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Messe Biotechnica mit Fokus auf Bioökonomie

02.10.2013 Auf der diesjährigen Biotechnica vom 8. bis 10. Oktober 2013 in Hannover werden sich rund 600 Aussteller aus 28 Ländern präsentieren, meldet der Veranstalter Deutsche Messe. Ein Schwerpunktthema der Fachmesse für Biotechnologie, Life Sciences und Labortechnik ist die Bioökonomie.

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Lange Zeit waren Obstschalen, Panzer von Krustentieren oder Molke Abfallprodukte in der Lebensmittelindustrie. Doch die so genannten Reststoffe enthalten oft interessante chemische Strukturen. Das macht sich die Biotechnologie zunutze: Auf Basis solcher Reststoffe entstehen etwa hochwertige Kosmetika. Dies ist nur ein Beispiel aus dem weiten Spektrum der Biotechnologie. Welche neuen Themen und Anwendungsbereiche die Branche aktuell bearbeitet, zeigt die Messe.

Erstmals gibt es außerdem mit der Schweiz ein Partnerland der Biotechnica; die Schweiz nimmt weltweit eine führende Position in der Biotechnologie ein.

„Wo die Biotechnologie aktuell steht und wie es weitergeht auf dem Weg zu einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft, sehen wir auf der Biotechnica“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe. Im Zentrum der Fachmesse stehen Technologien und Innovationen aus Forschung und Entwicklung ebenso wie Produkte und Anwendungen aus den Bereichen Medizin, Lebensmittelproduktion sowie Industrie und Umwelt. Hinzu kommen Dienstleistungen für die Biotech- und Pharmaindustrie. Die Biotechnica gilt zudem als eine bedeutsame Plattform für die Zusammenführung von Innovatoren und Kapitalgebern.

Fokus auf Bioökonomie
„Die Bioökonomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit einem starken Wachstumspotenzial“, sagt Köckler weiter. Nach und nach solle die erdölbasierte Wirtschaft durch eine biobasierte Wirtschaft ersetzt werden. So hat etwa die Bundesregierung mit der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030 das klare Ziel gesetzt, Deutschland zu einem führenden Forschungs- und Innovationstandort in der Bioökonomie zu entwickeln, das der weltweiten Strukturwandel maßgeblich mit vorantreibt. Auf der Messe wird deutlich, in wie vielen Bereichen bereits auf erneuerbare biologische Ressourcen gesetzt wird, um nachhaltig und effizient zu produzieren.

Um einzelne Themen in den Mittelpunkt zu rücken, setzt die Messe auf verschiedene Marktplätze, die jeweils ein Schwerpunktthema der Branche abbilden. Dies sind die Bereiche personalisierte Medizintechnologie, Biotechnologie in der Lebensmittelbranche sowie industrielle Biotechnologie.

Marktplatz „Innovation in Food“
Mit dieser Veranstaltung baut der Messeveranstalter das Angebot für den Bereich Lebensmittelbiotechnologie weiter aus. Auf dem Marktplatz „Innovation in Food“ findet sich alles rund um die Frage, wie mit Hilfe von Biotechnologie sicherere, hochwertigere und ökologisch angemessenere Lebensmittel hergestellt werden können. Denn die Lebensmittelindustrie steht vor großen Herausforderungen: Bei Lebensmittelskandalen etwa sehen sich Verbraucher oft hilflos ausgeliefert und fordern mehr staatliche Kontrollen und stärkere Transparenz seitens der Unternehmen. Gleichzeitig legen viele Verbraucher aber auch Wert auf die ständige Verfügbarkeit etwa von Südfrüchten und auf niedrige Preise. Doch Sicherheit und Verfügbarkeit haben ihren Preis. Hinzu kommt außerdem eine steigende Sensibilität bei den Verbrauchern im Zusammenhang sowohl mit Allergien als auch mit dem Bestreben, im Haushalt ökologisch sinnvoll zu handeln. Auf der Messe zeigt die Biotechnologie-Branche, welche Alternativen sie bei der Produktion von Lebensmitteln zu bieten hat. Darüber hinaus kommen Anbieter und Produzenten sowie Nutzer und Wissenschaftler zu verschiedenen Konferenzen zusammen, um die aktuellen Entwicklungen und ihre Folgen zu diskutieren.

Marktplatz Personalisierte Medizintechnologie
Auf dem Marktplatz Personalisierte Medizintechnologie zeigen und diskutieren Anbieter und Nutzer den aktuellen Stand der personalisierten Medizintechnologie. Dazu gehören Erkenntnisse über molekulare Vorgänge, neue immunologische und biochemische Testsysteme oder besonders auch innovative bildgebende Verfahren. Es präsentieren sich Forschungsinstitute und Hochschulen, Vertreter aus Pharmaindustrie, Biopharmazie und Diagnostikindustrie sowie aus Biobanken und Laboren, um ihre Ideen, Produkte und Verfahren in Sachen Diagnostik und Therapeutik darzustellen. Dabei spielt auch das Networking eine große Rolle. So organisieren die 4 deutschen Spitzencluster für Personalisierte Medizin gemeinsam mit dem Verband der forschenden Arzneimittel-Unternehmen, dem Biotechnologieverband Biodeutschland und dem Verband der Diagnostica-industrie ein spannendes Vortragsprogramm.

Marktplatz „Industrielle Biotechnologie“
Der Lebensmittelbereich ist nur ein Sektor von vielen, der die Biotechnologie industriell nutzt. Auf dem -Marktplatz für die industrielle Biotechnologie wird deutlich, welche Bedeutung die Biotechnologie innerhalb der unterschiedlichen Industriebranchen bereits hat. Ob in Kosmetika oder Reinigungsmitteln – biologische Systeme werden für die nachhaltige Herstellung verschiedenster Produkte genutzt. Außerdem erschließt die Biotechnologie neue Rohstoffquellen. Die industrielle, auch „weiß“ genannte Biotechnologie ist auf dem Vormarsch. In Deutschland beschäftigen sich mehr als 60 Unternehmen fast ausschließlich mit industrieller Biotechnologie. Große Firmen wie BASF, Evonik, Bayer oder Henkel setzen unter dem Stichwort „Biologisierung der Industrie“ längst auf die Kombination von biotechnologischen und chemischen Verfahren.

Konferenz- und Rahmenprogramm zur Ausstellung
Zusätzlich zur Ausstellung bietet die Fachmesse ein umfangreiches Konferenz- und Rahmenprogramm. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des 10. European Biotechnica Award während der offiziellen Eröffnungsfeier der Messe. Das Leitmotto für den Wettbewerb lautet in diesem Jahr „Integration of Biotechnology into the industry“. Ausgezeichnet wird ein europäisches Unternehmen, das biotechnologische Prozesse nutzt und Produkte erfolgreich in den Markt eingeführt hat.

(dw)

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