auch abgelegene Einsatzorte, bei denen die Kommunikation über weite Strecken erfolgen muss. Die Geräteelektronik wurde deshalb auch für niedrigere Versorgungsspannungen – 9,6-V- bzw. 12-V-Batterie – und geringere Stromaufnahme optimiert.

Neue Anwendungen angestrebt

In Schüttgutanwendungen sind beispielsweise große Messbereiche und das Erfassen schneller Füllstandänderungen typische Anforderungen. „Durch den Einsatz neuer Mikroprozessoren erreichen wir nun eine komplexere Signalanalyse und eine höhere Geschwindigkeit“, erklärt Produktmanager Jürgen Skowaisa die Weiterentwicklung. Die höhere Empfindlichkeit der Mikrowellenmodule – laut Hersteller Faktor 4 – zahlt sich insbesondere in schwierigen Anwendungen, wie Kunststoffpulvern, Lösemitteln oder Flüssiggas, aus.

Eine weitere Komponente der „Modellpflege“ ist das SIL-fähige Signal-Auswertegerät. „Für einen geringen Mehrpreis liefern wir die Plics-Geräte mit der speziellen Dokumentation, die auch die Lambda-Werte enthält, die der Betreiber zur Berechnung seiner Sicherheitskreise braucht“, erklärt dazu Holger Sack.

Um die Parametrierung der Geräte bei der Inbetriebnahme zu vereinfachen, wurde die Systematik der Softwarekonfiguration überarbeitet: Nachdem der Anwender seine Anwendung im Menü ausgewählt hat, aktiviert der Sensor lediglich die notwendigen Funktionen und Parameter. Die Gerätebeschreibung mit FDT/DTM-Technologie folgt dabei dem von der FDT-Group erarbeiteten FDT-Style-Guide, durch die eine herstellerübergreifende einheitliche Bedienoberfläche definiert wird. Außerdem soll parallel die Gerätebeschreibungstechnik EDDL genutzt werden können. Die Versionsproblematik – ein aus Betreibersicht für das Life Cycle Management einer Anlage nicht zu unterschätzender Punkt – löst der Anbieter durch individuell entwickelte DTMs, die zu älteren Geräten rückwärtskompatibel sein sollen. Dadurch muss im Leitsystem nur jeweils der neueste DTM vorhanden sein, was die Versionsverwaltung vereinfacht. „Das geht nur, wenn man diese Gerätetreiber individuell programmiert“, verdeutlicht Günter Kech den Unterschied zu automatisch generierten DTMs.

„Rückwärtskompatibilität hat Priorität“
Vega-Geschäftsführer Günter Kech (Mitte) zur Versionsproble-matik bei Gerätesoftware. Links: Marketingleiter Holger Sack; rechts: Produktmanager Jürgen Skowaisa

Heftausgabe: Mai-Juni 2009
Armin Scheuermann ,

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Armin Scheuermann ,

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