Kein notwendiges Übel

Reinigungskonzept schafft neue Perspektiven

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28.10.2013 Schmutz geht gar nicht! Die Bedeutung der Reinraumreinigung ist vielen Reinraumbetreibern bekannt. In jedem Reinraum werden ständig neue Kontaminationen durch Mensch und Maschinen erzeugt, die entweder aus der Luft gefiltert werden oder sich auf Oberflächen absetzen. Letztere müssen regelmäßig - bei Böden im Regelfall täglich - anhand der Wischreinigung beseitigt werden.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Die Reinraumreinigung ist ein Prozess, der immer Zeiteinsatz und eine präzise Durchführung erfordert.
  • Mit dem richtigen Equipment können allerdings deutliche Zeit- und Krafteinsparungen erreicht werden, ohne dass Sicherheit und Effektivität beeinträchtigt werden.
  • Die Auswahl des geeigneten Systems und die Anwendung der richtigen Reinigungsmethode erfordern hohe Fachkenntniss. Spezialisierte Hersteller bieten Hilfestellung und umfangreiche Beratung bis hin zu Mitarbeiterschulungen.

Nur mittels der manuellen Wischreinigung mit speziellen Mopps können Kontaminationen und winzige, unsichtbare Partikel von Oberflächen aufgenommen und sicher entfernt werden. Somit beeinflusst die Reinigung direkt die Reinheit und damit den Status des Reinraums.
Oftmals wird die Reinraumreinigung jedoch als zeitaufwendig oder gar lästig betrachtet, was bei Verwendung veralteter Techniken auch nachvollziehbar ist. Da dieser Prozess sehr sorgfältig und präzise ausgeführt werden muss und interne SOPs genau eingehalten werden sollten, gibt es keinen schnelleren Weg zu einem gereinigten Reinraum. Mit dem Purquip Ergo wurde ein völlig neues Reinigungskonzept entwickelt, das in vielen Aspekten die Reinraumreinigung verändert.

Wesentliche Aspekte bei der Reinraumreinigung
Dass Zeit vor allem im Reinraum direkt mit Kosten verbunden ist, sei an dieser Stelle nochmals erwähnt. Reinraumbetreiber und Anwender sind primär für die Produktion ihres Produkts verantwortlich. Da die manuelle Reinigung in der Regel am Ende eines jeden Arbeitstages bzw. Produktionsprozesses ansteht und gerade in aseptischen Reinräumen oft hierfür kein zusätzliches Personal gestellt wird, sollte dieser Prozess zeitlich möglichst effektiv durchgeführt werden. Dabei darf die Qualität oder Effektivität der Reinigung selbstverständlich nicht eingeschränkt werden.

In jedem Reinraum stellt der Mensch die größte Kontaminationsquelle dar. Bei jeder Bewegung werden unzählige Partikel und Keime von der Hautoberfläche in die Umwelt abgegeben. Daher sollten Bewegungen jeglicher Art auf ein Minimum reduziert werden. Bei der Reinigung müssen jedoch mechanische Prozesse durchgeführt werden, die mehr oder minder Kraftaufwendungen des Benutzers verlangen. Darüber hinaus können Reinigungsprozesse, die viel Kraftaufwand erfordern, zur Demotivation des Benutzers führen und in fehlerhafter Anwendung resultieren.

Anwendungsfehler vermeiden
Das strikte Einhalten der firmenintern validierten Anwendungsschritte sowie Arbeitsanweisungen ist für die effektive Wischreinigung unerlässlich. Ein falscher Ablauf oder Umgang mit den Mopps oder Wagensystemen kann schnell zu einem unzureichend befeuchteten Boden und einer ineffektiven Reinigung führen. Dies bedeutet oftmals, dass eine sichere Desinfektion nicht erreicht wird. Um solche Anwendungsfehler zu vermeiden, sollte der Anwender geschult und der Reinigungsvorgang möglichst einfach und ohne potenzielle Fehlerquellen gestaltet werden.

Die Effektivität der Reinigung sollte vor dem Einsatz neuer Reinigungsprodukte getestet und sichergestellt werden. Auch wenn ein System schon über einen längeren Zeitraum im Einsatz ist, müssen regelmäßig die Ergebnisse aus der Reinigung und Desinfektion überwacht und geprüft werden. Um die Validierbarkeit eines Reinigungssystems zu erreichen, muss gewährleistet sein, dass sämtliche Arbeitsschritte und Bestandteile des Systems möglichst reproduzierbar ausgelegt sind. Gibt es beispielsweise beim Befeuchten der Mopps Variable, kann nicht gewährleistet werden, dass die Desinfektion bei jedem Vorgang gleichwertig oder effektiv ist.

Bei der Wischreinigung ist der Mopp das Kernstück des Systems, da er einerseits die aufgenommene Flüssigkeit auf der Oberfläche verteilt, anderseits mittels seiner Materialstruktur und den feinen Mikrofasern winzige Partikel von der Oberfläche aufnimmt und zurückhält. Diese meist mikrobiell belasteten Partikel müssen beseitigt werden, um weiteres Keimwachstum und das Verschleppen durch Menschen und Geräte zu verhindern. Da der Mopp nach dem Wischvorgang mit solchen Keimen belastet ist, muss er aus dem Reinraum befördert werden, ohne in weiteren Kontakt mit der Flüssigkeit, den Geräten oder dem Mensch zu geraten – nur so können Kreuzkontaminationen verhindert werden.
Geräte, die in den Reinraum eingebracht werden, müssen gemäß den gültigen Vorschriften wie GMP und VDI 2083 mit der jeweiligen Reinraumklasse kompatibel sein – dies gewährleistet eine sichere Anwendung. Demnach sollen Reinigungsgeräte in handelsüblichen oder Industrieausführungen in Reinraumbereichen nicht eingesetzt werden. Es sollten Materialien gewählt werden, die robust, abriebfrei und leicht zu reinigen sind, und außerdem desinfiziert und autoklaviert werden können. Aufwendige Konstruktionen mit Toträumen und nicht erreichbaren Stellen sollten vermieden werden.

Neues Reinigungsprinzip
Durch eine völlige Neuentwicklung, bei der die obigen Aspekte akribisch betrachtet wurden, entwickelte Hydroflex ein Reinigungskonzept, das gleichzeitig ergonomisch, effizient und sicher ist. Das Purquip Ergo System implementiert erstmals ein simples 3-Stufen-System (drei Wannen) mit einer speziellen Mopp-Befeuchtungseinheit. Das Ziel des Systems ist es, den gesamten Reinigungsablauf einfach, effektiv und in ergonomisch perfekter Lage zu gestalten:

  • Wanne 1: Aufnahme von neuen, trockenen Mopps – berührungsfrei;
  • Wanne 2: einfaches Befeuchten der Mopps mittels Moppbefeuchter. Reinigung der Fläche – berührungsfrei;
  • Wanne 3: Abwurf der benutzten Mopps – berührungsfrei.
  • Das System ermöglicht die völlig berührungslose Durchführung aller Arbeitsschritte (Moppaufnahme, Moppbefeuchtung, Moppabwurf).

Wischen kann so einfach sein
Mit dem Ergo-Prinzip kann die Reinigung nun deutlich schneller durchgeführt werden, da weder Rüstzeiten – wie zum Beispiel beim Boxensystem – noch mehrere Schritte zum Befeuchten – wie beim Pressensystem – notwendig sind. Jeder Mopp kann in Sekundenschnelle aufgenommen und befeuchtet werden. Darüber hinaus wird nur die genau benötigte Menge an Mopps befeuchtet, sodass es keinen Überschuss gibt.

Das Handling von Boxen oder das Eintauchen und kraftaufwendige Auspressen der Mopps entfällt völlig. Die Anstrengung des Benutzers wird auf ein Minimum reduziert. Durch den logischen Aufbau des 3-Stufen-Systems werden Fehlerquellen minimiert. Da der Pro-zess sehr einfach und unkompliziert ist, kann er problemlos erlernt und wiederholt werden.

Der spezielle Moppbefeuchter ist das Kernstück des Systems. Er bringt bei jeder Betätigung die gleiche Flüssigkeitsmenge aus der Wanne auf den Mopp und gewährleistet so ein exaktes Befeuchten und absolute Reproduzierbarkeit.

Durch den erstmals berührungslosen Vorgang wird ein Handkontakt nicht nur mit dem Mopp, sondern auch mit dem Mopphalter völlig vermieden. Kreuzkontaminationen werden damit nahezu ausgeschlossen.

Das System besteht aus elektropoliertem Edelstahl und robusten Kunststoffeimern. Die Bauteile sind zerlegbar, leicht zu reinigen und vollständig autoklavierbar.

Um die Ergonomie weiter zu verbessern, wurde auf leichte Komponenten geachtet. Das System eignet sich gut zur Verwendung mit Purquip-Kunststoffzubehör.

 

 

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Heftausgabe: November 2013
Edward Becker, General Management Hydroflex

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Edward Becker, General Management Hydroflex
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