Reinigung und Dekontamination von Bekleidung für hochsensible Bereiche

Waschtag im Reinraum

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08.09.2017 Hier wird die Wäsche nicht einfach nur sauber: Das Familienunternehmen Geiger Textil aus Bad Säckingen hat sein Leistungsspektrum um die Dienstleistung Cleanroom erweitert. Hierfür hat der Mittelständler in einen eigenen Reinraum investiert.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Waschtag für Reinraum-Betreiber hat eine ganz besondere Qualität. Denn anders als bei normalen Textilien, müssen die entsprechenden Dienstleister am Ende des Waschvorgangs die Partikeldichte in der Schutzkleidung analysieren und dokumentieren.
  • Um die strengen Anforderungen erfüllen zu können, hat die vorgestellte Wäscherei einen Reinraum installieren lassen, der nicht nur die strengen Anforderungen nach ISO 5 erfüllen musste, sondern auch modular aufgebaut sein sollte.
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Die Mitarbeiter ließ die Wäscherei für das sichere Verhalten im Reinraum besonders schulen. Hier der Entladevorgang des
Trockners. (Bilder: Schilling Engineering)

Man bietet erstmalig ein Vollservice Mietsystem für Reinraum-Kleidung an. Mitarbeiter holen die Reinraum-Textilien nach Gebrauch direkt beim Kunden ab, um sie in der hauseigenen Reinraum-Anlage zu prüfen, auszubessern, aufzubereiten und wieder sicher verpackt für die weitere Reinraum-Nutzung auszuliefern.

Nicht nur sauber, sondern rein

Unter den Kunden des Dienstleisters sind jene aus dem Bereich der Pharmazie wahrscheinlich mit die anspruchsvollsten, die sich auf dem Gebiet der Arbeitsbekleidung finden lassen. Sicher passt der bekannte Werbeslogan „nicht nur sauber, sondern rein“ nirgends besser als auf die Reinigung von Reinraum-Textilien. Denn es gibt große Unterschiede zwischen einer Reinraum-Wäscherei und einer industriellen Wäscherei: Für Reinraum-Kleidung gelten sehr strenge Richtlinien in Bezug auf Kontrolle, Qualität und Hygienestandards; Betreiber müssen die Anzahl an Partikeln und Keimen lückenlos überwachen.

Patrick Wenger, der bei Geiger Textil für die Reinraum-Sparte verantwortlich ist, erklärt den Unterschied zwischen der Reinigung normaler Arbeitskleidung und der Dekontamination der Reinraum-Bekleidung: „Die empfindlichen Produktionsprozesse innerhalb eines Reinraums können bereits durch die Abgabe kleinster Mikropartikel gefährdet werden. Der Mensch ist dabei die größte Gefahrenquelle. Spezielle Reinraum-Kleidung verhindert die Abgabe von Partikeln, die zum Beispiel über die Haut des Mitarbeiters abgegeben werden. Nach Gebrauch muss diese Kleidung vor dem nächsten Einsatz sorgfältig von Partikeln und Keimen befreit werden, die optisch nicht sichtbar sind. Auch während der Trocknung und Verpackung dürfen keine neuen Partikel auf die Kleidung gelangen. Um eine Kontamination während der Reinigung zu verhindern, wird die Reinraum-Kleidung in einem Reinraum aufbereitet, der mindestens derselben Reinraum-Klasse entspricht, in der sie später beim Kunden eingesetzt wird. In unseren Fall ist das ein Reinraum der ISO-Klasse 5 in operation.“

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Die dimmbare LED-Beleuchtung ermöglicht ausgewogenes Licht im Bereich des Legetisches.

Modularer Reinraum der ISO-Klasse 5

Den Reinraum ließ das Unternehmen in seine neu gebaute Produktionshalle integrieren und für eine Kapazität von 20.000 Artikeln pro Woche auslegen. Für die Planung des 66 m2 großen Reinraum-Systems wurde die ebenfalls am Hochrhein angesiedelte Reinraumfirma Schilling Engineering beauftragt. Der nach ISO-Klasse 5 in operation zertifizierte Reinraum Cleancell 4.0 ist mit neuester Technik ausgestattet und wurde für die besonderen Anforderungen der Wäscherei konzipiert: Die Reinräume sind mit Aussparungen für das Anbringen der Waschmaschinen und Trocknereinheiten konzipiert. Das Personal gelangt über eine aktiv gespülte Personalschleuse sicher in den Reinraum. Den kontaminationsfreien Output der gereinigten und verpackten Wäsche ermöglicht eine selbstschließende Schwerkraftklappe, die in der Reinraumwand eingebracht ist. Zwei Waschmaschinen, die mit eigens aufbereitetem Wasser betrieben werden, sind an der Rückseite des Reinraums angeschlossen.

Die Waschmaschinen haben eine Durchladefunktion zum sicheren Einschleusen der Textilien. Die Mitarbeiter befüllen diese außerhalb des Reinraums und entladen sie nach der Reinigung im Reinraum. Innerhalb des Reinraums erfolgen dann die Schritte Trocknung, Prüfung und Verpackung der sensiblen Textilien. Dabei entnimmt das Personal jedem Waschvorgang eine Stichprobe, um mit einem Helmke-Drum-Test die noch vorhandene Partikeldichte bestimmen und dokumentieren zu können.

Patrick Wenger, Verantwortlicher Reinraum-Sparte bei Geiger Textil:

„Um eine Kontamination während der Reinigung zu verhindern, wird die Reinraum-Kleidung in einem Reinraum aufbereitet, der mindestens derselben Reinraum-Klasse entspricht, in der sie später beim Kunden eingesetzt wird.“

Heftausgabe: September 2017
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Über den Autor

Iris Dörffeldt, Produktmanagement, Schilling Engineering
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