P+F Trendbericht: Kontinuierliche Produktion

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18.09.2017 Batchweise oder kontinuierlich – eigentlich schien die Sache klar: Bei großen Mengen lohnt sich der kontinuierliche Ansatz, während Hersteller kleinerer Mengen bei der übersichtlichen Batch-Produktion bleiben. Doch dieses Dogma wankt.

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Entscheider-Facts für Planer, Betreiber und Manager

  • Kontinuierliche Produktion lohnt sich mittlerweile auch bei geringen Produktionsmengen, da sie effiziente Produktion mit hoher Ausbeute ermöglicht. Dies ist besonders bei teuren Rohstoffen sowie in der Produktentwicklung ein großer Vorteil.
  • Ein Umstieg auf kontinuierliche Produktion ist mit großem finanziellen und logistischen Aufwand verbunden. Diese Hindernisse zu senken und den Konti-Betrieb damit attraktiver zu machen, ist ein großes Ziel der Anlagenanbieter.
machine conveyor with glass bottles ampoules

Kontinuierliche Produktion bietet viele Vorteile, erfordert aber größeren Aufwand.
(Bild: Kadmy – Fotolia)

Insbesondere bei teuren Rohstoffen erweist sich die hohe Ausbeute, die sich in der kontinuierlichen Produktion erzielen lässt, als ausschlaggebend. Die Prozessanalysen-Technologie ermöglicht es außerdem, zu jeder Zeit an jedem Punkt die Prozessparameter abzurufen und bei Bedarf ins Geschehen eingreifen und nachjustieren zu können. Dies ermöglicht ein schnelles Anpassen einer Rezeptur, was besonders in Forschung und Entwicklung viele Rohstoffe spart.

 

„Der Einstieg ist einfacher geworden“

Darüber hinaus erhält man auch bei schwankenden Rohstoffqualitäten ein einheitliches Endprodukt. „Genau das ist – im Gegensatz zur Chargenproduktion – durch die intelligenten Mess- und Regelalgorithmen möglich“, erklärt Dr. Harald Stahl, Group Director Application & Strategy Management bei GEA. Damit entfällt das Risiko, eine ganze Charge wegen fehlerhafter Einstellungen verwerfen zu müssen. Die nötige Prozessanalytik und damit verbundene Software zu verbessern, ist derzeit ein wichtiges Ziel der Anbieter: „Der Einstieg ist für den Nutzer viel einfacher geworden“, betont Bart Moors, Director Global Account and Project Development Life Sciences, Siemens.

Besonders beim Abfüllen und Verpacken ist kontinuierlicher Betrieb schon lange etabliert. Mittlerweile laufen aber auch andere Prozessschritte zunehmend kontinuierlich. Beispielsweise steigt die Nachfrage nach Konti-Mischern und -Trocknern, auch Vakuumtrocknung funktioniert im Dauerbetrieb. „Der ganze Markt ist der Ansicht, dass die Nachfrage nach kontinuierlichen Lösungen steigt“, meint Tobias Borgers, Marketingleiter bei L.B. Bohle. „Jeder ahnt, dass Konti die Zukunft ist.“ Entsprechend bezeichnet der Pharmakonzern Pfizer sein zuletzt in Freiburg eröffnetes Werk mit kontinuierlicher Produktion als „Zukunftswerk.“ Nachhaltiger und flexibler produzieren zu können war das Ziel des Umstiegs auf kontinuierliche Produktion.

Heftausgabe: September 2017
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Ansgar Kretschmer, Redaktion

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