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Sanofi und Fraunhofer gründen Zentrum für Naturstoffforschung

17.01.2014 Das Pharmaunternehmen Sanofi, Paris, und die Fraunhofer-Gesellschaft, München, gründen ein Zentrum für Naturstoffforschung, um die Entdeckung und Entwicklung neuer Therapien gegen Infektionskrankheiten voranzutreiben. Die Wissenschaftler sollen nach neuen Wirkstoffen für Antibiotika suchen.

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Pilzkulturen aus der Sanofi-Naturstoffsammlung in Petrischalen (Bild: Sanofi)

Die Wissenschaftler des Zentrums für Naturstoffforschung werden für die nächsten 3 Jahre in Sanofi-Laboren im Industriepark Höchst arbeiten. 2017 sollen Sie in ein neues Gebäude in Gießen ziehen.

Gemäß der Vereinbarung werden Sanofi und das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME gemeinsam daran arbeiten, natürlich vorkommende chemische und biologische Substanzen zu erforschen und zu optimieren, hauptsächlich für die Behandlung von Infektionskrankheiten.

Die Herangehensweise bei der Wirkstoffsuche ausgehend von Naturstoffen ist aber auch für andere Indikationen von Interesse. Diabetes, Schmerzforschung oder seltene Krankheiten sind weitere Therapiegebiete bei denen von Naturstoffen abgeleitete Substanzen eine wichtige Rolle bei Prävention und Behandlung spielen können. Sanofi wird sein Know-How auf dem Gebiet der Antiinfektiva in die Kooperation einbringen und seine Stammsammlung mit Fraunhofer teilen, die mit mehr als 100.000 verschiedenen Mikroorganismen eine der größten der Welt ist.

„Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist weltweit ein drängendes Problem mit einem großen medizinischen Bedarf, vor allem angesichts der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen auf der ganzen Welt. Besonders in Krankenhäusern gibt es immer mehr schwere, oft lebensbedrohliche Infektionen. In diesem Bereich hat es in den vergangenen Jahren nur wenige Fortschritte gegeben“, sagte Dr. Elias Zerhouni, Konzernvorstand für Forschung und Entwicklung bei Sanofi. „Die Kooperation mit Fraunhofer ist einzigartig, weil Wissenschaftler beider Partner im Team in gemeinsamen Laboratorien an gemeinsamen Projekten arbeiten werden, um neue Erkenntnisse zu erlangen, mit dem Ziel, neue Medikamente für Patienten zu erforschen, die an Infektionskrankheiten leiden.“

Prof. Dr. Rainer Fischer, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IME, sagte dazu: „Das erste Fraunhofer-Zentrum für Naturstoffforschung ist nicht nur ein Win-Win-Projekt für beide Partner, sondern es geht auch weit über die Arzneimittelforschung hinaus, indem der Zugang zur Sanofi-Naturstoffsammlung auch einen Mehrwert für andere Branchen bietet, verbunden mit beträchtlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Das Exzellenzzentrum für Naturstoffforschung wird an das neue Loewe Zentrum für Insektenbiotechnologie in Gießen angegliedert sein, welches durch das hessische HMWK für die nächsten 6 Jahre unterstützt wird.

Das gemeinsame Team von Wissenschaftlern wird geleitet von Prof. Dr. Peter Hammann, Leiter Externe Innovationen der Geschäftseinheit Infektionskrankheiten von Sanofi, in enger Abstimmung mit Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Leiter des Fraunhofer IME in Gießen. Gemeinsam wird das Team an der Analyse der Genetik der Stämme arbeiten, diese unter verschiedenen Bedingungen kultivieren, sie zur Erzeugung aktiver Substanzen anregen und deren Effekte untersuchen. Die Hoffnung liegt darauf, dass die Partnerschaft zu umfangreicher Erkenntnis führt mit dem Ziel, neue Antibiotika zur Behandlung von Infektionskrankheiten zu finden.

(dw)

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