Unter neuer Kontrolle

Tablettenpressen mit aktueller Elektronik nachrüsten

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26.03.2009 In die Jahre gekommene Tablettenpressen zum Alteisen? Obwohl die Mechanik noch viele Jahre zuverlässig den Dienst verrichten würde! Oft macht die Elektronik schnell Probleme. Soft- und Hardware sind kurzlebig und sorgen in vielen Fällen für das Aus einer eigentlich brauchbaren Tablettenpresse. Das Nachrüsten von neuer Hard- und Software bei Tablettiermaschinen macht Sinn. So modernisierte Maschinen sind fit für die nächsten Jahre, auch im Hinblick auf neue Vorschriften. So aufgerüstet, gehören die Tablettenpressen längst noch nicht zum Alteisen.

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Die Technologie des maschinellen Verpressens von Tabletten ist bereits seit über 100 Jahren gebräuchlich. Die Mechanik ist seit langem bei allen namhaften Herstellern ausgereift und gewährleistet eine lange Standzeit. Führende Hersteller von Tablettenpressen stehen mit ihrem Namen für Qualität.

Produktionsausfall durch Störungen in der Elektronik vermeiden

Die Mechanik von Tablettenpressen kann durchaus 30 und mehr Jahre überstehen. Schwachpunkt ist die Elektronik, insbesondere wenn Maschinen mit einem Industrie-PC ausgestattet sind. Ersatzteile für elektrische und elektronische Komponenten lassen sich schon nach wenigen Jahren nur noch mit Aufwand beschaffen. Noch schwieriger ist das Beschaffen von Teilen für einen in die Jahre gekommenen Industrie-PC. Welcher technische Leiter oder Mitarbeiter der Instandhaltung stand nicht schon mal vor dem Problem einer immer wiederkehrenden Störung in der Elektronik. Abhilfe ist nur bedingt möglich und Ersatzbeschaffung unmöglich. Bei jeder erneuten Störung des elektronischen Bauteils ist die erfolgreiche Reparatur die große Unbekannte. Jede erneute Störung bedeutet auch immer wieder Produktionsausfall, der Produktionsplan gerät immer häufiger in Verzug und die damit verbundenen Kosten steigen stetig.

Ein weiteres Kriterium der Kurzlebigkeit von Soft- und Hardware ist die rasante Geschwindigkeit in der Entwicklung neuer innovativer Systeme. Mittlerweile sind Tablettenpressen in Verbindung mit der Elektronik zu komplexen Systemen entwickelt worden. Der Einsatz in hochsensiblen pharmazeutischen Produktionsbereichen erfordert ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit. Der neuste Stand der Tablettiertechnologie ist das Maß, an der sich eine Produktion von Tabletten orientieren sollte. Diese Anforderung steht einem wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Faktor oftmals entgegen. Jede Entwicklung, insbesondere in der Maschinenelektronik und der Bedienersoftware, hat ihren Preis. Die Folge: hohe Investitionen in eine neue Tablettiermaschine. Der Kostendruck, der inzwischen auch die Produktion der pharmazeutischen Industrie erreicht hat, lässt notwendige Entscheidungen für die Investition in die neuste Technik herauszögern. Da sind Alternativen gefragt, um nicht gänzlich den Anschluss zu verlieren.
Eine Tablettenpresse nach zehn oder fünfzehn Jahren zum Alteisen werfen? Wohl kaum, der materielle Verlust wäre zu hoch. Hier bietet die Baureihe Luxpharmtec neue Möglichkeiten mit der nachrüstbaren Regel-, Steuerungs- und Auswerteinheit Presscontrol Serie 4.0. Das SPS-basierende System regelt, steuert und dokumentiert alles rund um den Herstellungsprozess von Tabletten. Für die Bedienung einer Tablettenpresse sorgt ein weiteres Produkt: Opcontrol bietet eine komfortable und moderne Bedienung der Maschine über einen Touchscreen.

Durch Nachrüsten auf den Stand der Technik bringen

Mit der vierten Generation der nachrüstbaren Regel-, Steuerungs- und Auswerteinheit beschreitet ein Hersteller Neuland. Es handelt sich um ein nachrüstbares System, das ausschließlich auf einer SPS basiert. Galten speicherprogrammierbare Steuerungen als langsame, starre, aber zuverlässige Systeme, so konnten einige Hersteller in Bezug auf Schnelligkeit und Flexibilität inzwischen Boden gutmachen. Ein Geschwindigkeitstest mit Produkten verschiedenster Hersteller von speicherprogrammierbaren Steuerungen war die Grundlage der Entwicklung. Immerhin sollte das nachrüstbare System sowohl kleinen als auch sehr großen Ausstoßleistungen in der Tablettenproduktion genügen. 1Mio Tabletten pro Stunde lassen sich realisieren. Abtastraten im Millisekundenbereich sind erforderlich, um die hohen pharmazeutischen Anforderungen an die Produktion zu erfüllen. Die neue Baureihe Luxpharmtec bietet einen verbesserten Bedienkomfort im Vergleich zu den älteren, auf einen Industrie-PC basierende Generation. Möglich macht all dies eine SPS.

Diese SPS übernimmt sowohl die Aufnahme als auch das Auswerten und das Anzeigen der Daten. Auf einem Massenspeicher findet die Dokumentation der Daten statt. Damit ist eine durchgängige Systemeinheit realisiert worden. Lediglich das Verstärken der DMS-Brücke übernimmt ein Messverstärker. Die Software ist modular aufgebaut. Die Hauptprogrammiersprache ist Automation-Basic. Alle Module laufen in Tasks, die für die jeweilige Geschwindigkeitsanforderung ausgewählt sind. Die papierlose Dokumentation ist Standard. Die Verbindung der SPS mit übergeordneten Systemen erfolgt über Ethernet oder über Datentransport mittels USB. Selbstverständlich kann die Schnittstelle auch für einen Drucker genutzt werden. Das Automation-Basic-Programm befindet sich auf einer Compact Flash Card. Dies ermöglicht, dass Updates durch Tausch der Compact Flash Card ohne Aufwand schnell ausgeführt werden können.
Opcontrol ersetzt Bedienpulte älterer Tablettenpressen. Auch diese Einheit ist mit einer SPS ausgestattet. Alle Funktionen, die über Taster bzw. Schalter an der älteren Tablettenpresse vorgenommen wurden, werden durch eine moderne Touchscreen-Bedienung ersetzt. Zusätzlich können Alarmmeldungen noch mit Zusatzinformationen für den Bediener versehen werden. Der Umbau beinhaltet das komplette Neuausrüsten der Elektrik und Elektronik.
Beide Systeme, Presscontrol und Opcontrol, können sowohl zentral auf einer SPS und einem Bedienterminal als auch dezentral auf zwei kleineren SPS-Systemen und zwei Touchscreens Verwendung finden. Darüber hinaus stehen optional Softwarepakete bereit, die die Produktion weiter optimieren.

Wieder auf dem neuesten Stand

Das, was moderne Tablettenpressen heute im Wesentlichen von den älteren unterscheidet, ist die elektrische Ausstattung. Mit den nachrüstbaren Komponenten wird der Anschluss an die aktuelle Tablettiertechnologie gewonnen. Notwendige Zertifizierungen, denen ältere Maschinen nicht mehr gerecht werden können, sind nach einer Umrüstung unproblematisch. Zudem kann die mit viel Aufwand betriebene Computervalidierung eines Industrie-PC mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung entfallen. Es gibt noch mehr Vorteile gegenüber alten Steuerungen bzw. Bediensystemen: mehr und bessere Informationen, Hilfemöglichkeiten bei der Fehlerbehebung sowie Fehlerhistorie. Wichtige Informationen werden in den Vordergrund gesetzt, passwortgeschützte Bedieneranmeldung verhindert den Zugriff nicht berechtigter Personen.

Der nächste Schritt zur neuesten Tablettiertechnologie geht nicht zwangsweise über die Beschaffung einer neuen Tablettenpresse. Die Alternative, nämlich Austausch der gesamten Elektrik, Steuerung und Regelung, bietet eine wirtschaftliche Lösung.

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Mit den nachrüstbaren Kompo-nenten wird der Anschluss an die aktuelle Tablettiertechnologie gewonnen

Heftausgabe: April 2009
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Eric Munneke , geschäftsführender Gesellschafter Bischoff & Munneke

Über den Autor

Eric Munneke , geschäftsführender Gesellschafter Bischoff & Munneke

Eric Munneke , geschäftsführender Gesellschafter Bischoff & Munneke

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