Ein Schlauchfür saubere Fälle

Zuverlässige Hygiene dank sicherer Schlauchleitungen

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10.03.2008 Schlauchleitungen werden in der Lebensmittelindustrie für vielfältige Anwendungen eingesetzt – zum Teil unter sehr harten Betriebsbedingungen. Sollen sie sicher, zuverlässig und möglichst langeihren Zweck erfüllen, ist bei der Schlauchauswahl, der Armierung, der Reinigung und der Desinfektion Sorgfalt geboten. Sonst können sie im Hinblick auf die Hygiene zu einer Schwachstelle werden.

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Entscheider-Facts


  • Für die strengen Hygieneanforderungen in der Lebensmittelindustrie sind verpresste Armaturen oder Schalenarmaturen empfehlenswert.
  • Nicht jeder Schlauch ist für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie geeignet. Werkszeugnisse oder Prüfzertifikate geben hier die nötige Sicherheit. Gleiches gilt für die ordnungsgemäße Kennzeichnung der Schlauchleitungen.
  • Damit das Schlauchmaterial bei der Reinigung keinen Schaden nimmt, sollten beim Anbieter der Schläuche Angaben überReinigungs- und Desinfektionsmittelbeständigkeiten eingeholt werden.
  • Regelmäßige Zustandsprüfungen der Schlauchleitungen durch einen professionellen Schlauchkonfektionär helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

Verlässliche Hygiene ist in der Lebensmittelindustrie oberstes Gebot. Um diese bei Schlauchleitungen sicherzustellen sowie eine möglichst lange Lebensdauer und Beständigkeit zu erreichen, gilt es, bestimmte Kernpunkte im Umgang mit Schlauchleitungen zu beachten. Zu diesen Kernpunkten gehören die richtige Auswahl des Schlauchmaterials und der Armaturen, aber auch Sorgfalt bei der Reinigung und Desinfektion der Leitungen. Außerdem muss regelmäßig der Zustand der Schläuche überprüft werden und sie sind vor mechanischen Beschädigungen zu schützen.

Verpresste Armaturen sindhygienischer als Schalenarmaturen

Schon die Auswahl der geeigneten Armaturen ist ein wichtiger Schritt, um spätere Probleme zu vermeiden. Obwohl gerade Schelleneinbindungen und Spannbänder ein Hygienerisiko darstellen, sind sie immer noch eine beliebte und verbreitete Armierungsart. Wird eine derart konfektionierte Schlauchleitung am Schlauchende stark gebogen, kann sich der Schlauch teilweise vom Schlauchnippel abheben. Dabei entsteht ein Totraum, in dem sich Medium absetzen kann. Schmutznester sind die Folge, die unter Umständen nicht ausreichend gespült und desinfiziert werden können.

Eine bessere Alternative sind die Schalenarmaturen, die vor allem in der Pharma- und Chemieindustrie eingesetzt werden. Für einige Nennweiten gibt es sie auch in der für die Lebensmittelindustrie erforderlichen Edelstahlausführung. Als wesentlich hygienischer gelten jedoch verpresste Armaturen. Bei guten Armatur-Systemen ist die Presshülse länger als der Schlauchnippel, so kann beim Biegen kein Totraum entstehen. Zudem gewähren die Press- und Klemmarmaturen ein Maximum an Sicherheit, da die Festigkeit der Verbindung zwischen Schlauch und Armatur höher ist als der Berstdruck des Schlauches. Dies verhindert, dass die Armatur ausreißt; zudem wird wildes Schlagen des unter Druck stehenden Schlauchs vermieden.

Vorsicht vor zu aggressiven Reinigungsmitteln

Sorgfalt ist aber nicht allein bei der Auswahl der Armatur geboten, sondern ebenso bei der des Schlauchmaterials sowie beim Reinigen und Desinfizieren: Von den zahlreich im Markt angebotenen Kautschukarten, Füllstoffen, Weichmachern sowie verschiedenen Alterungsmitteln sind viele Werkstoffe nicht für den Einsatz in der Lebensmittel- oder pharmazeutischen und kosmetischen Industrie geeignet. Der Anwender sollte deshalb anhand der Herstellerunterlagen und Beständigkeitslisten prüfen, ob der jeweilige Schlauch tatsächlich zum Durchleiten beispielsweise von fett- und ölhaltigen Medien taugt. Werkszeugnisse oder Prüfzertifikate renommierter Institute geben hier Sicherheit.

Damit das Schlauchmaterial durch die Reinigung keinen Schaden nimmt, sollten die Tabellen zur Reinigungs- und Desinfektionsmittelbeständigkeit detaillierte Informationen enthalten. Neben Angaben über Grundreinigungsmittel und verschiedene Kombinationspräparate sollten sie auch über die Belastungsdauer sowie die maximalen Einsatztemperaturen und Konzentrationen informieren. Zum Beispiel ist es bei den Standdesinfektionen übers Wochenende ratsam, die Konzentration vieler Desinfektionsmittel nur halb so hoch zu wählen, wie vom Hersteller empfohlen. Aufgrund der Vielfalt und der ständig wechselnden Zusammensetzungen der Produkte können diese Tabellen zwar nicht alle Reinigungsmittel erfassen; auf Anfrage erteilt der Hersteller aber entsprechende Auskünfte. Und falls nötig, werden die notwendigen Parameter mit den Herstellern der jeweiligen Reinigungsmittel abgestimmt.

Regelmäßige Kontrollenverringern die Risiken

Schlauchleitungen aus Gummi und Kunststoff-Gummi-Verbund unterliegen einer natürlichen Alterung. Mechanische und thermische Einflüsse beschleunigen diese Alterung. Anwender sind daher gut beraten, den Zustand der Schlauchleitungen regelmäßig zu überprüfen – entweder durch eigene Mitarbeiter oder wenn möglich durch einen professionellen Schlauchleitungskonfektionär. Diese vorbeugenden Zustandsprüfungen tragen dazu bei, mögliche Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und auszuschließen. Leitungsausfall, Medienverlust oder sogar gefährliche Situationen für Mitarbeiter können so verhindert werden.

Aber nicht nur in Bezug auf die regelmäßigen Kontrollen gilt: „Vorbeugen ist besser – und preiswerter.“ So machen sich die hochwertigen Kautschukmischungen und Druckträgermaterialien, die in Qualitätsschläuchen verarbeitet werden, durch eine lange Einsatzdauer und einen problemlosen Umgang mit den Schlauchleitungen bezahlt.

Fazit: Auch in der Lebensmittelindustrie ist Hygiene sehr wichtig. Schläuche und Armaturen sollten deshalb mit Bedacht ausgewählt werden, vor allem was Reinigung und Stabilität angeht. Besonders sicher und hygienisch sind verpresste Armaturen. Vorsicht auch bei den Reinigungsmitteln: Nicht jedes Mittel ist für jeden Schlauch geeignet, zudem spielt die Konzentration eine Rolle. Da Schlauchleitungen altern, sind außerdem regelmäßige Kontrollen wichtig, um Produktionsausfälle oder sogar Unfallrisiken zu vermeiden.

Heftausgabe: März 2008
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Willi Emde,

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Willi Emde,

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